Do., 26.07.2018

Mondfinsternis kann am Freitag in der Sternwarte des FGH beobachtet werden - mit Video Rendezvous mit dem Blutmond

Diese Aufnahme zeigt die Mondfinsternis über Herford im Jahr 2015. Auch am kommenden Freitag soll der Erdtrabant wieder so blutrot leuchten. Die Farbe kommt von der Streuung des Lichts, das den Mond nur noch indirekt erreicht, wenn er in den Kernschatten der Erde eintaucht. Die Wetteraussichten für das Himmelsspektakel sind gut.

Diese Aufnahme zeigt die Mondfinsternis über Herford im Jahr 2015. Auch am kommenden Freitag soll der Erdtrabant wieder so blutrot leuchten. Die Farbe kommt von der Streuung des Lichts, das den Mond nur noch indirekt erreicht, wenn er in den Kernschatten der Erde eintaucht. Die Wetteraussichten für das Himmelsspektakel sind gut. Foto: Sternwarte FGH

Von Jan Gruhn

Herford (WB). Auf einem Schild des Planetenweges am Friedrichs-Gymnasiums (FGH) ist er abgebildet – der Blutmond, der im September 2015 über Herford schien. Am Freitag könnte in der Sternwarte der Schule erneut so ein Foto gelingen.

Und Schaulustige können dabei sein, denn FGH-Lehrer Andreas Taake (31) lädt ab 21 Uhr zur Beobachtung der totalen Mondfinsternis ein. Sie ist laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die längste ihrer Art in diesem Jahrhundert, 103 Minuten soll sie dauern. Erst im Jahr 2123 werde es eine Mondfinsternis geben, die drei Minuten länger währt. 

Rote Farbe des Mondes kommt von der Lichtstreuung

»Das Wetter scheint ganz gut zu werden, relativ wenig Wolken«, sagt der Mathe- und Physiklehrer mit Blick auf die Voraussagen. »Aber ein Teleskop, wie wir es in der Sternwarte haben, braucht man nicht unbedingt.« Der Mond sei wie gewöhnlich auch mit bloßem Auge zu sehen, auch ein einfacher Feldstecher verschaffe schon besondere Einblicke. »Aber wir können von hier aus natürlich nicht nur die hellen und dunklen Flächen, sondern jeden Einzelnen Krater erkennen.«

Doch warum ist der Mond so rot? »Das liegt an der besonderen Form, in der das Licht gestreut wird«, erklärt Taake. »Das ist mit dem Abendrot vergleichbar.« Der Mond bewegt sich vollständig im Kernschatten der Erde und wird nicht direkt vom Sonnlicht angestrahlt.

Früher hielt man den Blutmond für ein Zeichen der Götter

Andreas Taake unterrichtet Mathe und Physik am Friedrichs-Gymnasium. Am Freitag öffnet der Pädagoge die Sternwarte für Besucher. Foto: Jan Gruhn

Bereits vor knapp drei Jahren hatten die Hobby-Sternengucker in der FGH-Sternwarte ähnlich spektakuläre Beobachtungen gemacht. Auch damals war Taake schon mit dabei, er hatte die Betreuung des Teleskops von Lehrer Bernhard Brauner übernommen. »Herr Brauner will am Freitag auch wieder vorbeischauen«, weiß Taake.

Bereits gegen 20.24 Uhr wird der Mond in den Erd-Kernschatten eintreten. Ab etwa 21.30 Uhr, so schätzt Taake, wird das Phänomen dann auch von Herford aus zu sehen sein. Ein Schauspiel, dass bereits vor tausenden von Jahren die klügsten Köpfe beschäftigte. »Man hat so etwas mitunter auch als Zeichen der Götter verstanden.« 

Mars, Venus, Saturn und Jupiter sind auch zu sehen

Neben dem blutroten Mond gibt es am Freitag noch weitere astronomische Besonderheiten zu beobachten. »Dadurch, dass sich Sonne, Erde und Mars aktuell in einer Linie befinden, kommen wir dem Nachbarplaneten außergewöhnlich nah«, weiß der Pädagoge.

Weil der Mars allerdings nicht sehr hoch über dem Horizont stehe, müsse das Licht zunächst einen langen Weg durch die Erdatmosphäre zurücklegen. »Zudem tobt dort zurzeit ein Sandsturm«, sagt Taake. »Daher könnte es sein, dass von der Struktur nicht viel zu sehen ist.« Dafür werden die Planten Venus, Saturn und Jupiter zu bewundern sein. »Mit dem Teleskop kann man sogar die Ringe sehen.«

Etwa alle halbe Jahre, so schätzt Taake, findet eine Mondfinsternis statt. Aber dass es sich zum einen um eine totale Finsternis handelt und dass sie zum anderen so gut zu beobachten ist, sei schon einen langen Freitagabend wert. Und wer keine Zeit hat, kann einfach warten – bis zum Jahr 2123.

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