Fr., 09.02.2018

Herforder Studentin Liza Snow (21) gewinnt bei Wettkampf in San Francisco Weltmeisterin im Westerntanz

Stilecht in Cowboystiefeln wirbelt Liza Snow im noblen Hyatt-Hotel in San Francisco über das Parkett.

Stilecht in Cowboystiefeln wirbelt Liza Snow im noblen Hyatt-Hotel in San Francisco über das Parkett.

Von Moritz Winde

Herford (WB). Herford hat eine neue Weltmeisterin: Studentin Liza Snow hat sich bei den internationalen Line-Dance-Meisterschaften in San Francisco nach ganz oben aufs Treppchen katapultiert.

Tanzsport schon aufgegeben

Es ist der bisher größte Triumph der 21-Jährigen, die den Tanzsport zwischenzeitlich sogar schon aufgegeben hatte. »Weil ich so klein bin, hatte ich immer Schwierigkeiten, einen Tanzpartner zu finden.« Aus Frust darüber verabschiedete sie sich schweren Herzens vom Paartanz und entdeckte später Line Dance, jenen Westerntanz, der auch solo funktioniert.

Der bisher größte Moment ihrer Karriere: Liza Snow steht ganz oben auf dem WM-Treppchen.

Als die Jury ihren Namen – die junge Frau heißt tatsächlich so – nach einem nervenaufreibenden Wettkampf im Luxus-Hotel Hyatt Airport verkündete, brachen im Team Deutschland alle Dämme. »Ich stand auf der Bühne und konnte es erst gar nicht glauben. Die Zuschauer jubelten mir zu. Als ich meine Mama weinend vor Glück im Publikum gesehen habe, schossen auch mir die Tränen in die Augen«, erinnert sich Liza Snow an den besten Moment ihrer Karriere.

Perfekte Choreografie

Nicht im Traum habe sie daran geglaubt, bei ihrer ersten WM-Teilnahme sofort nach den Sternen greifen zu können. Schließlich war sie bei den Deutschen Meisterschaften »nur« Dritte geworden. Und ihre Gegnerinnen vom letzten Jahr waren bei der WM im Januar natürlich auch mit von der Partie – so wie viele weitere Top-Westerntänzerinnen aus der ganzen Welt. Neben dem Line-Dance-Mutterland USA kam die stärkste Konkurrenz vor allem aus China.

Doch Liza Snow, deren Großvater in Herford Soldat der britischen Armee war, muss eine solch eindrucksvolle Choreografie abgeliefert haben, dass die Preisrichter keine andere Wahl hatten, sie mit Gold in der Kategorie »beste Newcomerin« auszuzeichnen. »Ich habe einen Sahne-Tag erwischt. Die Posen, der Stil, der Ausdruck, die Technik – alles passte perfekt zusammen«, sagt Liza Snow, die vor noch gar nicht so langer Zeit über Umwege zum Line Dance kam.

Mit vier Jahren angefangen

Schon im zarten Kindergartenalter lernte sie die ersten Schrittfolgen – und zwar in der Tanzschule Roemkens. Beim TC Grün-Gold widmete sie sich zehn Jahre lang Latein- und Standardtänzen. Ihr Problem sei jedoch immer gewesen, einen passenden Partner zu finden, mit sie übers Parkett wirbeln konnte. »Ich bin ja nur 1,50 Meter groß. Mit 16 habe ich mit einem Zwölfjährigen getanzt. Das funktionierte aber auch nicht richtig. Wenig später habe ich meine Passion aufgegeben.«

Ein Ex-Tanzlehrer holte sie zum Bielefelder Line-Dance-Club »Linedance4all«, wo sie ihre Leidenschaft wieder voll ausleben kann – auch ohne Tanzpartner, dafür aber mit riesigem Erfolg.

Die Gymnastikgruppe der Gesundheits- und Behinderten-Sport-Gemeinschaft lässt Liza Snow hochleben. Die 21-Jährige trainiert die Senioren, die zu den größten Fans der Westerntänzerin gehören. »Sie haben sogar Geld gesammelt, um meine Reise in die USA zu unterstützen. Dafür lieben Dank.« Foto: Moritz Winde

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