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Fr., 13.01.2017

Herforder (20) greift mehrere Spaziergänger an – Zeuge hilft Opfer Hätte der Mordversuch verhindert werden können?

Symbolbild.

Symbolbild.

Von Christian Althoff und Moritz WInde

Herford (WB).  Ein polizeibekannter Mann (20), der 2016 von Psychiatern  als nicht gefährlich eingestuft worden sein soll,  hat in Herford Spaziergänger angegriffen und dabei fast einen Menschen getötet. 

Herforder Polizisten nahmen den Gewalttäter fest. Staatsanwalt Christoph Mackel : »Er sitzt jetzt wegen versuchten Totschlags in Untersuchungshaft.«

Die Taten geschahen am vergangenen Sonntag.  Frank Müller (59), der in der Innenstadt  wohnt, wollte sich gegen 13 Uhr auf der Tribenstraße die Beine vertreten, als er sah, dass ein junger Radfahrer einem Spaziergänger in voller Fahrt in den Rücken trat, abstieg und zuschlug.   Müller, der als Kassierer in einem Drogeriemarkt arbeitet, kam dem Opfer (64) zur Hilfe, geriet dadurch aber selbst     ins Visier des 20-Jährigen. »Ich konnte seinen Faustschlägen gerade so ausweichen. Nur einmal erwischte er mich an den Rippen. Er schien  mit Drogen vollgepumpt zu sein.   Mit dem war überhaupt nicht zu reden.«

Nach etwa zehn Minuten floh der  Radfahrer, der sein Gesicht unter einem Tuch verbarg, und rief zusammenhanglose Sätze. Frank Müller: »Am Abend haben mir  die Knie ganz schön  gezittert. Hätte der Typ eine Pistole  gehabt,  wäre ich jetzt tot.«

Zweieinhalb Stunden nach dem Angriff   drohte der Täter zwei Kilometer weiter an der Langenbergstraße einem  älteren Paar,  es umzubringen.  Polizeisprecher Steven Haydon : »Er zog einen Schraubendreher und stach in Richtung  Kopf   des Mannes.«  Nur durch reflexartige und heftige Abwehr habe der  61-jährige Herforder  den Angriff abgeleitet, so dass die Waffe den Kopf verfehlt und einen oberflächlichen Stich in den Hals verursacht habe. Der Täter griff eine Steinplatte und einen Ast, die er  in Richtung des Opfers schleuderte, und floh.

Der Verletzte kam ins Krankenhaus, wo er ambulant behandelt wurde. Die Polizei   löste eine Großfahndung aus. Dabei traf sie auf eine Herforderin (52), die angab, gegen 15.35 Uhr in einer Grünanlage an der Langenbergstraße von dem Mann beleidigt  und mit dem Tod bedroht worden zu sein.  Gegen 19 Uhr  wurde der Täter gefasst, als er in der Nähe der Herforder Kreispolizeibehörde unterwegs war.  Die Beamten kannten ihn. Am 10. November war er mit einer Softairpistole in der städtischen Wilhelm-Oberhaus-Grundschule aufgetaucht. Er beleidigte und bedrohte  Lehrer  und schoss,  bevor er davonlief. Niemand wurde verletzt.

 Nach dieser Tat wurde der Mann, der schon vorher kleinere Delikte begangen hatte, auf Anordnung eines Richters vorläufig   in einer  Psychiatrieklinik untergebracht – um ihn zu untersuchen, aber auch  um die Allgemeinheit vor ihm zu schützen.  Doch er durfte das Krankenhaus nach einiger Zeit wieder verlassen. Staatsanwalt Christoph Mackel: »Die Ärzte hielten ihn nicht für gefährlich.« Jetzt droht dem 20-Jährigen eine lange Haft oder die Unterbringung in einer Gerichtspsychiatrie.

Polizeisprecher Steven Haydon: »Wir können nicht ausschließen,  dass es am Sonntag weitere Opfer  oder Zeugen gab, und bitten  um Hinweise unter    0 52 21 / 88 80.«

Kommentare

auch seine 38. Bewährungsstrafe wird ihn nicht vor weiteren Taten abhalten

Laufren lassen

Wie ich unsere Justiz kenne, reichen die bisherigen Taten für eine Untersuchungshaft nicht aus. Also wird man ihn laufen lassen. Hoffentlich nicht, bis es Schwerverletzte gibt oder gar Tote !!!

2 Kommentare

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