Do., 08.03.2018

Ausstellung wird Sonntag im Gerbereimuseum eröffnet Auf den Spuren von Königin Mathilde

Haben gemeinsam an der Ausstellung über das fromme Wirken der Königin Mathilde, deren Todestag sich in diesem Jahr zum 1050. Mal jährt, gearbeitet: Günter Richter, Regine Krull und Prof. Gerd Althoff (von links).

Haben gemeinsam an der Ausstellung über das fromme Wirken der Königin Mathilde, deren Todestag sich in diesem Jahr zum 1050. Mal jährt, gearbeitet: Günter Richter, Regine Krull und Prof. Gerd Althoff (von links). Foto: Daniela Dembert

Von Daniela Dembert

Enger (WB). Sie ist Begründerin des Engeraner Stifts, ein Seniorenwohnheim und ein Platz der Widukindstadt sind nach ihr benannt. Trotzdem ist nur wenigen Engeranern bekannt, wer Königin Mathilde eigentlich war. Eine Ausstellung soll das nun ändern.

Die Ausstellung »Königin Mathilde - Leidenschaft für fromme Werke«, die anlässlich des 1050. Todestages der Monarchin in der Galerie der Gerberei zu sehen ist, könnte da Abhilfe schaffen. Am kommenden Sonntag um 11.30 Uhr wird diese feierlich eröffnet und ist bis zum 29. April zu besichtigen.

Männer dominierten das 10. Jahrhundert

»Das 10. Jahrhundert war von Männern dominiert, über das Leben der Königin Mathilde ist so gut wie nichts dokumentiert. Das ändert sich total, als sie ihre Leidenschaft für fromme Werke nach dem Tod ihres Mannes, Heinrich I., durchsetzen kann«, sagt Prof. Gerd Althoff, der sich mit der Geschichte der heilig gesprochenen Stifterin befasst hat. Am kommenden Sonntag wird der Historiker für frühes und hohes Mittelalter einen Vortrag über Königin Mathilde mit anschließender Diskussion halten. Beginn ist um 16 Uhr im Widukind-Museum.

Lediglich zwei Quellen gebe es, die das Wirken der Monarchin in der Zeit ihres Witwentums dokumentierten. Mit diesen Lebensgeschichten, vermutlich beide im Kloster Nordhausen verfasst, habe man das fromme Wirken Mathildes darstellen wollen. Es sei nicht auszuschließen, dass die Texte mit dieser Zweckorientierung ein wenig der Realität entrückt worden seien, weiß Regine Krull, Leiterin des Widukind-Museums zu berichten.

Eine Menge Konfliktpotenzial

Mit Blick auf das Patriarchat des 10. Jahrhunderts, ist die Biographie der Königin Mathilde nicht nur die einer mildtätigen Witwe, sondern auch die einer Frau mit klarer Zielsetzung und festem Willen. »Darin steckt eine Menge Konfliktpotenzial, das die Geschichte spannend macht. Diese Frau war unheimlich durchsetzungsfähig«, versichert Krull.

Auf 20 Roll-Up-Plakaten ist die Vita der Mathilde in der Ausarbeitung von Gerd Althoff zu sehen. Weitere zehn Transparente, die Günter Richter, Mitglied des Gerberei-Vereins, erarbeitet hat, informieren über die Bedeutung der Wohltäterin für die Stadt Enger bis in die heutige Zeit hinein.

Vieles erscheint plausibel

Ein differenziertes Bild der Frau Heinrichs I. zu zeichnen ist schwierig. »Vieles erscheint plausibel und darf angenommen werden, ist aber nicht belegt und bleibt fragwürdig, meint der Münsteraner Historiker. Die Ausstellung in der Gerberei wird durch zwei museale Exponate und zwei Statuen ergänzt. Aus dem 10. Jahrhundert gibt es kein Bildmaterial.

Jedoch gibt es Gemälde aus dem 19. Jahrhundert, die Szenen aus Mathildes Leben teils in romantischer Verklärung darstellen und einen Eindruck von der zeitgeschichtlichen Wahrnehmung der Mathilde liefern. Für die Ausstellungsdauer gelten Sonderöffnungszeiten: dienstags bis samstags von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr. Schulklassen können auch Vormittagstermine vereinbaren.

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