Mi., 14.02.2018

Technische Probleme verzögern Baumfällaktion am Neuen Markt Frost legt Hubsteiger lahm

Viktor Esau (links) stabilisiert die Linde, während Vormann Sergej Stapel die Motorsäge am Baumstamm ansetzt.

Viktor Esau (links) stabilisiert die Linde, während Vormann Sergej Stapel die Motorsäge am Baumstamm ansetzt. Foto: Peter Schelberg

Von Peter Schelberg

Herford (WB). Etwas wehmütig blickt Sergej Stapel nach oben: »Es ist schon irgendwie schade, dass ich jetzt Bäume fällen muss, die wir über Jahre gepflegt haben«, sagt der SWK-Vorarbeiter. Dann setzt er die Säge an. Wenig später liegen die ersten beiden Linden auf dem Boden. An der Südostseite des Neuen Marktes wurden am Mittwoch vier Bäume entfernt.

Gegen 7.30 Uhr trifft das SWK-Team mit Kleintransporter und Hubsteiger am Einsatzort ein. Um diese Uhrzeit – kurz vor Sonnenaufgang – sind nur wenige Fußgänger unterwegs. Das Thermometer zeigt 3 Grad unter Null. Und der Ausleger des Hubsteigers lässt sich nicht ausfahren, wie die Männer erstaunt feststellen: »Wahrscheinlich ist irgendetwas eingefroren«, vermutet Stapel. Er lässt das Fahrzeug aus dem Schatten in eine sonnenbeschienene Ecke des Platzes fahren: »Vielleicht taut dann die Technik wieder auf.«

Ab Juli soll der Neue Markt umgestaltet werden

Der Gefahrenbereich um die Bäume wird mit Pylonen markiert, dann machen sich Stapel und seine Kollegen Viktor Esau und Jörg Schumacher ans Werk. Acht Linden und ein Trompetenbaum müssen gefällt werden, damit der Neue Markt ab Juli umgestaltet werden kann. Im Zuge der Baumaßnahmen sind fünf Lederhülsenbäume als Ersatzpflanzung für die Linden vorgesehen.

Proteste bleiben diesmal aus

Das findet Sergej Stapel gut: »Schließlich sind Bäume im Sommer auch als Schattenspender auf einem Platz wichtig«, sagt der 50-Jährige. Bis 10.30 Uhr sind zwei weitere Linden gefällt. Gelegentlich stoppen Passanten, um sich die Arbeit der SWK-Arbeiter anzuschauen. Proteste gegen die Baumfällaktion bleiben aus, wie Stapel erfreut bemerkt. Das sei nicht selbstverständlich: »Als wir vor der Sanierung der Lübberstraße am Saturn-Markt zwei Platanen gefällt haben, sind wir sogar als Baum-Mörder beschimpft worden«, erzählt der SWK-Mann kopfschüttelnd.

SWK-Team meist zur Baumpflege im Einsatz

Dass gefällt werden müsse, komme nicht so häufig vor: »Meistens sind wir zur Baumpflege unterwegs. Dann schneiden wir beispielsweise Äste aus, damit niemand durch morsche Teile verletzt wird oder damit Lkw unter den Kronen herfahren können.«

Oliver Kleemann, Inhaber des Uhren-Geschäfts am Neuen Markt, freut sich, dass die Linden entfernt werden: »Die haben in der Innenstadt nichts zu suchen. Im Sommer klebt der Honigtau der Bäume auf den Autos und die Wurzeln werfen das Pflaster auf. Da ist schon mancher gestolpert.«

Hubsteiger verweigert den Dienst

Nach der Frühstückspause versucht das SWK-Team erneut, den von der Sonne aufgewärmten Hubsteiger wiederzubeleben – vergeblich. Vor der letzten Linde vor »Suite 1560« – sie ist gut 18 Meter hoch – müssen die Männer deshalb passen. Sie packen ihre Sachen: »Wahrscheinlich kommen wir morgen wieder.«

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