Mi., 14.03.2018

14 Entwürfe im städtebaulichen Wettbewerb – Jury favorisiert nachhaltiges Bauen Neues Wohnen im alten Kasernenviertel

Ihre Entwürfe zur Umgestaltung des Kasernengeländes Hammersmith haben die Jury überzeugt: (von links) Landschaftsarchitekt Stephan Bracht, Architekt Roland Bondzio, deren Team-Mitarbeiter Nathalie Brinckwirth, Lena Wintermann, Sebastian Damek, Andreas Wedemann und Gregor Schütze sowie Architekt Martin Behret (hinten rechts); nicht dabei waren Pavla Briksova und René Lippek.

Ihre Entwürfe zur Umgestaltung des Kasernengeländes Hammersmith haben die Jury überzeugt: (von links) Landschaftsarchitekt Stephan Bracht, Architekt Roland Bondzio, deren Team-Mitarbeiter Nathalie Brinckwirth, Lena Wintermann, Sebastian Damek, Andreas Wedemann und Gregor Schütze sowie Architekt Martin Behret (hinten rechts); nicht dabei waren Pavla Briksova und René Lippek. Foto: Moritz Winde

Von Bärbel Hillebrenner

Herford (WB). Pferdeställe werden zu Reihenhäusern und Kasernen zu hochwertigen Mehrfamilienhäusern. Ins Mannschaftsgebäude zieht ein Supermarkt ein und der Exerzierplatz wird die Dorfmitte. Dazwischen viel Grün und alter Baumbestand. Aus dem militärischen Areal der Hammersmith-Kaserne soll ein Vorzeige-Quartier werden.

Wettbewerb

Das Wettbewerbsgebiet der Hammersmith-Kaserne an der Ecke Vlothoer Straße/Schumannstraße umfasst eine Fläche von 12,7 Hektar – darauf würden 18 Fußball-felder passen. Ressourcen-schonendes Bauen und ein behutsamer Umgang mit vorhandenen Gebäuden, eine Quartiersmitte, viel Grün, eine Verbindungsachse zum angrenzenden Bildungs-campus und Einbindung der vorhandenen Wohnsiedlungen waren wichtigste Vorgaben. Entstehen soll hochwertiges Wohnen und bezahlbarer Wohnraum für alle Generationen. Einfamilien-häuser stehen neben Mehr-familienhäusern, wobei besonders die Bedarfe älterer Menschen berücksichtigt werden sollen.

14 Entwürfe wurden eingereicht. Es gibt einen ersten und zwei zweite Preise sowie drei Anerkennungen; 77.000 Euro wurden ausgelobt. Der erste Preis bildet die Grundlage für die weitere Planung. Der Entwurf wird nun der Politik vorgestellt, danach wird für die Umsetzung der Bebauungsplan geändert.

Die Entwicklung der ehemaligen britischen Militärstandorte ist für die Stadt Herford die größte Herausforderung der Zukunft. Während der Bildungscampus weiter fortschreitet, wird das nächste Projekt – die Hammersmith-Kaserne – nun mit einem »städtebaulichen und freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb« angegangen (siehe Kasten). Eine Fachjury hat die 14 Entwürfe bewertet und nun mit dem Münsteraner Architektenbüro Behet/Bondzio/Lin sowie den Landschaftsplanern SAL den ersten Preisträger ermittelt.

Die Abschottung dieses Areals soll aufgehoben werden: »Das Bild an dieser Stelle, das in Herford jeder kennt, bleibt zwar bestehen. Aber das Quartier wird geöffnet und mit der vorhandenen Umgebung verwoben«, sagte Architekt Roland Bondzio bei der Vorstellung des Siegerentwurfs. Die ehemaligen Unterkünfte und Stallungen würden eine materielle Ressource bilden und seien Identitätsträger dieses Ortes, deshalb sollen sie erhalten bleiben und mit neuen Wohnformen ergänzt werden.

»Aus den Pferdeställen werden Reihenhäuser in Hanglage und mit offenen, südlich ausgerichteten Gärten«, so der Architekt. Rad- und Fußwege würden zu Verbindungswegen zwischen den unterschiedlichen Wohnarealen; zusätzlicher Verkehr soll nicht in das Quartier hineingezogen werden.

Eine umfangreiche Entsiegelung der Asphaltfläche bildet einen weiteren Schwerpunkt: »Die Entsiegelung liegt bei deutlich über 50 Prozent«, erklärte Landschaftsarchitekt Stephan Bracht. Neue Grüngürtel, kleine Parks und der Erhalt des alten Baumbestandes bewertete die Jury deshalb überaus positiv. »Die Grünzonen werden verknüpft mit den umliegenden Grünzonen auf dem Stiftberg«, so Bracht.

Zum Mittelpunkt des alten, neuen Kasernenviertels wird der ehemalige Exerzierplatz, ein Ort der Kommunikation und der Gemeinschaft. Die Umgestaltung erfolgt zu einem Dorfplatz der Interaktion mit hohem Aufenthaltscharakter.

Jetzt geht’s an die Realisierung, sagte Bürgermeister Tim Kähler und dafür seien auch private Investoren gefordert: »Demografischer Wandel kostet Geld. Die Stadt kann das Viertel aber nicht allein entwickeln.« Das Kasernenquartier solle mit der Stadt zusammenwachsen, Altes und Neues sich qualitativ miteinander verbinden. Kähler: »Herfords Bevölkerung wächst, dafür braucht es Wohnraum.«

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