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Sa., 12.11.2016

Fördermittel zur Herforder Stiftsgeschichte: Wie geht es weiter? Freude über »Luxusproblem«

Blick in die Anfänge der Stadtgeschichte: Bei den Grabungsarbeiten am Münster wurden die Reste des alten Frauenstifts freigelegt. Das Sichtbarmachen der Mauern ist wesentlicher Teil der geplanten Archäologischen Fenster. Für diese gibt es Fördergelder.

Blick in die Anfänge der Stadtgeschichte: Bei den Grabungsarbeiten am Münster wurden die Reste des alten Frauenstifts freigelegt. Das Sichtbarmachen der Mauern ist wesentlicher Teil der geplanten Archäologischen Fenster. Für diese gibt es Fördergelder.

Von Hartmut Horstmann

Herford (WB). Geht es nach Stadt und Geschichtsverein, sollen die Besucher bereits in zwei Jahren einen Blick in die Anfänge der Stadtgeschichte werfen können. Denn dann sollen die so genannten Archäologischen Fenster fertig sein.

»Wir gehen von einer Realisierung im Jahr 2018 aus«, sagt Ernst Meihöfer, Geschäftsführer der Kultur gGmbH. Wie berichtet, erhält die Stadt für die Umsetzung der Planungen Bundesfördermittel in Höhe von 1,6 Millionen Euro. Auf fast 1,8 Millionen Euro beziffert Eckhard Wemhöner, Vorsitzender des Geschichtsvereins, zudem das Vereinsvermögen aus Erlösen der Ernstmeier-Stiftung.

Doch wie geht es jetzt weiter? Der Rat werde auf jeden Fall beteiligt, sagt Meihöfer. Wann das Thema dort behandelt werde, sei aber noch nicht klar. Grundsätzlich gelte: »Der Rat hat die Verwaltung ermächtigt, Förderanträge zu stellen.« So verspricht sich die Stadt auch etwas vom Programm »Europäisches Jahr des kulturellen Erbes«, in dem zwei Vorhaben aus Deutschland berücksichtigt werden sollen. Informationen zum aktuellen Stand hier soll es am Montag im Gespräch mit Professor Matthias Wemhoff geben.

Herforder Stift etwas Besonderes

Der Direktor des Berliner Museums für Vor- und Frühgeschichte hatte die Planungen zum Archäologischen Fenster gemeinsam mit dem Architekten Jörg Preckel entwickelt. So sehen sie unter anderem zwei Gebäude vor, die auf den freigelegten Grabungsmauern des alten Stifts errichtet werden. Hinzu kommen begehbare Glasflächen über weiteren Grabungsstellen. Mit Stelen soll zudem der alte Kreuzgang nachempfunden werden. Dass das Herforder Stift etwas Besonderes war, steht für Wemhoff außer Frage. So sagt er: »Es ist das älteste Kloster ganz Norddeutschlands.«

Der Architekt Jörg Preckel sieht die Zusage der Fördermittel als Bestätigung der »hervorragenden Zusammenarbeit aller Beteiligten«. Die voraussichtlichen Kosten für den Gesamtbau beziffert er auf etwa 3,3 Millionen Euro, sagt aber, auch einzelne Elemente seien aus sich heraus tragfähig. Allerdings würde eine Aufteilung der Arbeiten die Kosten erhöhen. Nimmt man alles auf einmal in Angriff, geht er von einem »knappen Jahr Planungs- und einem knappen Jahr Bauzeit aus«.

Förderung ein Grund zur Freude

Bisher hatten die Politiker verlangt, der Geschichtsverein müsse gewährleisten, dass der Betrieb zehn Jahre aus eigenen Mitteln erfolgen könne. Dann könne man das städtische Grundstück zur Verfügung stellen. Doch die Rahmenbedingungen hätten sich geändert, betont Eckhard Wemhöner. Da die Stadt und nicht der Verein den Förderantrag gestellt habe, müsse seinem Rechtsverständnis zufolge auch die Stadt als Bauherr auftreten.

Bürgermeister Tim Kähler mahnt hier zur Zurückhaltung und betont, derartige Fragen gelte es in aller Ruhe zu klären. Erst einmal sei die Förderung ein Grund zur Freude: »Wir sind in der beneidenswerten Situation, dass wir ein Luxusproblem haben. Jetzt können wir anfangen.« Geht es unverzüglich los, ist auch Architekt Preckel zuversichtlich: »Dann kann es bis 2018 klappen.«

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