Fr., 09.02.2018

Wilhelmsplatz: Anwohner fühlen sich nicht ausreichend beteiligt Bäume weg, Bürger verärgert

Dieser Baum ist Geschichte: Am Wilhelmsplatz fällt die Firma Baum und Garten Wächter zurzeit einige Bäume. Viele Anwohner sehen das gar nicht gerne – sie haben sich mit einem Schreiben an die Stadtverwaltung gewendet.

Dieser Baum ist Geschichte: Am Wilhelmsplatz fällt die Firma Baum und Garten Wächter zurzeit einige Bäume. Viele Anwohner sehen das gar nicht gerne – sie haben sich mit einem Schreiben an die Stadtverwaltung gewendet. Foto: Jan Gruhn

Von Jan Gruhn und Peter Schelberg

Herford (WB). Krachend fällt die Birke in die Waagerechte: Am Wilhelmsplatz haben am Mittwoch die Baumfällarbeiten für die Umbaumaßnahmen begonnen. Mit Kettensäge und Bagger rückt die Firma Wächter den hölzernen Riesen zu Leibe – zum Ärger einiger Anwohner.

»Wir sind alle erschrocken und schockiert«, sagte am Donnerstag eine Hausbesitzerin, die nicht genannt werden möchte, gegenüber dieser Zeitung. »Uns ärgert, dass die Bürger nicht beteiligt wurden«, lautet der Vorwurf der Anliegerin (das HK berichtete).

Ausbau der Achse

Was war passiert? Im Rahmen des Masterplans Innenstadt soll die Achse aus dem Stadtzentrum Richtung Marta ausgebaut werden. Dazu gehören auch der Neubau der Schillerbrücke sowie die Umgestaltung des Wilhelmsplatzes. Geplant ist, die Straße an den nördlichen Rand zu verlegen und einen mittigen Boulevard für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen. Die Bäume müssen nun erst mal zugunsten eines Parkplatzes weichen – und das ärgert eine Anwohner-Initiative.

Mit einem Schreiben hatte die sich an den Bauausschuss gewandt: Darin äußern die sieben Anwohner, die unterzeichnet haben, ihren Unmut über die Maßnahmen, zum Beispiel auch über die Einrichtung des Parkplatzes. Der Brief sei am Montag, 22. Januar, im Büro des Bürgermeisters übergeben worden. Allerdings sei er nicht, wie gefordert, in der drei Tage später stattfindenden Ausschusssitzung thematisiert worden.

»Hätte keine neuen Erkenntnisse gebracht«

Den Brief habe er vor der Sitzung per E-Mail erhalten, aber zunächst übersehen, räumte Beigeordneter Dr. Peter Böhm ein. »Er hätte aber insgesamt auch keine neuen Erkenntnisse gebracht.« Der Ausschuss habe zudem nur eine Empfehlung für den Rat abgegeben und der Rat sei rechtzeitig über den Brief informiert worden. Böhm verweist darauf, dass einige Unterzeichner in der Bauausschusssitzung waren und Fragen gestellt hätten: »Sie konnten dort ihre Einwände vortragen.«

Ausschussvorsitzender Werner Seeger (CDU) betonte, dass sich Mitglieder des Gremiums bei mehreren Ortsterminen mit Vertretern des BUND und des Landschaftsbeirats »jeden Baum angeschaut« und über die geplanten Fällungen Einigung erzielt hätten. Im Vorfeld seien die Bürger über die Maßnahmen informiert und beteiligt worden. An den Entscheidungen hätte der Brief nichts geändert, meint Seeger.

Die Baumarbeiten am Wilhelmsplatz gehen vorerst weiter. Die Durchfahrt wird am Samstag ab morgens vollständig gesperrt sein. Denn dann sollen mittels Hubwagen Äste aus einigen Bäumen geschnitten werden.

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