Do., 01.02.2018

Schlechte Absatzzahlen setzen Warsteiner Brauerei unter Druck Herforder Brauerei vor Verkauf?

Die Brauerei Felsenkeller könnte vor einem Verkauf stehen: Zunächst sucht die Warsteiner Brauerei aber einen Kooperationspartner für das Unternehmen.

Die Brauerei Felsenkeller könnte vor einem Verkauf stehen: Zunächst sucht die Warsteiner Brauerei aber einen Kooperationspartner für das Unternehmen. Foto: Herforder Brauerei

Hiddenhausen/Warstein (WB/dpa). Die Herforder Brauerei steht möglicherweise vor einem Verkauf. Das schreibt die Warsteiner-Gruppe, die seit 2007 eine Mehrheitsbeteiligung am Unternehmen hat, in einer Pressemittelung. Zunächst soll aber versucht werden, einen Kooperationspartner für Herforder zu finden.

Rückläufige Absatzzahlen im Biermarkt sind der Auslöser für diesen Schritt. Das Jahr 2017 sei mit einem Absatzminus von 4,7 Prozent abgeschlossen worden, schreibt die Warsteiner-Gruppe. Besser sah es im alkoholfreien Segment aus: Hier meldet das Unternehmen ein Plus von 12,5 Prozent. Auch Regionalmarken wie Paderborner Gold, Isenbeck und Weissenburg hätten sich positiv entwickelt.

Im Zuge einer Umstrukturierung sollen bei der Warsteiner-Gruppe nun zunächst 240 Arbeitsplätze wegfallen. Insgesamt beschäftigt die Gruppe etwa 1500 Mitarbeiter in Vollzeit. Auch für die Warsteiner Distribution mit vier Getränke-Fachgroßhändlern und zehn Getränkemärkten soll ein strategischer Partner gesucht werden. Zugleich will das Unternehmen in den kommenden fünf Jahren 250 Millionen Euro investieren.

»Schwierige Herausforderungen in einem hart umkämpften Markt«

»Ziel ist es, die Stellung im Biermarkt in den kommenden Jahren deutlich zu stärken«, erklärte Warsteiner. Zu den Maßnahmen zählen die Fokussierung auf das Kerngeschäft, die Erschließung neuer Wachstumsfelder, die Optimierung der Kosten sowie der Aufbau einer flexiblen Organisationsstruktur.

Zudem wechselt der bisherige kaufmännische Geschäftsführer der Brauerei Carsten Rockholtz in den Beirat. Sein Nachfolger wird Christian Gieselmann. Erst im Jahr 2017 hatte Warsteiner seine Führung ausgetauscht. Doch die Probleme blieben.

»Wir stehen vor schwierigen Herausforderungen in einem hart umkämpften Markt«, sagt Catharina Cramer, geschäftsführende Gesellschafterin der Warsteiner Gruppe. »Ich möchte dieses grundsolide Unternehmen eines Tages an die zehnte Generation übergeben können. Dafür müssen wir wettbewerbsfähig sein, weiterhin Top-Brauqualität bieten und unser Ergebnis nachhaltig sichern. Wir schaffen das, wenn wir schneller werden und näher am Konsumenten sind.«

Schwere Zeiten für Brauereien

Warsteiner ist nicht die einzige Brauerei, die in der aktuellen Marktsituation zu kämpfen hat.  Die deutschen Brauereien haben im vergangenen Jahr so wenig Bier abgesetzt wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die Menge ging im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent auf 93,5 Millionen Hektoliter zurück, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden berichtete.

Anders als in den Vorjahren konnte diesmal auch der Export deutschen Gerstensaftes die Bilanz nicht aufhellen. Vor allem die Ausfuhren in Länder außerhalb der EU gaben mit einem Minus von 4,1 Prozent besonders stark nach. Die deutschen Brauereien setzen immer noch mehr als 82 Prozent ihres Bieres im Inland ab.

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