Do., 17.05.2018

Klempnauer und Klemens betonen Schnittmenge – FDP wird zur Fraktion – mit Video So begründet Eckhart Klemens seinen Wechsel zur FDP

Eckhart Klemens (links) ist zur FDP gewechselt. Dadurch können die Liberalen nun eine Zwei-Mann-Fraktion im Stadtrat stellen. Der frisch gebackene Fraktionsvorsitzende Günther Klempnauer (rechts) glaubt, dass es hinreichende Schnittmengen zwischen ihm und seinem neuen Fraktionskollegen gibt. Bereits am 24. April hatten die beiden das erste Mal über einen Zusammenschluss gesprochen.

Eckhart Klemens (links) ist zur FDP gewechselt. Dadurch können die Liberalen nun eine Zwei-Mann-Fraktion im Stadtrat stellen. Der frisch gebackene Fraktionsvorsitzende Günther Klempnauer (rechts) glaubt, dass es hinreichende Schnittmengen zwischen ihm und seinem neuen Fraktionskollegen gibt. Bereits am 24. April hatten die beiden das erste Mal über einen Zusammenschluss gesprochen. Foto: Jan Gruhn

Von Jan Gruhn

Herford (WB). Weil er eine »konstruktive Zusammenarbeit« mit der SPD nicht mehr für möglich hält, ist Ratsherr Eckhart Klemens zur FDP gewechselt. Damit steigen die Liberalen zur Fraktion auf – und erhalten unter anderem mehr Geld.

Bisher bekam FDP-Mann Günther Klempnauer als fraktionsloses Ratsmitglied monatlich 400 Euro Aufwandsentschädigung plus jährlich 840 Euro für Sachkosten. Laut Verwaltung stehen ihm als frisch eingesetzter Vorsitzender der Zwei-Mann-Fraktion Klempnauer/Klemens zusätzlich 800 Euro pro Monat zu. Hinzu kommen jährlich 2520 Euro als Fraktionszuwendung. Doch es ginge nicht ums Geld, betont das Duo. »Wichtig ist, dass wir uns verstehen«, sagte Klempnauer am Mittwoch – persönlich wie politisch.

Diese Aktion brachte das Fass zum Überlaufen

Zwischen Klemens und der SPD-Fraktion sei das nicht immer der Fall gewesen. Unter anderem bei den Themen Radewiger Brücke, Baugebiet Kattendorp, Glyphosat oder Klemens’ Engagement zum Bebauungsplan Buls­kamp hätten die Fraktion und der 66-Jährige über Kreuz gelegen.  Der gescheiterte Versuch, den stellvertretenden Vorsitz im Bau- und Umweltausschuss von Udo Freyberg zu übernehmen, habe schließlich das Fass zum Überlaufen gebracht.

Bereits am 24. April habe Klemens Kontakt mit ihm aufgenommen, erklärte Klempnauer. Von einem Schnellschuss könne also keine Rede sein. Die Kritik, dass Klemens sein Mandat mitnimmt und so eventuell nicht dem Wählerwillen entspreche, können die Liberalen nicht nachvollziehen.  »Ich glaube auch nicht, dass es dem Wählerwillen entspricht, wenn ich von meiner Fraktion nicht unterstützt werde« , sagte Klemens, der seit 2009 Ratsmitglied ist. Aus juristischer Sicht sei der Wechsel mit Mandat-Mitnahme ohnehin in Ordnung.

Geheime Wahl mit zwei Mitgliedern

»Wenn es eine linke Ecke bei der FDP gäbe, dann wäre ich da drin«, sagte Klempnauer mit Blick auf Klemens, der eher zum linken Flügel der SPD gezählt wurde. Schnittmengen seien also ohne weiteres vorhanden. »Ich denke, dass ich bei der FDP auf mehr Gehör stoße und meine Fachkompetenz mehr geschätzt wird als bei den Sozialdemokraten«, begründete Klemens seinen Schritt noch einmal.

In geheimer Wahl haben die beiden Fraktionsmitglieder über Vorsitz und Stellvertreter abgestimmt. »Schon etwas kurios«, gibt Klempnauer zu. Was die FDP nun aus ihren Fraktionsrechten macht, sei noch unklar. »Aber es werden Forderungen kommen.«

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