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Fr., 11.08.2017

Zwei Herforder retten »Urmel« – Tierheimleiterin bemüht sich um neues Zuhause Tierquäler schneidet Kater die Ohren ab

Kater Urmel, wie ihn die Tierschützer nennen, ist nun im Tierheim Bünde in Sicherheit. »Er ist ein lieber Kerl trotz allem, was ihm passiert ist«, sagt Kathrin Sander, Leiterin des Tierheims.

Kater Urmel, wie ihn die Tierschützer nennen, ist nun im Tierheim Bünde in Sicherheit. »Er ist ein lieber Kerl trotz allem, was ihm passiert ist«, sagt Kathrin Sander, Leiterin des Tierheims. Foto: Kathrin Weege

Von Kathrin Weege

Herford (WB). »Wer tut einer Katze so etwas Grausames an?« Kathrin Sander streichelt dem roten Kater über das Fell. Er schnurrt leise. Tierquäler haben ihm beide Ohren abgeschnitten. Die Leiterin des Bünder Tierheims kümmert sich jetzt um den Kater, den zwei Herforder mit beherztem Einsatz gerettet haben.

Jan York sitzt am vergangenen Freitagabend zu Hause. Es ist schon dunkel, als plötzlich ein roter Kater vor seiner Tür steht und erbärmlich mauzt. »Zuerst dachte ich mir nichts dabei, dann aber bemerkte ich, dass ihm beide Ohren fehlen«, sagt der Herforder, der in der Brunnenstraße wohnt. Die Ohren sind bis zum Gehörgang abgeschnitten, die Wunden schon leicht verkrustet. Kurzerhand bringt York seinen Schäferhund in ein anderes Zimmer, holt den verletzten Kater ins Haus und stellt ihm etwas zum Fressen und Trinken hin.

Sofort macht der sich gierig über das Futter her. »Ich hatte an dem Abend kein Auto und wusste nicht, was ich nun tun soll. Ich machte ein Foto von der Katze, stellte es bei Facebook in eine Herforder Gruppe ein und bat um Hilfe«, erzählt der Retter. Was folgt, ist eine Welle von mehr als 150 Kommentaren. York bekommt etliche Tipps.

Herforderin hilft mitten in der Nacht

Maike Drescher ist eine von denen, die den Post verfolgen. Ihr reicht die Unterstützung mit Tipps nicht aus. Sofort bietet die Herforderin, die selber fünf Katzen besitzt, ihre Hilfe an. Noch in der Nacht packt sie eine ihrer Transportboxen ein und fährt zu Jan York. Unterwegs verständigt sie eine Bielefelder Tierklinik, in die sie den verletzten Kater schließlich bringt. »Obwohl ihm so Schreckliches widerfahren ist, ist er ganz lieb und anschmiegsam«, sagt die 47-Jährige.

In der Tierklinik stellen die Ärzte fest, dass dem roten Kater, dem das Tierheimteam den Namen Urmel gegeben hat, die Verletzung mutwillig zugefügt wurde und zu dem Zeitpunkt etwa vier bis fünf Tage alt war. Er wird behandelt, die Wunden versorgt und bekommt Antibiotika.

Kater im Bünder Tierheim

Der Tierschutzverein Herford nimmt sich der Katze an. Sie kommt ins Bünder Tierheim. Kathrin Sander: »Die Ärzte haben eindeutig festgestellt, dass die Wunden nicht von einem Kampf unter Katern herrühren können.« Katzen aus südländischen Regionen müssten aufgrund von Krankheiten manchmal die Ohren amputiert werden. Die Verletzungen bei Urmel aber könnten nicht von einem chirurgischen Eingriff stammen, das haben die Mediziner ihr versichert. Die 50-Jährige vermutet, dass dem Kater die Ohren abgetrennt wurden, damit niemand mehr die Tätowierung in ihnen lesen kann. Über sie können Rückschlüsse auf den Besitzer gezogen werden. Die Tierheimleiterin machen solche Vorfälle sehr traurig: »Unfassbar, wozu Menschen in der Lage sind.«

Im Tierheim ist der Kater nun in Sicherheit. Der offene Gehörgang, der nicht mehr vom Fell geschützt ist, könnte dem Kater möglicherweise künftig Probleme bereiten. »Es ist aber vor allem eine optische Beeinträchtigung. Wir sind sicher, dass wir den kleinen Kerl, den ich auf mittleres Alter schätze, schnell vermitteln können«, meint Sander. Die Geschichte von Urmel werde viele berühren, da ist sie sich sicher.

Vermittlung in einigen Wochen

Wer sich für den Kater interessiert, kann sich an den Tierschutzverein Herford wenden. Er ist erreichbar unter der Telefonnummer 05223/689576 (Dienstag und Freitag von 15.30 bis 17.30 Uhr). Der Kater wird allerdings erst in einigen Wochen abgegeben, wenn seine Wunden verheilt sind und er geimpft ist.

Wer etwas beobachtet hat oder Angaben zum Kater oder dessen Besitzer machen kann, kann sich an die Polizei in Herford wenden (Telefon 05221/8880). Pressesprecher Steven Haydon: »Das ist Tierquälerei, ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und somit eine Straftat.«

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