Mi., 03.01.2018

Weihnachtsmarkt-Besucher richten bei Piccoli in Herford 5000 Euro Schaden an Café-Toiletten mutwillig zerstört

»Liebe Nicht-Gäste: Für die Benutzung der Toilette erheben wir eine Gebühr von 1 Euro«, steht auf einem Schild vor dem Damenklo. Im Trubel der Weihnachtszeit ist dies allerdings schwer zu kontrollieren.

»Liebe Nicht-Gäste: Für die Benutzung der Toilette erheben wir eine Gebühr von 1 Euro«, steht auf einem Schild vor dem Damenklo. Im Trubel der Weihnachtszeit ist dies allerdings schwer zu kontrollieren. Foto: Moritz Winde

Von Moritz Winde

Herford (WB). Piccoli-Chef Adries Rahim ist fassungslos: Wer hat sich auf seinen Toiletten nur derart daneben benommen? Die Schadens-Bilanz ist lang: ein Loch im Rigips, eine kaputte Tür, eine herausgebrochene Abtrennung, ein gestohlener Klodeckel und sogar Fäkalien an den Wänden.

Betreiber bleibt auf Schaden sitzen

»Ich frage mich, was diese mutwillige Zerstörung soll? Es ist traurig, dass sich manche

Café-Chef Adries Rahim steht vor der inzwischen notdürftig reparierten Rigipswand. Foto: Moritz Winde

Leute mit Alkohol im Blut offenbar nicht im Griff haben«, sagt der Geschäftsführer des Eiscafés und Restaurants am Alten Markt. Der 31-Jährige beziffert die Reparatur- und Reinigungskosten auf 5000 Euro – eine bittere Rechnung am Ende eines einzigen Abends, auf der der Betreiber wohl sitzen bleiben wird.

Dabei wollte Adries Rahim eigentlich nett sein und – wie unter den Herforder Wirten üblich – den Besuchern des Weihnachtsmarktes die Nutzung seiner stillen Örtchen ermöglichen. Normalerweise kassieren die Piccoli-Mitarbeiter von Nicht-Gästen eine Gebühr von einem Euro pro Toilettengang. »Das haben wir in der Weihnachtszeit aber nicht mehr so eng gesehen. Zumal es ja auch schwierig ist, bei größeren Gruppen den Überblick zu bewahren«, sagt der Restaurantleiter.

Rigipswand eingeschlagen

Was sich am Abend des 22. Dezember auf den Herren- und Damenklos des Eiscafés

Kommentar

Da gestattet Gastronom Adries Rahim den Besuchern des Weihnachtsmarktes die Benutzung seiner Toiletten – und zum Dank wird ein Teil des Inventars zerstört und verdreckt. Das macht einen traurig und wütend. Dieses Verhalten ist durch nichts zu rechtfertigen. Wer beim Genuss von Alkohol derart durchdreht, sollte beim Wasser bleiben. Anstand hätte es, wenn sich die Verursacher melden, um Entschuldigung bitten und für den Schaden aufkommen würden. Das wäre das Mindeste. Aber das wird wohl leider nie passieren. Schade!

tatsächlich abgespielt hat, wird wohl nie geklärt werden können. Adries Rahim sagt: »Das Problem ist, dass unsere Toiletten im Keller sind. Von meinen Angestellten hat niemand etwas mitbekommen. Dafür ist es im Café einfach zu laut – zumal wenn so viel los ist wie in der Adventszeit.«

Was bleibt, ist das ernüchternde Ergebnis: Auf den Herrentoiletten hat jemand offenbar mit seiner Faust auf eine Rigipswand eingeschlagen. Bei den Damen wurde das Schloss einer Tür aufgebrochen, vermutlich durch Fußtritte. »Beide Male muss ein hohes Maß an Gewalt angewendet worden sein«, sagt Adries Rahim. Tür und Wand müssen nun ersetzt werden.

Toiletten bald nicht mehr öffentlich?

Um ein solch blaues Wunder nicht einen Tag später noch einmal zu erleben, wurde bei der großen Sause »Blau unterm Baum« eine Aufpasserin vor den Piccoli-Toiletten postiert. »Ich finde es schade, dass wir zu solchen Mitteln greifen müssen. Aber auf Vertrauensbasis scheint es leider nicht zu funktionieren«, sagt der Adries Rahim.

Weil eine dauerhafte Security auf Dauer aber zu teuer sei, überlegt der 31-Jährige den Toiletten-Service im nächsten Advent nicht mehr anzubieten. Das würde bedeuten, dass sich Besucher des Weihnachtsmarktes für ihr Geschäft ein anderes Geschäft suchen müssten. »Eine andere Lösung sehe ich derzeit nicht. Es tut mir für den Großteil der Leute leid. Aber einige können sich leider nicht benehmen – und wir müssen dies dann ausbaden«, sagt Adries Rahim.

Die zerstörte Tür muss ausgetauscht werden, eine neue ist bereits bestellt. Foto: Moritz Winde

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