Do., 08.03.2018

Das letzte Wort hat die Bezirksregierung Ausschuss votiert für Hauptschulzweig

So viele Zuhörer gibt es selten bei einer Diskussion über ein kommunalpolitisches Thema: Der Standort eines künftigen Hauptschulzweigs interessierte viele Eltern von Real- und Gesamtschülern.

So viele Zuhörer gibt es selten bei einer Diskussion über ein kommunalpolitisches Thema: Der Standort eines künftigen Hauptschulzweigs interessierte viele Eltern von Real- und Gesamtschülern. Foto: Daniel Salmon

Von Daniel Salmon

Bünde (WB).Der erste Schritt ist gemacht, endgültig entschieden ist aber noch nichts: Die Mitglieder des Bünder Schulausschusses haben sich mehrheitlich für die Einrichtung eines Hauptschulzweigs an der Realschule Mitte ausgesprochen.

CDU mehrheitlich dagegen

Lediglich vier der fünf CDU-Delegierten sprachen sich gegen einen entsprechenden Vorschlag der Stadtverwaltung aus. Am 15. März muss der Stadtrat den Ausschussbeschluss noch absegnen. Dann kann die Kommune einen Antrag an die Bezirksregierung in Detmold schicken, die als oberste Schulbehörde in der Sache das letzte Wort hat. »Wie dann deren Entscheidung aussieht, kann ich nicht beurteilen«, sagte Schulamtsleiter Thomas Clausing.

Wie viele Menschen das Thema in Bünde derzeit bewegt, wurde bei der Sitzung am Dienstagabend nur allzu deutlich. Aufgrund des hohen öffentlichen Interesses zogen die Ausschussmitglieder vom eigentlich vorgesehenen Sitzungsraum in den großen Ratssaal um. Die Zuschauerempore dort war bald knackevoll – vorwiegend wohl mit Eltern von Real- und Gesamtschülern. »So voll war der Saal noch nie«, stellte daher Ausschussvorsitzender Georg Kruthoff fest.

Realschule Mitte will keinen Hauptschulbildungsgang

Wie mehrfach berichtet, hatten sich Schulkonferenz und Elternpflegschaft der Realschule Mitte im Vorfeld der Sitzung gegen einen Hauptschulbildungsgang an der Einrichtung positioniert – unter anderem wegen der Herausforderungen in Sachen Inklusion, die noch auf die Schule am Strotweg zukommen. Stattdessen brachten sie die Gesamtschule (EKG) als Aufnahmeort für Kinder mit entsprechender Empfehlung ins Spiel. Aber auch die EKG will nicht als Nachfolgeschule der derzeit auslaufenden Hauptschule gelten. Das hatte zuletzt Schulleiterin Antje Stuke klargemacht.

Die ablehnende Haltung zumindest von Teilen seiner Fraktion machte CDU-Stadtverbandschef Martin Schuster deutlich, der sich mit der »Einrichtung eines Hauptschulbildungsgangs an einer der beiden Realschulen nicht anfreunden« könne. Dafür gab’s reichlich Applaus von den Zuschauerrängen. Schuster führte zudem aus, dass die Entscheidung des Rates vor zwei Jahren, die Hauptschule auslaufen zu lassen, schon damals falsch gewesen sei: »Und ich finde es unerträglich, dass wir jetzt den ideologischen Umbau der Schullandschaft auf den Rücken der Kinder austragen.« Schuster regte an, in der Sache die Gesamtschule in die Pflicht zu nehmen, da es dort schon einen Hauptschulbildungsgang gebe. »Die Gesamtschule sollte nicht zur Ersatzhauptschule werden«, hielt Ernst Tilly (FDP) dagegen. »Mir ist nicht klar, wo die Ängste der Realschuleltern liegen«, meinte Wolfgang Pohl (SPD). Am Strotweg werde sich auch mit Hauptschulbildungsgang nicht viel ändern. Es werde neue Räume geben – »und ich denke, dass Kollegium wird in der Lage sein, dass alles umzusetzen«, so der Sozialdemokrat. Nach einer längeren Debatte sprachen sich letztlich alle Fraktionen mit Ausnahme der vier Christdemokraten für den Verwaltungsvorschlag aus.

Zwei Kostenschätzungen in Auftrag gegeben

Unter einem weiteren Tagesordnungspunkt wurde ein Vorratsbeschluss gefasst, der sich mit möglichen Anbaumaßnahmen an der Realschule Mitte befasst, sollte Detmold grünes Licht für den Hauptschulzweig am Strotweg geben. Dabei folgte das Gremium einem Vorschlag Martin Schusters, so dass die Kommunalbetriebe nun zwei Kostenschätzung und Vorplanungen für eine Erweiterung erstellen sollen. Eine soll nur die erforderlichen Kapazitäten für die Inklusion betrachten, die andere zusätzlich benötigte Räume für den Hauptschulzweig.

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