Mi., 13.06.2018

26-Jähriger muss sich unter anderem wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten – Prozess vertagt Neun Vorwürfe, ein Angeklagter

Der Amtsgerichtsprozess gegen den 26-Jährigen aus Bünde wird am 2. Juli fortgesetzt.

Der Amtsgerichtsprozess gegen den 26-Jährigen aus Bünde wird am 2. Juli fortgesetzt.

Bünde (WB/sal). Betrug, Körperverletzung, Diebstahl, Bedrohung, Widerstand gegen Polizeibeamte, Schwarzfahren: Wegen einer ganzen Reihe von Delikten ist einem 26-Jährigen vor dem Bünder Amtsgericht der Prozess gemacht worden. Ein Urteil fiel am vergangenen Montag allerdings noch nicht.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft brauchte einige Minuten, ehe sie die komplette Anklageschrift vorgelesen hatte. »Das ist eine ganze Menge«, kommentierte der zuständige Amtsrichter. Über einen Zeitraum von einem Jahr erstreckten sich die Vorwürfe. Der letzte aktenkundige Vorfall soll sich am 7. Juli vergangenen Jahres ereignet haben.

Lediglich in drei Fällen, in denen er ohne gültige Fahrkarte mit der Bahn unterwegs war, räumte der junge Bünder seine Schuld ein. Die folgenden zwei Stunden verbrachten die Prozessbeteiligten mit der teils recht zähen Aufarbeitung der übrigen Anklagepunkte.

»Ihr werdet hängen heute Nacht«

Vor allem die Schilderungen und Vernehmungen im Falle des jüngsten Vorwurfs zogen sich hin. Laut Anklage habe der Hartz IV-Empfänger Anfang Juli 2017 einen Passanten, der einen Streit zwischen dem 26-Jährigen und einigen Jugendlichen an der Gaststraße schlichten wollte, mit der Faust ins Gesicht geschlagen und massiv bedroht, nachdem dieser die Polizei angerufen hatte. Sätze wie »Ihr werdet hängen heute Nacht« soll der Angeklagte dem Streitschlichter und dessen Vater entgegengeworfen haben.

Danach habe sich der Mann entfernt und sei zu einem nahegelegenen Parkplatz gegangen. Als dort eine Streifenwagenbesatzung eintraf, sei er geflüchtet. Kurz darauf sei er von einem Diensthundeführer in der Nähe des Bünder Marktkaufs entdeckt worden, weitere Beamten seien hinzugekommen. Bei seiner Festnahme soll sich der alkoholisierte Mann widersetzt haben. Es sei zu einem Gerangel gekommen, bei dem sich ein Beamter verletzt habe und in der Folge mehrere Tage krankgeschrieben werden musste. Nachdem der Diensthund den 26-Jährigen in die Wade gebissen hatte, habe er seinen Widerstand aufgegeben und sei ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Die Aussagen des vorbestraften Beschuldigten auf der einen und die des Streitschlichters, dessen Vaters und von drei Polizisten auf der anderen Seite wichen teils gravierend von einander ab.

Weitere Zeugen sollen gehört werden

Auch zu den übrigen Anklagepunkten ergab sich wenig Zielführendes. So ging es weiterhin um eine Bedrohung der aktuellen Freundin des 26-Jährigen, die damals noch dessen Mitbewohnerin war. Die Frau (22), die mit dem Angeklagten mittlerweile ein Kind hat, offenbarte in der Sache Erinnerungslücken. Auch was es mit den vier gestohlenen Fahrrädern, die an besagtem Tag in der Wohnung aufgefunden wurden, die die 22-Jährige mit dem 26-Jährigen und ihrem damaligen Lebenspartner bewohnte, auf sich hatte (»wer die da hingeschafft hat, weiß ich nicht«), konnte nicht geklärt werden. In dem Fall sollen noch weitere Zeugen vernommen werden.

Unter anderem will das Gericht beim Fortsetzungstermin am 2. Juli zwei Männer hören, die von dem Bünder bei Käufen im Internet übers Ohr gehauen worden sein sollen. Zudem soll eine Frau geladen werden, die beobachtet haben will, wie die Polizisten bei der Festnahme angeblich »übergriffig« gehandelt haben sollen.

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