Do., 15.02.2018

Leonhard Dingwerth veröffentlicht Buch mit allen 51 evangelischen Gotteshäusern Aus Liebe zum Kirchenbau

Leonhard Dingwerth (rechts) und Superintendent Michael Krause zeigen das neue Buch.

Leonhard Dingwerth (rechts) und Superintendent Michael Krause zeigen das neue Buch. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Herford (WB). Der evangelische Kirchenkreis Herford feiert in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag. Der Spenger Historiker und Autor Leonhard Dingwerth liefert zum Jubiläum das passende Geschenk – ein opulentes Buch über Gotteshäuser im Kirchenkreis.

Hätten Sie gewusst, wie viele Kirchen und Kapellen unter dem Dach des evangelischen Kirchenkreises vereint sind? »Es sind genau 51«, sagt der Grafiker, der jede einzelne besucht und anschließend auf einer übersichtlichen Karte skizziert hat. Monatelang war er mit Kamera, Stift und Schreibblock unterwegs, um alle zu fotografieren und zur Geschichte zu recherchieren. Eine zum Teil schwierige Spurensuche. »Es gibt Kirchen, über die ist nur sehr wenig im Archiv zu finden – zum Beispiel in Herford-Laar«, sagt Dingwerth. Wertvolle Informationen bekam er dann von Menschen, die das Wissen im Kopf haben.

Gotteshaus wird saniert

Der Blick in die Bünder Laurentiuskirche – sie ist älter als alle Kirchen in Herford und Bielefeld – war schwierig. Das Gotteshaus im Zentrum der Zigarrenstadt wird nämlich seit längerer Zeit grundlegend saniert. »Deshalb musste ich für das Buch auch auf Archivfotos zurückgreifen.« Der wuchtig romanische Turm der Laurentiuskirche stammt aus dem 11. oder 12. Jahrhundert. »Er hatte in der damaligen unruhigen Zeit sicher auch eine wichtige Funktion als Wehrturm. Das heutige Haupt-Kirchenschiff stammt wohl aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts«, schreibt Leonhard Dingwerth.

Die kleinste Kapelle im Kirchenkreis, in der noch Gottesdienste gefeiert werden, steht in Groß-Aschen. 16 Bänke bieten Platz für bis zu 80 Besucher. Eine weitere Besonderheit: »Die Kapelle liegt geografisch in Niedersachsen, gehört jedoch kirchlich zu Spenge«, erklärt der Autor.

Mit Mutter im 7-Uhr-Gottesdienst

Auch die 1735 erbaute Wolderuskapelle ist außergewöhnlich. Sie steht im Schatten der Münsterkirche im Herzen Herfords, wird allerdings nicht mehr von Protestanten, sondern seit 1962 von der griechisch-orthodoxen Gemeinde genutzt.

Leonhard Dingwerth war schon immer von Kirchen angetan. »Schon als Kind, mit meiner Mutter im 7-Uhr-Gottesdienst, hat mich die Architektur und die Ausstattung der Kirche weit mehr interessiert als die Worte des Pfarrers«, sagt der Historiker. Die Faszination für Gotteshäuser ist geblieben, wurde in all den Jahren sogar noch stärker. Dingwerth – der Mann ist übrigens Katholik – stellt klar: »Das bedeutet allerdings nicht, dass ich jeden Kirchbau gelungen finde. Aber ich musste schließlich alle mit aufnehmen, um komplett zu sein.«

Die Negativ-Beispiele nennt er nicht, wohl aber die Positiven. Über die Kirche in Hagedorn schreibt er: »Diese Kirche ist in vielerlei Hinsicht einmalig: der Bau ganz aus Bruchsteinen, der massive Turm, in dem sich der Chor befindet, drei große Emporen, ein Tonnengewölbe mit Putz und Weichholz und die blau-rote Choreinfassung mit geometrischen Mustern.«

Stadt wollte Kapelle abreißen

Und den Besuch im Dünner Klus nennt er ein Erlebnis. Dingwerth erinnert an das Engagement der Gemeindemitglieder, die die alte Kapelle Anfang der 70er Jahre mit Eigenleistung vor dem Abriss retteten. »Die Stadt Bünde wollte sie eigentlich abreißen.«

Leonhard Dingwerth begann schon früh damit, Bücher zu schreiben. Im Alter von 14 Jahren sollte der Realschüler eine Jahresarbeit verfassen. Er wählte das Thema »Dein Heimatort«, »denn darin konnte ich die Geschichte der Kirche darstellen, was mir am interessantesten erschien.«

50 Jahre später arbeitet der Historiker an einem Buch über den Kreis Herford. »Bei meinen Recherchen habe ich festgestellt, dass es über Kirchen im Kreis kein umfassendes Werk gibt, sondern nur Einzeldarstellungen, und die nicht mal für alle Kirchen«, sagt Leonhard Dingwerth, der ein Jahr an der Zusammenstellung der 51 evangelisch-lutherischen Kirchen und Kapellen gearbeitet hat.

Auflage: 100 Stück

Herausgekommen ist ein 215 Seiten umfassendes, handgebundenes Buch, das Superintendent Michael Krause als Bestandsaufnahme beschreibt. Es ist in einer Auflage von 100 Stück erschienen und für 68 Euro nur beim Autor persönlich zu kaufen. Leonhard Dingwerth ist telefonisch unter 05225/60105014 oder per E-Mail zu erreichen.

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