Mi., 14.02.2018

Weser statt Werre? Streit ums Bergertor-Wehr: BUND schlägt dem Kanu-Klub eine Alternative vor

Die Kanu-Sportler kämpfen derzeit darum, dass der Wasserstand der Werre nicht abgesenkt wird, um dort weiter trainieren zu können. Die Naturschützer vom BUND schlagen vor, dass der Kanu-Klub künftig auf die Weser ausweichen könnte.

Die Kanu-Sportler kämpfen derzeit darum, dass der Wasserstand der Werre nicht abgesenkt wird, um dort weiter trainieren zu können. Die Naturschützer vom BUND schlagen vor, dass der Kanu-Klub künftig auf die Weser ausweichen könnte. Foto: Jan Gruhn

Von Jan Gruhn

Herford (WB). Noch ist kein Ende in Sicht beim Streit um die Absenkung des Werre-Wehres am Bergertor. Der BUND hat am Montagabend beim Aufeinandertreffen von Gegnern und Befürwortern einen Vorschlag vorgelegt, der beim Herforder Kanu-Klub (HKK) nur Kopfschütteln ausgelöst hat.

Die Kanu-Sportler hatten an diesem Tag eine Unterschriften-Liste gegen die Absenkung an Bürgermeister Tim Kähler (SPD) überreich t. Die Naturschützer von BUND und Nabu waren zur Gegendemonstration angerückt. Im Vorfeld hatte der BUND ein vierseitiges Positionspapier veröffentlicht, in das Stellung zu »Fakten und Behauptungen zur Umgestaltung des Werre-Wehres am Bergertor« bezogen wurde.

»Wir haben unser Material hier«

Unter anderem wird vorgeschlagen, dass der Kanu-Klub seine Drachenbootfahrten auf die Weser verlegen könne. »Auch Tauchsportler, Skisportler und Kletterer können in Herford ihren Sport nicht ausüben«, argumentieren die Befürworter der Absenkung.

Für den HKK-Vorsitzenden Jens Meihöfener macht dieser Vorschlag eigenen Angaben zufolge keinen Sinn: »Wir haben unser Material hier.« Zudem würden zum Beispiel dem Nachwuchs dadurch weite Fahrwege abverlangt, die nicht ohne Auto zu bewältigen wären.

»Verfahren völlig schief gelaufen«

Ähnlich sieht das auch Dieter Gläsker, eigenen Angaben zufolge HKK-Mitglied und ehemaliger Vorsitzender des Kanu-Verbandes NRW. »Wir haben das Wasser doch vor der Haustür«, meint Gläsker. »Für mich sieht es so aus, als wenn die Stadt das Wehr unbedingt weg haben möchte.« Deswegen habe man keine ernsthaften anderen Überlegungen angestellt, lautet sein Vorwurf. Gläsker: »Das Verfahren ist von Anfang an völlig schief gelaufen.«

Außerdem holt Gläsker zum Generalschlag gegen die Renaturierungsbemühungen aus: »Wenn man die Werre verfolgt, dann ist sie an den wenigsten Punkten noch in ihrem natürlich Zustand.« Wenn man zum Beispiel über den Stadtrand hinaus nach Löhne oder Bad Oeynhausen blicke. »Dass jetzt in Herford versucht wird, auf zwei Kilometern die Welt zu retten, kann ich nicht verstehen.«

Sondersitzung im März

Die Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern scheinen sich also offenbar weiter zu verhärten. Für Ende März hat die Stadt eine Sondersitzung des Rates zum Thema angekündigt.

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