Mi., 16.05.2018

Neue Technik an den Gleisen sorgt für Ärger Bahnlärm raubt Spradowern den Schlaf

Hans Niermann wohnt rund 100 Meter von der Bahnstrecke in Spradow entfernt. Seitdem an den Gleisen vor einigen Wochen neue Technik verbaut wurde, sei der Geräuschpegel der vorbeifahrenden Züge mittlerweile unerträglich geworden.

Hans Niermann wohnt rund 100 Meter von der Bahnstrecke in Spradow entfernt. Seitdem an den Gleisen vor einigen Wochen neue Technik verbaut wurde, sei der Geräuschpegel der vorbeifahrenden Züge mittlerweile unerträglich geworden. Foto: Thomas F. Starke

Von Daniel Salmon

Bünde  (WB). Nicht nur mit der im Raum stehenden Abschaffung des IC-Halts in Bünde sorgt die Deutsche Bahn in der Elsestadt für Zündstoff. Im Stadtteil Spradow gehen jetzt die Anwohner der Gleisstrecke auf die Barrikaden: Sie beschweren sich über immensen Lärm durch die Züge.

Wer in der Nähe der Bahnstrecke Hannover-Amsterdam wohnt, muss bei fast 200 Zügen am Tag mit viel Lärm leben. Alle bisherigen Bemühungen von Anwohnern aus Bünde und Kirchlengern, durch Schutzwände den Lärm durch den Schienenverkehr einzudämmen, seien von der Bahn bislang abgelehnt worden, berichtet Anlieger Hans Niermann: »Das sei der Bahn zu teuer.«

Lärm raubt Anwohnern seit acht Wochen den Schlaf

Seit etwa acht Wochen kostet ihn der Bahnlärm aber fast jede Nacht den Schlaf. Der Grund: »Zwischen dem Bahnübergang Semmelweg und der Brücke Lübbecker Straße wurde von der Bahn vor kurzem zusätzliche Technik eingebaut«, berichtet der 74-Jährige. Und diese sorge nun dafür, dass der »normale« Lärm der ratternden Waggons und Loks durch starke Schlaggeräusche noch übertönt werde. »Die sind weithin hörbar, wenn ein Zug die Stelle überfährt«, moniert Niermann, dessen Haus gute 100 Meter von den Gleisen entfernt steht. Ein weiterer Anlieger, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, ergänzt: »Das macht richtig ›bumbumbum‹, wenn da die Loks drüber rattern. Wenn man draußen auf der Terrasse sitzt, ist das wirklich unerträglich. Nur wenn Güterzüge ganz langsam auf der Strecke unterwegs sind, bleibt es ruhig.«

Kontakt zur Deutschen Bahn aufgenommen

Nach Ansicht der Anlieger will die Deutsche Bahn von den Problemen an der Strecke in Spradow aber scheinbar nichts wissen. »Wir haben bereits Kontakt mit der Bahn aufgenommen und es wurde zugesagt, die Sache abzustellen. Das ist aber schon wieder Wochen her. Und was ist passiert? Nichts«.

Den Betroffenen reicht es nun

Niermann und seinen Mitstreitern reicht es nun. Sie wollen mit ihrem »Lärm-Problem« an die Öffentlichkeit gehen, haben sich daher mit ihrem Anliegen an den heimischen Bundesabgeordneten Stefan Schwartze (SPD) gewandt. Und der will die entsprechende Stelle an der Gleisstrecke nun begutachten. »Er hat uns zugesagt, am 24. Mai nach Bünde zu kommen, um sich persönlich einen Eindruck zu verschaffen«, sagt Niermann. Der 74-Jährige und die übrigen Anwohner des Bereichs rund um die Rolandstraße hoffen nun, dass dann Bewegung in die Sache kommt.

Von der Deutschen Bahn war zu der Angelegenheit bis zum Redaktionsschluss am Dienstag keine Stellungnahme zu bekommen.

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