So., 30.07.2017

Unbekannte bewerfen Bienenstock an Grundschule mit Steinen – Bienen sterben »Diese Zerstörungswut ist unfassbar«

Grundschulleiterin Claudia Gelke am Ort des Geschehens auf dem Außengelände der Hiddenhauser Schule. Sie zeigt einen der Steine, die Unbekannte auf die Behausung der Bienen geworfen haben.

Grundschulleiterin Claudia Gelke am Ort des Geschehens auf dem Außengelände der Hiddenhauser Schule. Sie zeigt einen der Steine, die Unbekannte auf die Behausung der Bienen geworfen haben. Foto: Ruth Matthes

Von Ruth Matthes

Hiddenhausen (WB). »Das ist kein Dumme-Jungen-Streich!« Imker Dieter Stevens ist von der Dreistigkeit der Täter, die zum wiederholten Male am Bienenstock der Grundschule in Hiddenhausen randaliert haben, schockiert.

Vermutlich in der Nacht zu Freitag, 28. Juli, haben Unbekannte den Tieren so zugesetzt, dass tausende starben. Als Schulleiterin Claudia Gelke die Tat am Freitag entdeckte, war sie sprachlos. »Diese blinde Zerstörungswut ist unfassbar. So geht man nicht mit Lebewesen um«, sagt sie entsetzt. »Wenn dass die Kinder der Bienen-AG sehen würden!«

Seit dem Frühjahr treffen sich zehn Jungen und Mädchen jeden Donnerstag zwei Stunden, um von dem Vorsitzenden des Imkervereines Kreis Herford alles über die Bienen zu lernen. Bereits am ersten Tag nach der Ankunft des Bienenvolkes begann die Serie der Zerstörung. Schon damals wurde ihre Behausung mit Steinen beworfen und der Deckel verschoben. In einer weiteren Nacht sei der Deckel sogar zersprungen gewesen. Einmal regnete es so stark hinein, dass die komplette Brut zerstört war.

Mehrere Zwischenfälle

Die Zerstörung hat Folgen für die Bienen, sie sterben. Foto: Ruth Matthes

»Die Kinder sind mit solch einer Begeisterung dabei – und dann passiert immer wieder so etwas«, sagt Stevens. Nun sei das Maß voll. »Ich hole das restliche Volk jetzt erst einmal zu mir nach Dünne und versuche es dort wieder aufzupäppeln. Wenn auch die Königin gestorben ist, werde ich eine neue beschaffen müssen, was um diese Jahreszeit gar nicht mehr so einfach ist«, erklärt er.

Vor allem, da die Königin, die bisher das mehr als 20.000-köpfige Bienenvolk beherrschte, eine besonders friedfertige, für den Umgang mit Kindern geeignete Reinzuchtkönigin war, die besonders schwer zu bekommen ist.

Stevens war erst am Tag zuvor an der Beute – so nennt man das Haus eines Bienenvolkes – auf dem Außengelände der Schule, um den Insekten Futter zu bringen. »Da habe ich bereits festgestellt, dass jemand an dem Deckel war«, erzählt Stevens. Später müssen die Täter dann wiedergekommen sein. Überall liegen Flaschen und Steine herum, mit denen sie die Bienenbehausung bewarfen. Durch diese Attacken war der Deckel wieder verschoben. »Dadurch sind die Bienen durchnässt und ausgekühlt worden, so dass ich von den elf Rähmchen heute nur noch vier besetzt gefunden habe«, berichtet Stevens. Er könne die Tiere nicht mit gutem Gewissen vor Ort lassen.

Drahtzaun soll helfen

Claudia Gelke würde das Projekt, das von der Gemeinde und dem Förderverein unterstützt wird, gerne weiterführen. Mit Stevens hat sie am Freitag das Terrain gesichtet. Optimal wäre ein Standort im künftigen Schulgarten. »Aus Sicherheitsgründen werden wir den Bienenstock aber umzäunen«, sagt Stevens. Der Imker bittet daher Gartenbesitzer, die einen gebrauchten Drahtzaun abgeben können, diesen zu stiften.

An die Hiddenhauser appelliert Gelke, das Geschehen zum Thema zu machen, damit jeder die Augen aufhält und jedem klar wird, dass so etwas »keine coole Mutprobe ist, sondern Tierquälerei und Sachbeschädigung«. Anzeige hat die Gemeinde bereits erstattet.

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