Di., 17.04.2018

Stadtwerke wollen den Betrieb des Elverdisser Freibads einschränken Müssen die Frühschwimmer bald draußen bleiben?

Das Gitter soll ab jetzt länger unten bleiben: Hans-Ulrich Hart und Bettina Bredenkötter vom Freibadverein sind damit ganz und gar nicht einverstanden.

Das Gitter soll ab jetzt länger unten bleiben: Hans-Ulrich Hart und Bettina Bredenkötter vom Freibadverein sind damit ganz und gar nicht einverstanden. Foto: Jan Gruhn

Von Jan Gruhn

Herford (WB). Kurz nach dem Aufwachen eine Runde durchs Wasser drehen? Die Frühschwimmer im Freibad Elverdissen müssen künftig wohl darauf verzichten. Die Stadtwerke schränken offenbar die Öffnungszeiten ein.

Bettina Bredenkötter kann es immer noch nicht fassen. »Uns wurde in einem Gespräch mitgeteilt, dass die bisherigen Öffnungszeiten nicht mehr gelten sollen«, erklärt die Vorsitzende des Elverdisser Freibadvereins. Der Grund: Die Stadtwerke hätten nicht mehr genug Personal, um den Badebetrieb in diesem Umfang aufrechterhalten zu können.

»Die kommen regelmäßig, egal wie das Wetter ist«

Das werde vor allem die Frühschwimmer treffen: Ihre Zeiten von 6 bis 8 Uhr, bislang zwei Mal in der Woche, sollen laut Bredenkötter ganz wegfallen. Durchschnittlich starten etwa 25 Wassersportler ihren Tag im Elverdisser Nass. »Und die kommen regelmäßig, egal wie das Wetter ist«, sagt Bredenkötter.

Außerdem solle die Freibadkasse außerhalb der Ferien und unter der Woche erst um 14 Uhr öffnen, statt wie bisher eine Stunde früher. Samstags und sonntags soll’s ab 12 Uhr losgehen. In den Sommerferien sollen Schwimmer laut Breden­kötter an Wochentagen erst ab 13 Uhr ins Bad kommen, zwei Stunden später als üblich.

»Die Stadtwerke wollen den Betrieb in einer Schicht abdecken können«, erklärt Bredenkötter. Bei allem Verständnis für die dünne Personaldecke: »Das entsetzt uns schon ein wenig.« Sie könne verstehen, wenn einige Freibad-Fans sich fragen: »Wenn die Schwimmzeiten so eingeschränkt werden: Warum kaufe ich mir eine Dauerkarte?« In der vergangenen Saison haben laut der Vereinsvorsitzenden 34.265 Besucher den Weg ins Elverdisser Wasser gefunden. »Das war allerdings auch kein gutes Jahr.« 2016 seien es etwa 3000 mehr gewesen, 2015 sogar knapp 5000 mehr.

Neuen Öffnungszeiten stehen schon auf der Homepage

Die Geschäftsführung der Stadtwerke wollte sich am Montag nicht dazu äußern. Zwar bestätigte Bäderbetriebsleiter Markus Diering, dass es ein Gespräch mit den Verantwortlichen des Freibadvereins gegeben habe. Allerdings beträfen die Änderungen nicht nur Elverdissen. Sowohl Diering als auch Stadtwerke-Geschäftsführer Oliver Daun verwiesen auf eine Pressekonferenz zu diesem Thema, die am Mittwochmittag Im kleinen Felde stattfinden soll. Allerdings waren die neuen Zeiten am Montag schon der entsprechenden Homepage zu entnehmen.

Dass es immer schwieriger wird, Fachangestellte für das Bäderwesen zu finden, weiß auch Peter Harzheim. »Die Situation ist mehr als bescheiden«, meint der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister mit Sitz in Wesseling. Schätzungsweise fehlten bundesweit etwa 2500 Fachkräfte, sagt Harzheim. Das liege unter anderem am schlechten Image, das die Öffentlichkeit vom »Bademeister« habe. »Der steht ja nur am Beckenrand und macht nichts, heißt es immer.«

Verbandschef: Kommunale Betriebe bilden zu wenig aus

Dabei sei der Beruf so vielfältig: Der Schwimmmeister sei Chemiker und Physiker, Arzt und Ersthelfer, Tröster und Aufpasser. Im öffentlichen Dienst sei die Bezahlung sogar mit der eines Handwerksgesellen vergleichbar, erklärt Harzheim. Eine weitere Wurzel des Personalmangels ist laut dem Verbandschef, dass kommunale Betriebe aus Kostengründen zu wenig Nachwuchs ausbildeten

Erst vor einigen Wochen hatte es eine laute Debatte um ein zweites Hallenbad gegeben, angestoßen durch eine Facebook-Gruppe. Dort war es um moderatere Eintrittspreise und erweiterte Schwimmzeiten gegangen. Diese Diskussion dürfte mit Blick aufs Elverdisser Bad eine neue Dynamik bekommen.

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