Do., 28.12.2017

Stephanie Ende und Ulrich Scheffer renovieren Gebäude Neuer Wohnhaus-Charmein alter Zigarrenfabrik

Ullrich Scheffer und Stephanie Ende vor ihrem Traumhaus. Anfang 2015 haben sie die alte Zigarrenfabrik Mester gekauft. Seit gut zwei Jahren wird hier renoviert. Gut die Hälfte der Fassade ist bereits fertig. In seiner Optik wurde das Haus so erhalten, wie es von jeher ausgesehen hat.

Ullrich Scheffer und Stephanie Ende vor ihrem Traumhaus. Anfang 2015 haben sie die alte Zigarrenfabrik Mester gekauft. Seit gut zwei Jahren wird hier renoviert. Gut die Hälfte der Fassade ist bereits fertig. In seiner Optik wurde das Haus so erhalten, wie es von jeher ausgesehen hat. Foto: Karin Koteras-Pietsch

Von Karin Koteras-Pietsch

Hiddenhausen (WB). »Hiddenhausen entwickelt sich in vielen Ecken so richtig gut«, sagen Ullrich Scheffer und Stephanie Ende. »Und wir fühlen uns als Teil dieses Hiddenhauser Projektes, das der Gemeinde gut tut.« Anfang 2015 haben sie die um 1910 erbaute Zigarrenfabrik Mester an der Bruchstraße gekauft. Heute, etwa drei Jahre später, ist deutlich sichtbar, wie schön sich das Gebäude entwickelt.

13 Meter lang, sechs Meter breit und vier Meter hoch ist der riesige Raum, in dem einst Zigarren gerollt wurden und in dem jetzt die Wohnung von Stephanie Ende und Ullrich Scheffer ist. Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer – alles in einem Raum. Das Bad – ebenso liebevoll renoviert wie der Wohnraum – ist gleich nebenan. Außerdem gibt es vier weitere Wohnungen, ähnlich gestaltet. Die hat das Ehepaar vermietet.

1987 war das Paar selbst als Mieter in die alte Fabrik eingezogen. Fabrik, so meint Ullrich Scheffer, sei eigentlich auch nicht ganz korrekt. Zigarrenmanufaktur sei wohl eher die richtige Bezeichnung. »Mit zehn Leuten haben wir anfangs hier in einer großen Wohngemeinschaft gelebt. Später wurde das Haus in mehrere Wohnungen eingeteilt. Der Wohngemeinschafts-Charakter aber ist geblieben«, erzählt Scheffer.

Als der damalige Eigentümer starb und die Erben verkaufen wollten, waren Stephanie Ende und Ullrich Scheffer die einzigen Interessenten. Und sie wussten schon damals, dass dieses Projekt eine echte Herausforderung werden würde – sowohl in finanzieller Hinsicht als auch, was die Arbeit angeht. Besonders zu beachten galt und gilt der Denkmalschutz, unter dem das Gebäude seit 1992 steht. Für die Renovierung gibt es Zuschüsse von Land und Gemeinde. Alle anfallenden Änderungen müssen mit den Denkmalschützern abgesprochen werden. »Wir arbeiten sehr gut zusammen«, sagt Scheffer. Auch mit den Fach-Unternehmen.

Die Fassade des Gebäudes ist in keinem guten Zustand, aber nahezu original erhalten. Schritt für Schritt soll sie wieder hergestellt werden. Einer der ersten Schritte war vor zwei Jahren der Einbau einer neuen Haustür, die detailgetreu dem historischen Original und den Auflagen des Landesamtes für Denkmalpflege entsprechend gefertigt wurde. Die 50 originalen Holzfenster sind die größte Herausforderung. Sie müssen komplett entlackt und aufgearbeitet werden. Das historische Fensterglas wurde dort, wo es fehlte, bereits ergänzt.

»Als nächstes haben wir uns an die Fassade gemacht«, erzählt Scheffer. Eingerüstet wurden zunächst die Rückseite und eine Längsseite. Mühevoll wurden und werden alle Fugen des Backsteingebäudes ausgebürstet und neu gemörtelt. »Das ist unendlich viel Arbeit. Fast täglich stehe ich auf dem Gerüst«, erzählt Scheffer, der handwerklich in einem holzverarbeitenden Betrieb arbeitet. Hilfe bekommt er natürlich von Ehefrau Stephanie. Aber auch die Hausgemeinschaft und Freunde beteiligen sich nach Kräften.

»Wir müssen viel selbst machen, sonst würde die Renovierung zu teuer.« Und nun ist auch noch der Winter dazwischen gekommen. Die Witterung ist für Arbeiten an der Fassade nicht günstig. Ein wenig drängt auch die Zeit. Bis Sommer 2018 soll die Fassade fertig sein. Das sieht die Vereinbarung mit der Denkmalschutzbehörde vor.

Inzwischen sind die Front und die Nordseite des Gebäudes eingerüstet. Sobald das Wetter mitspielt, kann es hier weitergehen. Beim Dach hoffen die Eheleute, dass dieses noch lange halten wird. Wenn die Fassade fertig ist, geht es drinnen weiter. In den Bädern muss noch gearbeitet werden. Eigentlich ist an vielen Ecken noch etwas zu tun. Und bei allem Charme, den das außergewöhnliche Haus besitzt, gibt es auch Nachteile. Die Heizung zum Beispiel. »Wir haben zwar eine Zentralheizung mit einem modernen Kessel. Aber wenn wir versuchen, auf 20 Grad zu heizen, dann stößt die schon an ihre Grenzen«, erzählen Ende und Scheffer. Und so ist es in ihrer Wohnung eben höchstens 18 Grad warm.

Die Hoffnung, jemals ganz fertig zu werden, haben Stephanie Ende und Ullrich Scheffer längst aufgegeben. »Wir haben das Haus als Aufgabe angenommen«, schmunzeln sie.

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