Mi., 14.03.2018

IHK-Konjunkturumfrage: Fehlendes Personal trübt sonnige Aussichten Fachkräfte dringend gesucht

Gute Aussichten und ein Sorgen-Thema: Harald Grefe (IHK-Vizegeschäftsführer, von links), Vizepräsident Dr. Klaus Bockermann, Krypto-Experte Oliver Flaskämper, Arno Sturm und Bernd Beckmann (beide 3Tec) bei der Präsentation der Umfrageergebnisse.

Gute Aussichten und ein Sorgen-Thema: Harald Grefe (IHK-Vizegeschäftsführer, von links), Vizepräsident Dr. Klaus Bockermann, Krypto-Experte Oliver Flaskämper, Arno Sturm und Bernd Beckmann (beide 3Tec) bei der Präsentation der Umfrageergebnisse. Foto: Gruhn

Von Jan Gruhn

Herford (WB). Die Stimmung bei den Unternehmen des Kreises Herford bleibt gut. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld. Nur ein Sorgen-Thema bleibt.

Und das ist der Fachkräftemangel. »Personal wird händeringend gesucht«, erklärte IHK-Vizepräsident Dr. Klaus Bockermann anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse der Frühjahrsumfrage beim Software-Unternehmen 3Tec. Die Industrie brummt: lediglich 2,1 Prozent der befragten Betriebe geben an, zu weniger als 80 Prozent ausgelastet zu sein.

Etwa die Hälfte der Industrieunternehmen gibt an, künftig weiter investieren zu wollen. Die ungünstigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (»trotz Trump, trotz fehlender Bundesregierung«) hätten die Firmen zumindest im Befragungszeitraum Januar und Februar »kalt gelassen«, erklärte Bockermann. 73 Prozent beurteilten die aktuelle Geschäftslage als gut (Herbst 2017: 56 Prozent) und so gut wie kein Unternehmen als schlecht (1 Prozent).

Auch die Erwartungen blieben hoch, so Bockermann. 39 Prozent (Herbst: 46 Prozent) der Industrieunternehmen gingen von einer besseren und lediglich ein Prozent (Herbst: 4 Prozent) von einer schlechteren Geschäftslage aus. Allein der Fachkräftemangel werde von 65 Prozent als größtes Risiko der wirtschaftlichen Entwicklung gesehen.

Das sagt der Handel

Ähnlich sieht es im Groß- und Einzelhandel aus, wie IHK-Vollversammlungsmitglied und Kryptowährung-Experte Oliver Flaskämper erklärte. Die Hälfte der Befragten beurteilt die Geschäftslage im Handel insgesamt als gut, in Zukunft sei einer deutlicher Personalaufbau geplant. Fehlende Arbeitskräfte würden aber auch hier als großer Risikofaktor gesehen. Hinzu komme die Angst vor der Entwicklung der Arbeitskosten und ungünstigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.

Das sagen die Dienstleister

Die Dienstleister dürfen sich laut Flaskämper weiter über einen Boom freuen. Mehr als die Hälfte spricht von einer guten Geschäftslage, nur 4 Prozent von einer schlechten. Zwar habe es im Vergleich zur vergangenen Frühjahrsumfrage einen Knick gegeben. Aber Umsätze und Erträge würden weiter steigen. Besonders die Branchen Güterkraftverkehr, Gesundheitswesen sowie IT-Dienstleistungen und Leiharbeit litten unter dem Fachkräftemangel.

Der Vergleich

Während im IHK-Bezirk die Beschäftigungszahlen im verarbeitenden Gewerbe um 4,1 Prozentpunkte auf 161.557 gewachsen seien, habe der Kreis im vergangenen Jahr mit plus 1,6 Prozentpunkten »etwas unter dem Durchschnitt« gelegen, sagte stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer Harald Grefe. Auch der Auslandsumsatz (plus 34,8 Prozentpunkte) sei »noch nicht so dolle« (Bezirk: 38,2). Der Gesamtumsatz im Kreis: 6,3 Millionen Euro (plus 2,2 Prozentpunkte).

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