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Mo., 25.09.2017

Wahlkreis Herford/Minden-Lübbecke II: Vlothoer erzielt knappe Mehrheit vor Tim Ostermann (CDU) Stefan Schwartze (SPD) holt erneut das Direktmandat

Tim Ostermann (CDU, rechts) gratuliert Wahlsieger Stefan Schwartze (SPD) zum Direktmandat.

Tim Ostermann (CDU, rechts) gratuliert Wahlsieger Stefan Schwartze (SPD) zum Direktmandat. Foto: Jürgen Gebhard

Von Ralf Meistes, Peter Schelberg und Jürgen Gebhard

Herford (WB). Spannendes Finale im Ringen um das Direktmandat im Wahlkreis 133 Herford/Minden-Lübbecke II – erst gegen 22.14 Uhr stand das Ergebnis fest: Stefan Schwartze (SPD) wird als direkt gewählter Abgeordneter in Berlin weiterarbeiten. Sein Gegenkandidat Dr. Tim Ostermann (CDU) fehlten am Ende 1705 Stimmen. Über den Listenplatz 17 schaffte er den Einzug ins Parlament auch nicht.

Mit Spannung verfolgten viele Zuschauer die Auszählung der Stimmen auf den großen Monitoren im Kreishaus. Wie schon bei der Bundestagswahl 2013 lieferten sich die beiden Spitzenkandidaten von CDU und SPD auch diesmal wieder ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Diesmal war allerdings der Vorsprung Schwartzes unterm Strich geringfügig größer (2013: 764 Stimmen).

Die SPD in der Opposition schmerzt Schwartze nicht

Stefan Schwartze kommentierte seinen Wahlsieg (36,8 Prozent) mit den Worten: »Das ist der größte Vorsprung, den ich jemals hatte. Ich bin heute morgen mit einem guten Gefühl aufgewacht und ich bin mit mir im Reinen, was den Wahlkampf betrifft. Ich bin auch froh, dass wir der Großen Koalition eine klare Absage erteilt haben. Diese GroKo ist uns nicht gut bekommen. Unsere Erfolge in der Regierung sind nicht richtig rübergekommen. Wir müssen als SPD jetzt auf Bundesebene ehrlich mit uns ins Gericht gehen – es ist uns nicht wirklich gelungen, uns von der Kanzlerin abzugrenzen während der Regierungsarbeit.«

Die SPD in der Opposition schmerze ihn nicht: »Schmerzhaft ist das Ergebnis der Wahl. Es ist das erste Mal, dass eine Partei mit Rechtspopulisten und Rechtsextremen in den Bundestag eingezogen ist. Da mache ich mir Sorgen um die Demokratie. Als Sozialdemokrat kann man sich an einem solchen Tag nicht freuen.«

Ostermann sieht Abschneiden der CDU als herbe Enttäuschung

Knapp an der Direktwahl vorbeigerutscht ist erneut Tim Ostermann: Der 38-jährige Jurist aus Löhne kam auf 35,7 Prozent der Stimmen. Als herbe Enttäuschung bezeichnete Ostermann das Abschneiden der CDU auf Bundesebene: »Es ist das schlechteste Ergebnis seit 1949.« Nun müsse es darum gehen, die Wähler von der AfD zurückzugewinnen.

Ostermann zeigte sich als fairer Verlierer und gratulierte Stefan Schwartze kurz vor 22 Uhr persönlich zu dessen Erfolg: »Ich wünsche ihm, dass er den Kreis Herford gut im Bundfestag vertritt.« Zur möglichen Regierungsbildung sagte er: »Ich finde es nicht gut, dass die SPD auf Bundesebene sofort eine Große Koalition ausgeschlossen hat.«

Jubel bei der FDP

Jubel gab es bei der FDP, die mit 11,5 Prozent bei den Zweitstimmen noch über den eigenen Erwartungen lag, wie Kreisvorsitzender Stephen Paul sagte. Die Liberalen seien nun offen für Gespräche über eine Regierungsbeteiligung: »Allerdings nicht als Protestpartei, sondern als gestaltende Partei. Wir müssen uns mit unseren Positionen in einer Regierungskoalition wiederfinden.«

Herbert Even (Die Grünen): »Wir liegen bei den Zweitstimmen unter dem Bundesdurchschnitt. Das ist für unseren Wahlkreis allerdings nicht unüblich. Unsere Wähler haben eher dem SPD-Kandidaten ihre Erststimmen gegeben. Mit den neun Prozent auf Bundesebene können wir gut leben.«

Lesen Sie mehr am Montag, 24. September, im WESTFALEN-BLATT, Ausgaben Herford, Bünde, Vlotho, Bad Oeynhausen/Löhne und Enger/Spenge

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