Mi., 14.02.2018

Hund soll Hund bleiben Diese Hundetrainerin warnt davor, Vierbeiner zu vermenschlichen

Collie Caya (10) hört aufs Wort: Hundetrainerin Andrea »Anna« Homeier (46) weiß allerdings, dass Vierbeiner zum Problem werden können.

Collie Caya (10) hört aufs Wort: Hundetrainerin Andrea »Anna« Homeier (46) weiß allerdings, dass Vierbeiner zum Problem werden können. Foto: Jan Gruhn

Von Jan Gruhn

Herford (WB). Wenn »Bello« mehr sein soll als ein Haustier: Hundetrainerin Andrea Homeier (46) warnt Herrchen und Frauchen davor, ihre treuen Vierbeiner zu sehr »zu vermenschlichen«. Denn sonst werden die nämlich schnell zum Problem.

Homeier, die besser unter ihrem Spitzenamen »Anna« bekannt ist, kennt die schwierigen Fälle. Sie betreibt eine Hundeschule auf der Helle in Elverdissen. »Ganz schlimm ist es natürlich, wenn der eigene Hund einen nicht mehr aufs Sofa lässt und knurrt«, sagt Homeier. »Aber Dominanz-Verhalten fängt viel früher an.« Wenn Herrchen zum Beispiel das Kommando »Sitz!« zum x-ten Mal wiederholt und es den Hund einen feuchten Kehricht interessiert.

Wissen, wo der Platz im Rudel ist

Laut der 46-Jährigen wird ein Hund »erst durch den Menschen zum Problemfall.« Ein Grund dafür sei, dass viele Besitzer ihr Tier in eine gleichberechtigte Rolle heben wollen. »Je mehr ich dem Hund erlaube, desto mehr fordert er natürlich auch ein.« Wenn der Hund nicht wisse, wo sein Platz im Rudel ist, seien Unsicherheit und Frust die Folge. Manchmal, so Homeier, könne das dann auch in Aggression umschlagen.

Dass Menschen gerne mehr in ihrem Tier sehen als ein Haustier, macht Homeier am Beispiel der Hundefutterauswahl deutlich. »Ich habe neulich glutenfreies Futter gesehen«, meint die Hundetrainerin und schüttelt den Kopf. »Und bei Facebook hat eine Frau gefragt, ob sie ihren Hund vegan ernähren könnte.« Natürlich könne sie nachvollziehen, wenn Hundehalter ihren Liebling als vollwertiges Familienmitglied sähen. »Aber wenn es nicht mehr artgerecht ist, wird die Vermenschlichung zum Problem.«

»Antiautoritäre Erziehung ist nicht möglich!«

Die Grundlage für eine gute Hundeerziehung sind laut Homeier Konsequenz und eindeutige Regeln. Nur so könne eine Hund-Mensch-Beziehung entstehen, die für beide Seiten gewinnbringend ist: »Antiautoritäre Erziehung ist nicht möglich!« In ihren Übungsstunden erklärt sie den Haltern unter anderem, wie wichtig die eigene Körperhaltung ist – und dass ein Befehl wie »Platz!« nicht erst umständlich verpackt werden muss in »Jetzt mach doch mal endlich Platz.« Homeier weiß: »Das verstehen Hunde einfach nicht.«

Wer sich einen Hund anschaffen möchte, der sollte laut Homeier vorher überlegen, welche Rasse in Frage kommt: »Viele Leute suchen ihre Hunde nur nach dem Aussehen aus.« Allerdings sei zum Beispiel eine Husky für jemanden, der lieber den ganzen Tag auf der Couch verbringt, keine gute Wahl. »Wenn ich mir einen Welpen anschaffe, muss mir klar sein, dass ich 15 Jahre lang für das Tier Verantwortung trage«, betont Homeier. »Und ob ich es mir auch leisten kann.« Denn so ein Tierarztbesuch kann ganz schnell sehr teuer werden.

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