Do., 14.06.2018

Anwohner beschweren sich über zu laute Musik im Steinmeisterpark »Manchmal klirrt das Geschirr«

Matthias Möller hat sich extra ein Schallpegelmessgerät gekauft, um die Lautstärke auf seinem Balkon zu messen, die aus dem hinter ihm liegenden Steinmeisterpark kommt. Auch Almut Görtz fühlt sich von der lauten Musik gestört.

Matthias Möller hat sich extra ein Schallpegelmessgerät gekauft, um die Lautstärke auf seinem Balkon zu messen, die aus dem hinter ihm liegenden Steinmeisterpark kommt. Auch Almut Görtz fühlt sich von der lauten Musik gestört. Foto: Angelina Zander

Von Angelina Zander

Bünde (WB). Matthias Möller und seine Nachbarn an der Bismarckstraße und am Nordring sind genervt: Vom Geräuschpegel im Steinmeisterpark. Morgens Gymnastik und Bauch-Beine-Po, abends Zumba, am Wochenende das Craft- Beer-Festival – alles begleitet von lauter Musik. Den Anwohnern geht das zu weit.

Häufig würden sie die Musik im Steinmeisterpark als Lärmbelästigung empfinden und hätten deshalb bereits mehrmals den Kontakt mit der Stadt gesucht, bislang jedoch ohne Erfolg. Nun hat Matthias Möller die Initiative ergriffen und sich umfassend informiert. Er habe unter anderem Auszüge der »Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm« und dem »Freizeitlärmerlass NRW« gelesen. Beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW habe er sich daraufhin Rat für das weitere Vorgehen geholt.

Lärmkonzeptüberprüfung und Petitionsausschuss

»Ich habe die Stadt fünf Mal eingeladen, zu mir nach Hause zu kommen und sich den Lärm anzuhören.« Da er sowohl darauf als auch auf seine Schreiben keine zufriedenstellende Antwort erhalten hätte, habe er am letzten Freitag eine Lärmkonzeptüberprüfung durch die Bezirksregierung Detmold beantragt. »Das Ergebnis kommt in etwa eineinhalb Monaten«, kündigt Möller an.

Des Weiteren habe er sich an den Petitionsausschuss des Landtags gewandt. Bei seinem Antrag habe er ausdrücklich angegeben, dass die lauten Bässe das Problem an der Musik im Steinmeisterpark seien. »Manchmal klirrt das Geschirr im Schrank«, sagt er, während die anderen Nachbarn, die sich in seiner Küche versammelt haben, zustimmend mit dem Kopf nicken. Außerdem habe er in der vergangenen Woche Montag und Mittwoch Strafanzeige erstattet: »Gegen die Stadt und den Bürgermeister in Person.«

Denn gerade an diesen beiden Tagen sei der Lautstärkepegel sehr hoch gewesen. Nach zahlreichen Beschwerden, die beim Stadtmarketing eingegangen seien, sei am Donnerstagnachmittag eine deutliche Verbesserung zu vernehmen gewesen. Das Ordnungsamt habe sich nach Informationen von Matthias Möller eingeschaltet und Kontakt zum Bünder Turnverein aufgenommen, der das Angebot »Sport im Park« ausrichtet.

Stadtpark soll kein »Jahrmarkt« werden

Die Anwohner würden sich Sorgen um die Entwicklung des Steinmeisterparks machen, erklären sie bei ihrem Treffen. Sie hätten das Gefühl, der Park entwickele sich zu einem »Jahrmarkt« – eine Attraktion jage die Nächste. Im Sommer sind dort viele Sportler, die das Angebot »Sport im Park« nutzen. Darüber hinaus gibt es auch zahlreiche Veranstaltungen am Wochenende, wie das Bünder Craft-Beer-Festival oder am Wochenende das Public Viewing. Alles begleitet von lauter Musik – für die Anwohner zu laut. Es würden immer mehr Veranstaltungen werden, die den Lautstärkepegel gerade in den Sommermonaten hoch halten.

Am Montag habe Matthias Möller auf seinem Balkon die Lautstärke mit einem Gerät gemessen: Gegen 19.30 Uhr, während des Zumba-Kurses, habe der Pegel bei etwa 65 Dezibel gelegen. Erlaubt seien laut Freizeitlärmerlass NRW tagsüber in der Regel nur 60 Dezibel.

Das sagt die Stadtverwaltung

»Möglicherweise war es bei der betreffenden Veranstaltung am letzten Mittwochabend etwas zu laut«, räumt Ralf Grund vom Bünder Stadtmarketing mit Blick auf die Vorwürfe der Anlieger des Steinmeisterparks ein. Am folgenden Donnerstag habe er sich vor Ort selbst ein Bild von der Lautstärke bei einer dortigen Aktion gemacht. Mit einem speziellen Gerät kontrollierte er den Lärmpegel auf dem Areal.

»Auf dem Gebiet des Parks am Nordring habe ich 42 Dezibel gemessen, an der Seite zur Bismarckstraße hin waren 52 Dezibel. Erlaubt sind maximal 70 Dezibel«, sagt Grund. Er wolle nun auch bei weiteren Aktionen im Park Lärmmessungen durchführen: »Es ist schließlich auch nicht in unserem Sinne, dass gesetzliche Bestimmnungen zum Lärmschutz nicht eingehalten werden.«

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