Mi., 07.03.2018

Bünder (29) droht 18-Jähriger mit Veröffentlichung und will Sex – sechs Monate Haft Mit Nacktbildern unter Druck gesetzt

Vor dem Amtsgericht Herford musste sich am Dienstag ein 29-Jähriger aus Bünde verantworten. Er hatte einer 18-jährigen Bünderin damit gedroht, Nacktfotos von ihr zu veröffentlichen, sollte sie keinen Sex mit ihm haben.

Vor dem Amtsgericht Herford musste sich am Dienstag ein 29-Jähriger aus Bünde verantworten. Er hatte einer 18-jährigen Bünderin damit gedroht, Nacktfotos von ihr zu veröffentlichen, sollte sie keinen Sex mit ihm haben. Foto: Moritz Winde

Von Jan Gruhn

Herford/Bünde  (WB). Wegen versuchter Vergewaltigung ist ein Bünder (29) am Dienstag vor dem Herforder Amtsgericht zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er hatte einer 18-jährigen Bünderin damit gedroht, Nacktfotos von ihr zu veröffentlichen, sollte sie keinen Sex mit ihm haben.

Über Facebook kennengelernt

Über seinen Anwalt räumte der Angeklagte die Vorwürfe ein. Wie sich im Laufe der Verhandlung herausstellte, hatten sich der Mann und die junge Frau über Facebook kennengelernt und sich später über den Nachrichtendienst WhatsApp geschrieben. Ein persönliches Treffen habe es nie gegeben, erklärten sowohl der Angeklagte als auch die 18-Jährige, die als Zeugin geladen war. Weil sie in den Angeklagten »verliebt war«, schickte die junge Frau ihm mehrfach eindeutige Bilder, die sie nur mit Unterwäsche bekleidet zeigen. Später seien darunter auch Fotos gewesen, auf denen die Bünderin gänzlich nackt ist. »Er hat mich danach gefragt«, sagte die junge Frau. »Ich war ein bisschen doof und habe es gemacht.«

Opfer unter Druck gesetzt

Mit diesen Bildern setzte der Angeklagte die Schülerin später unter Druck, wie die von Richterin Alea Blöbaum verlesenen Chatprotokolle zeigten. Er drohte darin unter anderem damit, die Bilder bei Facebook einzustellen, wenn sie nicht mit ihm schlafe oder ihn oral befriedige. »Ich brauche sie nur hochzuladen, dann lachen alle über dich.« Und weiter: »Wäre doch echt mies, wenn jeder die Bilder sehen könnte.« Zudem kündigte er an, die Bilder auszudrucken und an der Schule der 18-Jährigen aufhängen zu wollen.

Tatbestand der versuchten Vergewaltigung

Das Gericht sah den Tatbestand der versuchten Vergewaltigung erfüllt. Weil der Bünder in seiner Vergangenheit mehrfach juristisch auffällig geworden war, wurde die Strafe nicht zur Bewährung ausgesetzt. So hatte der 29-Jährige zum Beispiel schon wegen Diebstahls und Missbrauchs vor Gericht gestanden. Zudem habe er laut Blöbaum bereits eine dreijährige Jugendstrafe abgesessen. Zwei Monate vor der Tat war er außerdem wegen Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der Vater einer zweijährigen Tochter gab an, seit fünf Jahren in einer fester Beziehung zu leben.

Angeklagter war auf Bewährung

»Sie waren auf Bewährung. Das hat Sie schon nicht von einer weiteren Tat abgehalten«, sagte Richterin Blöbaum in der Urteilsbegründung zu dem Angeklagten. »Haben Sie daraus gelernt?«, fragte die Juristin die 18-Jährige bereits während der Befragung. Schließlich wisse man nie, wer am anderen Ende sitze. »Ja, auf jeden Fall«, antwortete die junge Frau reumütig.

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