Mi., 21.02.2018

Tatort Bahnhof Herford: 43-Jähriger brutal zusammengeschlagen – 17-Jähriger in U-Haft Streitschlichter bangt um Augenlicht

Im Bereich der Bahnhofsunterführung soll der 17-Jährige den 43-Jährigen krankenhausreif geschlagen haben.

Im Bereich der Bahnhofsunterführung soll der 17-Jährige den 43-Jährigen krankenhausreif geschlagen haben. Foto: Moritz Winde

Herford (WB/pjs/mor). Unfassbar: Erneut ist es in Herford zu einer brutalen Gewalttat gekommen. Weil ein 43-jähriger Radfahrer einen Streit an der Bahnhofsunterführung schlichten wollte, hat ihn ein 17-Jähriger nach ersten Erkenntnissen zusammengeschlagen, getreten und schwer verletzt.

Haftbefehl wegen Fluchtgefahr

Der junge Mann wurde am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt. Der schickte ihn wegen Fluchtgefahr ins Gefängnis. In der Justizvollzugsanstalt Herford wartet er nun auf seine Anklage. Der Vorwurf: schwere Körperverletzung.

Was war passiert? Auslöser war, wie berichtet, nach Polizeiangaben »eine verbale Auseinandersetzung« zwischen dem 17-Jährigen und seiner 18-jährigen Freundin am Montag gegen 17.30 Uhr auf der Niederstraße in der Nähe des Bahnhofs. Als der Radfahrer, der auf die Situation aufmerksam wurde, sich laut Polizei trennend zwischen die jungen Leute stellte, attackierte ihn der 17-Jährige unvermittelt und brutal mit Schlägen und Tritten. Erst als sich weitere Zeugen einschalteten, flüchteten das streitende Paar und ein Begleiter vom Tatort.

Opfer in Spezialklinik gebracht

Das Opfer wurde mit schweren Verletzungen in eine Bielefelder Spezialklinik eingeliefert: »Es besteht die Gefahr, dass der Mann sein Augenlicht verliert oder andere bleibende Schäden davonträgt«, teilte Polizeisprecher Steven Haydon mit.

Eine Polizeistreife entdeckte den Tatverdächtigen und seine Begleiter nach Zeugenhinweisen auf der Diebrocker Straße. Die Beamten nahmen den 17-Jährigen vorläufig fest. Der Jugendliche – ein Deutscher ohne festen Wohnsitz und ohne Schulabschluss – soll wegen anderer Gewaltdelikte polizeibekannt sein und bereits etliche Vorstrafen haben. Allerdings soll er bislang noch um eine Haftstrafe herumgekommen sein. Das könnte sich nun jedoch ändern.

Anwalt: »Mein Mandant ist bestürzt«

Der Herforder Rechtsanwalt Christian Thüner hat die Verteidigung des 17-Jährigen übernommen. »Mein Mandant ist über die möglichen Auswirkungen seines Handelns bestürzt.« Bei der Vernehmung durch Amtsgerichts-Direktor Bernd Kahre habe der Beschuldigte erklärt, die Verletzungen des Mannes seien nicht beabsichtigt gewesen, sagte Thüner.

Der mutmaßliche minderjährige Schläger soll nach Informationen des WESTFALEN-BLATTES unter der Vormundschaft der Stadt Herford stehen. Die Verwaltung wollte sich mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen aber nicht äußern.

In den vergangenen Wochen ist es immer wieder zu Gewaltdelikten in der Herforder Innenstadt gekommen. Die Polizei hat daraufhin ihre Präsenz mit zivilen und uniformierten Beamten deutlich erhöht.

Die Polizei bittet mögliche Zeugen des neuesten Vorfalls, sich zu melden – und zwar unter der Telefonnummer 05221/8880.

Kommentare

Ein Deutscher

nach Ziffer 12 Richtlinie 12.1 ist in diesem Zusammenhang die Nationaliät doch nicht von Belang. Nur merkwürdig dass ich sonst so häufig von jungen Männern lese...

1 Kommentare

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