Do., 08.03.2018

Herforder Modekonzern steigert Umsatz minimal – Shops an der Küste sehr erfolgreich Bugatti behauptet sich

Führen die Herforder Bugatti-Gruppe: Markus und sein Vater Wolfgang Brinkmann (rechts), Julius und sein Vater Klaus Brinkmann.

Führen die Herforder Bugatti-Gruppe: Markus und sein Vater Wolfgang Brinkmann (rechts), Julius und sein Vater Klaus Brinkmann.

Von Oliver Horst

Herford (WB). Der eigentümergeführte Herforder Modekonzern Bugatti hat sich im schwierigen Branchenumfeld 2017 nach Kräften behauptet. Der Umsatz erhöhte sich zum Vorjahr von 225 auf 226 Millionen Euro. Der nicht genannte Überschuss, der 2016 noch bei 6,6 Millionen gelegen hatte, sei »nicht deutlich gesunken«.

»Auch trotz der schwierigen Situation in der Modeindustrie und im Modehandel können und wollen wir mit dem Erreichten aber nicht zufrieden sein«, sagt Klaus Brinkmann (65). Er führt die Gruppe in zweiter Generation gemeinsam mit seinem Bruder Wolfgang (67) sowie dessen Sohn Markus (37) und seinem Sohn Julius (34).

Vor allem in Deutschland bleibe die von Rabattschlachten geprägte Branchenlage mit sinkenden Umsätzen und Erträgen schwierig. Dagegen gebe es im Ausland – vor allem in Osteuropa und nach vielen schlechten Jahren insbesondere wieder in Russland – hoffnungsvolle Signale. 44 Prozent des Umsatzes erzielt Bugatti mit dem Export in 60 Länder. Mit Abstand wichtigster Auslandsmarkt ist Italien. Es folgen Großbritannien, Österreich und die Niederlande.

Bald 25 Filialen

Die Hauptmarke Bugatti steht für die Hälfte des Gruppenumsatzes. Die Zahl eigener Shops stieg 2017 um fünf. Die 25. Bugatti-Filiale, zehn davon in Deutschland, wird nächste Woche im niederländischen Nordseeort Sluis eröffnet. »Mit Standorten an der Küste sind wir sehr erfolgreich. Wir werden uns weiterhin auf touristische Städte konzentrieren«, sagt Klaus Brinkmann, der den Vertrieb verantwortet. Bugatti-Mode wird zudem weltweit auf 550 Flächen bei Einzelhandelspartnern angeboten, darunter 300 in Deutschland.

Gestartet ist 2017 auch die Vermarktung der Damenkollektion auf separaten Verkaufsflächen – bislang gibt es 15 in Deutschland und Österreich, in diesem Jahr sollen zehn hinzukommen. Damenmode bietet Bugatti seit 2012 an. »Das ist noch ein kleines Pflänzchen, das weiter wachsen muss«, sagt Brinkmann. »Neben dem Umsatz ist aber auch wichtig, dass wir mit der Damenmode die Attraktivität unserer Verkaufsflächen steigern.«

Gestärkt werde der eigene Onlineshop, der nur in Deutschland und Österreich liefert. Die Reichweite sei durch eine englischsprachige Version gesteigert.

Weiter gewachsen ist das Geschäft mit 14 Bugatti-Lizenzen von Schuhen bis zu Unterwäsche. Die nicht in der Bilanz enthaltenen Umsätze nennt Brinkmann nicht. Neben guten Erträgen trage dieser Bereich aber auch zur Markenbekanntheit bei.

2017 als Jahr der »Investition in die Zukunft«

Ein Umsatzplus von zwei Prozent habe Europas führender Festmodenhersteller Wilvorst in Northeim erzielt. Auch die für hochwertige Herrenmode stehende Marke Dressler (Großostheim) habe sich gut entwickelt. Die Zusammenarbeit mit Jazzmusiker Till Brönner als Werbebotschafter habe zu einer Verjüngung der Zielgruppe beigetragen. Das Thema Maßkonfektion und Individualität werde ausgebaut. Eingestellt wurde das Lizenzgeschäft mit der britischen Modemarke Daks. Und das zur Gruppe zählende Modehaus Roland in Bremen wird Ende 2018 geschlossen.

Für den Konzern sei 2017 ein Jahr gewesen, das als »Investition in die Zukunft« anzusehen sei, sagt Brinkmann. Und das im Wortsinn: Die Investitionen verdoppelten sich gegenüber dem Vorjahr nahezu auf 7,4 Millionen Euro. Schwerpunkt war das Zentrallager in Goslar, um den Fachhandelspartnern aus der gesamten Kollektion individuell zusammengestellte Warenpakete liefern zu können. »In der Logistik sind wir damit gut für die Zukunft aufgestellt«, sagt Brinkmann. Bugatti könne so flexibler auf die jeweilige Nachfragesituation reagieren.

Die Mitarbeiterzahl in der Gruppe stieg um 42 auf 1024. In Herford wuchs die Belegschaft um 12 auf 393 Beschäftigte, bei Pikeur in Werther sind es 77 Mitarbeiter.

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