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Do., 07.12.2017

Am Linnenbauerplatz in Herford: Leiterin Petra Beck spricht über Veränderungen Auf dem Weg zur Wohlfühl-Bibliothek

Stadtbibliotheks-Leiterin Petra Beck im Erdgeschoss, in dem der Aufenthaltsbereich ausgeweitet wird.

Stadtbibliotheks-Leiterin Petra Beck im Erdgeschoss, in dem der Aufenthaltsbereich ausgeweitet wird. Foto: Hartmut Horstmann

Von Hartmut Horstmann

Herford (WB). Der Trend geht zur Wohlfühl-Bibliothek. Weil die Besucher der Einrichtung am Linnenbauerplatz nicht nur Medien ausleihen wollen, sondern auch die Aufenthaltsqualität des Ortes schätzen, soll die Fläche dafür ausgeweitet werden. Veränderungen gibt es auch bei der Ausleihe.

Tourist-Info zieht um

Eine Liste mit Projekten und Visionen hat Stadtbibliotheks-Leiterin Petra Beck dem Kulturbeirat vorgestellt. Eine Veränderung, was die Fläche angeht, ergibt sich Ende kommenden Jahres, wenn die Tourist-Info in die Markthalle umzieht. Dann werde das Erdgeschoss neu geplant, sagt Petra Beck. Dabei denkt sie auch an die Besucher, die die Bibliothek zum Zeitungslesen nutzen, ohne Kaffee trinken zu wollen. Denn die Tendenz zeichne sich auch in anderen Häusern ab: »Die Bibliothek wird zunehmend als attraktiver Begegnungs-, Lern- und Aufenthaltsort genutzt.«

Neue Verbuchungstechnik

Erhalten bleiben im Erdgeschoss das Café, die Beratung und die Theaterkasse. Über die genaue Aufteilung ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Was auf jeden Fall hinzukommt, ist das, was die stellvertretende Leiterin Sabine als »unsere intelligenten Regale« bezeichnet. Diese Regale haben mit der neuen Verbuchungstechnik namens RFID (radio-frequency identification) zu tun. An die Stelle von Barcode und Scanner treten Radiowellen, mit denen die Medien identifiziert werden. Um die bevorstehenden Veränderungen zu verdeutlichen, beschreibt Petra Beck den Jetzt-Zustand: »Derzeit ist es so, dass die Mitarbeiter jedes zurückgebrachte Buch einzeln einlesen.«

In einem ersten Schritt der Umstellung bis zum März soll die Stapelverbuchung möglich sein – die gleichzeitige Erfassung mehrerer Medien über eine Radiofrequenz.

80.000 Medien neu etikettieren

Dann folgt zum Ende des Jahres die Selbstverbuchung. Die Nutzer leihen die Bücher selbst aus – was laut Beck in puncto Schwierigkeitsgrad vergleichbar ist mit dem Geldabheben an einem EC-Automaten. Bringen die Nutzer die Medien zurück, stellen sie sie in besagte »intelligente Regale«, wo sie mit der neuen Technik sofort registriert werden. Bis es soweit ist, muss aber noch mancher Tropfen Schweiß vergossen werden. Etwa 80.000 Medien gilt es einzulesen.

Eine Ausweitung der Fläche strebt die Bibliothek auch für die Abteilung mit den audiovisuellen Medien an – hierzu zählen CDs, DVDs und Hörbücher. Die Situation sei derzeit so beengt, dass die Medien nicht übersichtlich präsentiert werden können.

Große Kundenzufriedenheit

Dass die Bibliothek auf dem richtigen Weg ist, erfuhr Petra Beck durch eine Kundenumfrage. Die Zufriedenheit sei groß, sagt sie. Bemerkbar mache sich die Erhöhung des Medienetats von 70.000 auf 100.000 Euro: »So können wir aktueller sein.« Deutliche Steigerungen gebe es bei der Sachbuch-Ausleihe.

Auch für den Kinder- und Jugendbereich hat Petra Beck viele Pläne – Stichwort Aufenthaltsqualität. Dass zukünftig mehr Zeit für Beratung und Betreuung da sein wird, steht für sie außer Frage: »Durch die Selbstverbuchung werden neue Kapazitäten frei.«

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