Sa., 13.01.2018

Eckhart Klemens erlebt Kanada bei Minus 30 Grad Der Ratsherr, der aus der Kälte kam

Binnen weniger Minuten haben sich auf den Augenbrauen von SPD-Ratsherr Eckhart Klemens bei minus 30 Grad kleine Eiskristalle gebildet.

Binnen weniger Minuten haben sich auf den Augenbrauen von SPD-Ratsherr Eckhart Klemens bei minus 30 Grad kleine Eiskristalle gebildet.

Von Ralf Meistes

Herford (WB). Auf den Augenbrauen eine Eisschicht, die Nase frostig rot, der Rest des Kopfes unter Mütze und Schal verborgen. Vier Wochen lang hat SPD-Ratsherr Eckhart Klemens die Kältewelle in Kanada am eigenen Leib zu spüren gekommen.

»Ich habe mehrere Schichten Kleidung übereinander getragen und musste mein Gesicht mit meinen behandschuhten Händen vor dem eisigen Wind schützen«, berichtet der 65-Jährige.

Regelmäßig reist Klemens nach Winnipeg, die siebtgrößte Stadt Kanadas, um seinen Bruder und dessen Familie zu besuchen. 1982 ist der heute 70-jährige Bernd-Dieter Klemens nach Kanada ausgewandert.

Eine der kältesten Städte der Welt

Deshalb weiß Eckhart Klemens auch, dass Winnipeg im Winter zu den kältesten Städten der Welt zählt. Während fünf Monaten des Jahres liegen die Durchschnittstemperaturen hier unterhalb des Gefrierpunktes.

»Aber so kalt wie diesmal war es noch nie«, sagt Klemens. Minus 30 Grad sagte die Wettersprecherin im kanadischen Fernsehen. »Gefühlt waren es Minus 40 Grad«, so Klemens. Vor allem der eisige Wind machte den Menschen zu schaffen. An einigen Orten in Kanada seien Regentropfen bei dem Wind zu Eiskristallen gefroren. In den Provinzen Ontario und Québec war es zuletzt 1993 ähnlich kalt.

Silvester im Haus geblieben

Das kanadische Gesundheitsministerium sprach die Warnung aus, dass ab minus 35 Grad den Menschen binnen zehn Minuten Erfrierungen an unbedeckter Haut drohen. »Das habe ich an meiner Nase gespürt«, sagt Klemens. Bibbernde Kälte herrschte auch am Silvesterabend. »Eigentlich wollten wir in Winnipeg zum Canadian Museum of Human Rights. Dort gab es ein großes Feuerwerk. Bei Minus 35 Grad an dem Tag beschloss mein Bruder allerdings: Wir bleiben zuhause.«

Dass die bittere Kälte auch schöne Seiten hatte, zeigen die Bilder, die der Herforder aus Kanada mitgebracht hat. Ein Schnappschuss zeigt Kinder, die auf einem zugefrorenen Fluss Eishockey spielen. Die tiefen Temperaturen und der viele Schnee hätten in der Natur kleine Kunstwerke aus Eis geschaffen.

Ein Bild zeigt Bernd-Dieter Klemens, wie er über den zugefrorenen Winnipegsee läuft. »Und auch in der Innenstadt hat man Brunnen zunächst laufen lassen und die haben dann interessante Eisskulpturen produziert. Das waren schon faszinierende Eindrücke«, schwärmt Eckhart Klemens.

Bei minus 20 Grad noch bauchfreie Pullover

Überhaupt, so der SPD-Ratsherr, gingen die Kanadier mit der extremen Kälte relativ gelassen um. »Da laufen Teenies bei Minus 20 Grad mit einem bauchfreien Pullover rum. Allerdings nur die kurze Strecke zwischen Auto und Supermarkt.« Nur eines bereitet die Einwohnern derzeit Sorge: »Durch die lange Frostperiode platzen jetzt auch die Leitungen, die tief in der Erde liegen«, berichtet Eckhart Klemens.

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