Mo., 16.04.2018

Lernen und Begegnen im Freien Ehemalige Kaserne: Bürger diskutieren über Gestaltung des Außengeländes

Den Garten des Casinos können sich die Teilnehmer gut als Veranstaltungsort für Open-Air-Kinoabende oder Ähnliches vorstellen.

Den Garten des Casinos können sich die Teilnehmer gut als Veranstaltungsort für Open-Air-Kinoabende oder Ähnliches vorstellen. Foto: Sophie Hoffmeier

Von Sophie Hoffmeier

Herford (WB). Ein großes Areal und viele Ideen – vor dieser Herausforderung steht nun die Stadtentwicklungsgesellschaft Hansestadt Herford. Der Bürgerdialog »Auf die Flächen, fertig, grün!« hat am Samstag viele Anregungen für die Freianlagen des Bildungscampus hervorgebracht.

Als ein wichtiges Anliegen der Anwesenden stellte sich die Öffnung des Geländes heraus. »Das muss freier werden«, sagte Anwohner Wolfgang Adam mit Blick auf den Zaun, der rings um die ehemalige Wentworth-Kaserne verläuft. Dass es sich bei dieser Angelegenheit um eine Gratwanderung handelt, wurde allerdings ebenfalls klar. Die Erhaltung der Privatsphäre der Anwohner bildet nämlich die andere Seite der Medaille.

»Das würde die Aufenthaltsqualität mindern«

Außerdem machten sich einige Sorgen, dass es zu einem unkontrollierten Durchlaufen der Anlage wegen zu vieler Zugangswege kommen könne. »Das würde die Aufenthaltsqualität mindern«, stimmte Stadtplanerin Sarah Liebing-Rath den Einwänden zu.

Auf ihrer Tour durch das Gelände durften die Teilnehmer Blumen an die Stelle setzen, wo sie es grüner haben wollen. Ein Vorschlag, der im Plenum erarbeitet wurde, war die Anpflanzung von Rankpflanzen. Außerdem kam die Einrichtung einer Finnbahn ins Gespräch. »Ich sehe hier großes Potenzial. Auch Schulen könnten diesen Rundlauf nutzen. Es wird doch heute viel zu viel gesessen«, sagte Anwohnerin Annegret Johannsmann.

Überbleibsel der Briten als Erinnerung

Genauso wie einige andere Teilnehmer spricht sie sich außerdem für die Erhaltung des Sendemastes aus: »Von ihm ging der erste englische Musikfunk aus, den viele gehört haben. Das war schon etwas Besonderes.« Künftig könnte er, den Dialogteilnehmern zufolge, für das Studentenradio genutzt werden.

Die Stadtentwicklungsgesellschaft schlug vor, Überbleibsel der Briten als Erinnerung auf dem Gelände auftauchen zu lassen. Denkbar wäre in diesem Zusammenhang, eine Geschichtstour mit verschiedenen Anlaufstellen anzubieten. Der Vorschlag stieß auf offene Ohren. Die Benennung der Straßen soll durch Wissenschaftler mit britischem Hintergrund inspiriert werden.

Seminarraum unter freiem Himmel

Eine weitere Gestaltungsmöglichkeit sei Liebing-Rath zufolge die Einrichtung eines Freiluftseminarraums: »Wir wollen einen lebendigen Ort des Lernens und des Begegnens schaffen. Die Kreativität soll sich im Außenraum widerspiegeln.« Dialogteilnehmer Johannes Ridderbusch konnte dem nur zustimmen: »Es ist eine tolle Gelegenheit, um junge, kreative Leute herzuholen. Deshalb sollte das Konzept ihnen angepasst sein.«

Die Ideen der Teilnehmer für die zukünftige Gestaltung werden nun den Ausschreibungsunterlagen eines freiraumplanerischen Wettbewerbs beigefügt. »2019/2020 sollen die ersten Grünanlagen fertiggestellt werden«, berichtete Norbert Landshut, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft.

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