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Di., 01.08.2017

Britta Seona Sommer stellt im Rathaus Porträts aus Aus Liebe zu den Menschen

Britta Seona Sommer mit einem Bild, das ihr besonders ans Herz gewachsen ist: Es zeigt einen Mann aus Ghana, den die Künstlerin gut kennt. Im Hintergrund sind zwei Porträts von Menschen zu sehen, die aus Herford stammen.

Britta Seona Sommer mit einem Bild, das ihr besonders ans Herz gewachsen ist: Es zeigt einen Mann aus Ghana, den die Künstlerin gut kennt. Im Hintergrund sind zwei Porträts von Menschen zu sehen, die aus Herford stammen. Foto: Hartmut Horstmann

Von Hartmut Horstmann

Herford (WB). Irgendwann ist es einfach passiert. Aus einer Laune heraus, so Britta Seona Sommer, habe sie Farben, Pinsel und Leinwand gekauft – und angefangen zu malen. Die sofort entfachte Leidenschaft lässt sie bis heute nicht los, die Ergebnisse sind im Rathaus zu sehen.

Warum die heute 48-Jährige im Jahr 2004 jenen folgenschweren Farbenkauf unternahm, weiß sie selbst nicht. »Ich kannte keine Künstler, ich war auch wenig in Museen«, sagt Britta Seona Sommer. Auch ein kunstakademischer Hintergrund lag nicht vor. So hatte die ehemalige Schülerin des Friedrichs-Gymnasiums in Bielefeld Deutsch als Fremdsprache studiert. Es folgten Jahre als Deutschlehrerin in den USA beziehungsweise Mexiko, bis es sie 2000 nach Köln verschlug.

Vorliebe für Porträts

Dort arbeitete die gebürtige Herforderin als Lehrerin – bis sie vor drei Jahren beschloss, sich voll und ganz der Kunst zu widmen. Von Anfang an haben es ihr die Porträts angetan. Und wer sich mit ihr unterhält, erfährt schnell, dass sich dahinter eine große Liebe zu den Menschen verbirgt. Die Frage, ob Sympathie eine Voraussetzung für die Porträts seien, stellt sich aus ihrer Sicht gar nicht. »Denn jeder Mensch ist irgendwie schön«, betont Sommer. Empathie wird so zum Wesenszug der Künstlerin, die die Menschen in ihrer ganzen Vielfalt mag: »Ich war schon immer multikulti interessiert.«

Ihre Ölgemälde beziehungsweise Kohlezeichnungen entstehen auf der Grundlage von Fotografien. Manche der Fotos hat sie selbst gemacht, manche werden ihr zur Verfügung gestellt. Letzteres im Falle von Anke Schröder-Geschwinder, die einstmals die beste Freundin der Künstlerin war und heute in Vlotho lebt. Über Facebook nahmen die beiden nach vielen Jahren wieder Kontakt miteinander auf – und es kam zum Austausch von Fotos.

Hyperrealismus als Richtung

Einige Zeit hatte es gedauert, bis Britta Seona Sommer so bekannt wurde, dass es kein Problem mehr war, porträtierwillige Menschen zu finden. Künstlerisch geht die Entwicklung seitdem in Richtung Hyperrealismus – von weitem sind diese Arbeiten von Fotografien kaum zu unterscheiden. Jeder Pickel, jede Falte soll zur Geltung kommen – aber ohne die Menschen vorzuführen.

Ob ihr ein Bild besonders am Herzen liege? Britta Seona Sommer überlegt einige Zeit. Eigentlich mag sie alle Arbeiten – wie auch alle Menschen. Aber dann hebt sie das Porträt eines Mannes aus Ghana hervor. Er habe erst nicht gewollt, sagt die Künstlerin, die ihn auch schon vorher gut kannte: »Irgendwann schwanden die Hemmschwellen und heute freut er sich über das Bild.« Die Ausstellung ist bis zum 31. August im Rathaus zu sehen.

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