Di., 17.04.2018

Wie in Herford: Kinder in Kampfanzügen gedenken Gefallener – Stadt schaltet Jugendamt ein Moschee-Skandal auch in Wien

Das Wiener Stadtmagazin »Falter« berichtet auf seiner Facebook-Seite über den Vorfall, ebenso der Sender ORF.

Das Wiener Stadtmagazin »Falter« berichtet auf seiner Facebook-Seite über den Vorfall, ebenso der Sender ORF.

Wien/Herford (WB/bex). In einer Moschee marschierende Kinder in Kampfanzügen sorgen jetzt auch in Österreich für Empörung: Bilder aus einer Wiener Moschee, betrieben von der Atib, dem Pendant zu Ditib in Deutschland, zeigen die martialischen Feierlichkeiten anlässlich des Gedenkens an die Schlacht von Gallipoli im Ersten Weltkrieg.

Auch kleine Mädchen in Kopftüchern sind darauf zu sehen. Sie alle posieren vor der türkischen Flagge. Laut Medienberichten würden in Fotokommentaren auf Facebook die »Märtyrer« von damals gefeiert. (Hier geht es zum ORF-Bericht.)

Ähnlichkeit zu Herforder Fall

Ähnlich wie in Herford distanzierte sich die Gemeindeleitung der Atib nach Bekanntwerden der Fotos: Man habe schon lange vor den ersten Medienberichten Konsequenzen gezogen, heißt es in einer veröffentlichten Stellungnahme. »Gleichzeitig wurde der dafür verantwortliche Obmann des Mitgliedsvereines zum Rücktritt veranlasst«, schreibt die Atib-Union.

Die gleiche Konsequenz hatte nach eigenem Bekunden die Ditib im Herforder Fall erwirkt. Atib erwarte von allen Mitgliedsvereinen und Mitgliedern eine besondere Sensibilität und vorbildhaftes Verhalten bei der Vermittlung von Werten und im Auftreten in der Öffentlichkeit. »Diese Entgleisung ist nicht mit der Linie von Atib in Einklang zu bringen.«

Der Wiener Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) sagte Radio Wien, dass er das Amt für Jugend und Familie angewiesen habe, die »jugendgefährdenden Umtriebe« zu untersuchen.

Wie »Buzzfeed« berichtet, sollen auch in Mönchengladbach Aufnahmen von Kindern in Soldatenuniformen entstanden sein. Mit der Zentralmoschee in Mönchengladbach soll eine der größeren Ditib-Gemeinden Deutschlands das gleiche Schauspiel aufgeführt haben – offenbar unter Leitung des örtlichen Imams.

Strafanzeige gestellt

Im Herforder Fall haben indes mehrere Eltern der in dem Video gezeigten Kinder Strafanzeigen wegen der Aufzeichnung und Weitergabe der Bilder gestellt.

 

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