Fr., 09.02.2018

Um den Bedarf bis 2019 zu decken, müsste die Stadt bis zu sechs Kindergärten bauen Herford fehlen 300 Kita-Plätze

Gute Stimmung in der Kita: In der Eichenstraße betreibt das DRK bislang zwei Übergangsgruppen mit 30 Kindern. Wenn die neue Kindertagesstätte »Kunterbunt« nebenan fertig ist, wird auch Fachkraft Aleksandra Korecki-Gruszka mit den Kindern umziehen.

Gute Stimmung in der Kita: In der Eichenstraße betreibt das DRK bislang zwei Übergangsgruppen mit 30 Kindern. Wenn die neue Kindertagesstätte »Kunterbunt« nebenan fertig ist, wird auch Fachkraft Aleksandra Korecki-Gruszka mit den Kindern umziehen. Foto: Moritz Winde

Von Peter Schelberg

Herford (WB). In Herford fehlen Kita-Plätze – und zwar deutlich mehr, als bislang von der Verwaltung kalkuliert. Bis zum Kindergartenjahr 2019/20 müssen nach der aktualisierten Bedarfsberechnung noch zusätzliche 180 Plätze durch Kita-Neubauten geschaffen werden. Mit der Ausbauplanung befasst sich am Montag, 12. Februar, der Jugendhilfeausschuss.

Rechnet man die bereits konkret geplanten, bislang aber noch nicht realisierten Kita-Neubauten »Eichenstraße« und in der Straße »An der None« hinzu, erhöht sich der Fehlbedarf im Herforder Stadtgebiet sogar auf etwa 300 Plätze.

Beigeordnete Birgit Froese-Kindermann nennt Gründe: »Herford ist Zuzugsstadt, in der junge Familien mit Kindern wohnen wollen.« Zudem habe die Ausbauplanung aufgrund der Bevölkerungsprognose der Deenst-Studie zur Stadtentwicklung und aufgrund der aktuellen Geburtenzahlen angepasst werden müssen.

Verwaltung steht unter Zeitdruck

Die Verwaltung steht unter Zeitdruck: Der Rat hatte 2016 die Schaffung von 150 Kita-Plätzen beschlossen und im Februar 2017 einen Nachschlag von weiteren 120 Plätzen bewilligt. Um dieses Ziel von zusätzlichen 270 Plätzen zu erreichen, fehlen allerdings bereits nach der bisherigen Ausbauplanung Kita-Kapazitäten für 70 Plätze. Hinzu kommt bis zum Kindergartenjahr 2019/20 ein weiterer Bedarf von 50 Plätzen, weil aktuelle Hochrechnungen von mehr Anmeldungen als bislang erwartet ausgehen.

Und schließlich wird durch die Reduzierung von Überbelegungen nach Angaben der Beigeordneten noch ein zusätzlicher Bedarf von 60 Plätzen entstehen. Die Folge: Bis 2019/20 muss und will die Verwaltung durch Neubauten weiterer Kitas insgesamt mindestens 180 Plätze bereitstellen.

Zwei Kitas beschlossen, aber noch nicht gebaut

Seit längerem steht der Ratsbeschluss, dass die städtische Wohnbaugesellschaft WWS eine viergruppige Kita in der Eichenstraße und eine dreigruppige auf einem Grundstück »An der None« errichten soll. Beide Projekte sind bislang die einzigen konkret geplanten Kita-Neubauten. Um sie zu realisieren, muss die Stadttochter WWS an beiden Standorten ehemalige Briten-Immobilien von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) kaufen.

Darüber hinaus werden bis 2019/20 weitere Kita-Neubauten erforderlich sein, um den Bedarf an Kita-Plätzen bis 2020 zu decken. Deren Zahl steht noch nicht fest. Beigeordnete Birgit Froese-Kindermann schätzt sie auf »zwei bis vier«.

WWS-Geschäftsführer Magnus Kasner hofft, dass im März der Kaufvertrag für den »Hausriegel« Eichenstraße 1-7 mit der Bima besiegelt werden kann: Dort soll die neue Kita »Kunterbunt« mit 73 Plätzen entstehen. Kosten: etwa 2,1 Millionen Euro.

»Wenn der Kaufvertrag unterschrieben ist, werden wir mit dem Abriss und Neubau beginnen.« Ende 2018 könnte die Kita ihren Betrieb aufnehmen. Betreiber wird der DRK-Kreisverband Herford. Zurzeit gibt es in einer »provisorischen« Kita in Nachbargebäuden bereits zwei Übergangsgruppen, um der Nachfrage einigermaßen Rechnung zu tragen: »Wir betreuen dort 30 Kinder«, sagt DRK-Geschäftsführer Ralf Hoffmann.

Stadt sucht geeignete Standorte

Die zweite fest eingeplante Kita mit 53 Plätzen soll zeitnah am Standort »An der None« entstehen. Im Bereich der Einmündung »Am Hundebach« müssen dafür ein Wohnhaus und ein Garagenkomplex weichen. Doch auch hier ziehen sich die Verhandlungen mit der Bima in die Länge.

Eine Prognose, wann der Kaufvertrag unterschriftsreif ist, wagt Kasner nicht: »Das kann noch Monate dauern, es kann aber auch schnell gehen.« Kita-Betreiber würde wohl die AWO, die auch die nahegelegene Kita Schwarzenmoorstraße führt.

Wo und wann die zusätzlichen Kindertagesstätten gebaut werden können – mit dieser Frage befassen sich derzeit die Verantwortlichen im Bau- und Sozialdezernat und bei der WWS, die auch mit potenziellen Kita-Trägern noch zahlreiche Fragen klären müssen.

»Wir sondieren, wo es geeignete Grundstücke gibt«, sagt WWS-Geschäftsführer Kasner. Und Beigeordnete Birgit Froese-Kindermann betont: »Wir wollen auf jeden Fall eine nachhaltige und zukunftsfähige Lösung.«

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