Sa., 21.04.2018

»Tree of Life«: Firma Homburg bietet alternative Form der Beisetzung Baumbestattung mal anders

Die Bestattungskultur ist im Umbruch. Längst denken viele über eine See-, Feuer- oder Waldbestattung nach, herrscht die alte Form, den Sarg der oder des Verstorbenen in der Erde zu versenken, nicht mehr immer vor. »Tree of Life«-Bestattungen stellt eine weitere Alternative dar.

Die Bestattungskultur ist im Umbruch. Längst denken viele über eine See-, Feuer- oder Waldbestattung nach, herrscht die alte Form, den Sarg der oder des Verstorbenen in der Erde zu versenken, nicht mehr immer vor. »Tree of Life«-Bestattungen stellt eine weitere Alternative dar.

Von Gitta Wittschier

Bünde (WB). Ist es möglich, auch nach dem Tode noch mit dem Leben verwurzelt zu sein? Wenn es nach einer neuartigen Bestattungsmethode geht, ist dieser schöne Gedanke gar nicht so abwegig. »Tree of Life« (Baum des Lebens), so wird die neue Art der Beisetzung genannt, das Unternehmen Homburg ist hier als Exklusivbestatter für den Kreis Herford aktuell eingestiegen.

Die Bestattungskultur ist im Umbruch. Längst denken viele über eine See-, Feuer- oder Waldbestattung nach, herrscht die alte Form, den Sarg der oder des Verstorbenen in der Erde zu versenken, nicht mehr allein vor. Doch »Tree of Life« ist vollkommen neu und vielen Leuten überhaupt noch nicht bekannt. »Zunächst einmal muss jemand, der diese Art der Bestattung wünscht, damit einverstanden sein, nach seinem Tod im Krematorium verbrannt zu werden«, erklärt Anja Breder, Mitarbeiterin bei Homburg: »Denn bei der Tree of life-Methode kann, auch aus hygienischen Gründen, nur die Urne mit der menschlichen Asche verwendet werden.«

Asche geht nach Holland

Zunächst gehe ein Auftrag zur Durchführung einer »Tree of Life«-Baumbestattung an die Hansestadt Seehausen/Altmark, dann wird die Asche des Verstorbenen nach Holland, Tschechien oder in die Schweiz überführt – denn in diesen Ländern besteht keine Beisetzungspflicht für Urnen. »Von uns aus geht die Asche nach Holland«, betont Anja Breder. Die dortigen Spezialunternehmen arbeiten mit Baumschulen zusammen. Die jeweilige Urne werde unter notarieller Aufsicht geöffnet, die menschliche Asche dann mit Erdgranulat vermengt. Sobald das geschehen sei, gelte der Verstorbene als bestattet. In die vermischte Erde wird der gewünschte Baum gepflanzt, sechs bis neun Monate lang muss er dann wachsen, so kann er mit Erde und Asche verwurzeln. »Es sind ausschließlich Bäume, die das hiesige Klima bevorzugen, wie Eichen, Buchen oder Fichten«, sagt Mitarbeiterin Ruth Homburg.

Der Baum ist dann etwa 1,50 bis 2 Meter hoch, wenn er zur Rückpflanzung hierherkommt. Er kann dann zum Beispiel in den Garten der Angehörigen gepflanzt werden.

Methode der Bestattung ist rechtsgültig

Nach Aussage des Unternehmens »Tree of Life« bestehe ein Gerichtsurteil, dass diese Methode der Bestattung rechtsgültig ist. Die Baumpflanzung in den eigenen Garten – oder auf einen anderen gewünschten Platz – könne natürlich mit einer Zeremonie begleitet werden, auch bevor die Urne zur Baumschule und zur Verpflanzung geht, ist eine Trauerfeier möglich.

Für notarielle Begleitung, Abwicklung der Papiere, Aussuchen und Anzucht des Baumes, Pflege, Überführung und Transportkosten würden den Angehörigen 1725 Euro berechnet – eine angemessene Summe für diesen Umfang der Leistungen. »Eine hiesige Familie hat sich bereits für diese Art der Beisetzung für ihren Vater entschieden«, berichtet Anja Breder.

Freie Flächen für Bäume gesucht

Nicht jeder, der die neue Bestattungsmethode wünscht, besitzt einen eigenen Garten. Deshalb werden von der Firma Homburg noch freie Flächen gesucht, auf denen sich ein Teil der Bäume entwickeln kann. Eine Zusammenarbeit mit der Stadt Bünde oder dem Kreis Herford wäre denkbar, ebenso mit Privatleuten, die Eigentümer solcher Flächen sind. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, vielleicht naturbelassen oder eher gepflegt wie ein Garten mit Bank – ein lauschiges Plätzchen eben, wo die Erinnerungen an den Verstorbenen lebendig bleiben.

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