Mi., 16.05.2018

Kunst im öffentlichen Raum – Ansprechpartner gesucht Auf der Suche nach einer klaren Linie

Graffiti gehören zur Kunst im öffentlichen Raum. Mit dem Thema beschäftigt sich der Kulturbeirat, der eine Kunstkommission auf den Weg bringen will.

Graffiti gehören zur Kunst im öffentlichen Raum. Mit dem Thema beschäftigt sich der Kulturbeirat, der eine Kunstkommission auf den Weg bringen will. Foto: Hartmut Horstmann

Von Hartmut Horstmann

Herford (WB). Wer bestimmt in Herford, welche Kunst im öffentlichen Raum gezeigt platziert werden darf? Unzufrieden mit der derzeitigen Unübersichtlichkeit ist der Kulturbeirat, der eine Kunstkommission unter Leitung des Marta auf den Weg gebracht hat.

Niemandem auf die Füße treten

Doch vor deren geplanter Sitzung am 28. Mai stellte Marta-Chef Roland Nachtigäller die Frage, was er denn den einzuladenden Fachleuten hinsichtlich ihrer Befugnis sagen solle: »Bisher war ich davon ausgegangen, dass die Kommission entscheidet, welche Kunst im öffentlichen Raum entsteht.« Doch dann sehe er Aktivitäten wie die des Innenstadtvereins, die unabhängig von Kulturbeirat und Kunstkommission stattfänden.

Als Beispiele nannte Nachtigäller die Lichtinstallation am Steintor und die Bemalung von Trafokästen. Dabei legt er Wert auf die Feststellung, dass er mit diesem Vorstoß niemandem auf die Füße treten wolle. Es sei toll, wenn viele Menschen etwas machten, aber es gehe darum, feste Ansprechpartner zu haben.

Bollmann fordert Leitbild

Auf besonders aufmerksame Ohren stieß er mit diesem Wunsch bei dem Sozialdemokraten Jürgen Bollmann. Der sprach von einem »Wildwuchs in der Stadtverwaltung« und forderte für die Entwicklung der Kunst im öffentlichen Raum ein Leitbild. In ein ähnliches Horn stieß Claudio Vendramin (Grüne): »Wenn jeder machen kann, was er will, brauchen wir die Kunstkommission nicht.«

Zur Sprache kam auch das Wirken des Beirates für Stadtbildpflege, der sich ebenfalls mit der Stadtverschönerung beschäftige. Allerdings fielen die Urteile über die Kompetenz des Gremiums skeptisch aus. So verwies Vendramin auf die beteiligten Architekten und sagte: »Architekten sind immer verhinderte Künstler.«

Verschiedene Gruppen an einen Tisch

Den behaupteten »Wildwuchs in der Stadtverwaltung« wollte Petra Stender von der Stadt Herford so nicht stehen lassen. Dies sei auch eine Frage der Kommunikation, betonte sie. Der Kulturbeirat kam überein, für den 28. Mai keine Expertenrunde ins Marta zu holen, sondern für einen Austausch der verschiedenen Gruppen zu sorgen, die mit Kunst im öffentlichen Raum zu tun haben.

Zu den Namen, die während der Diskussion immer wieder genannt wurden, zählt der Mathias Polsters. Der Stadtführer ist für den Innenstadtverein sehr kunstaktiv und befürwortet die auf Gemeinsamkeit zielende Initiative aus dem Kulturbeirat. Ob er sich von einer Kommission jedoch Vorschriften machen lassen wird, steht auf einem anderen Blatt. Er sagt: »Um Genehmigungen für Kunst im öffentlichen Raum zu bekommen, muss man sich an die Eigentümer wenden.« Hierzu könnten Hausbesitzer zählen, die Stadt oder auch die Behörde Straßen NRW: »Mit denen muss die Kunst abgestimmt werden.«

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