Mi., 16.05.2018

Aaron Aupperle (31) aus Hiddenhausen beteiligt sich an internationalem Wettbewerb - mit Video Junger Geigenbauer startet durch

Aaron Aupperle in der Werkstatt, die er sich in seinem Geburtshaus eingerichtet hat: Bei dem Geigenbauwettbewerb in Mittenwald rechnet er sich gute Chancen aus, bis in die Finalrunde zu kommen. 130 Geigenbauer beteiligen sich.

Aaron Aupperle in der Werkstatt, die er sich in seinem Geburtshaus eingerichtet hat: Bei dem Geigenbauwettbewerb in Mittenwald rechnet er sich gute Chancen aus, bis in die Finalrunde zu kommen. 130 Geigenbauer beteiligen sich. Foto: Hartmut Horstmann

Von Hartmut Horstmann

Hiddenhausen (WB). Die einen bauen Modellflugzeuge, die anderen Geigen. Zur zweiten – illustren – Gruppe zählt der 31-jährige Aaron Aupperle aus Hiddenhausen. Gespannt blickt der junge Mann derzeit nach Mittenwald, wo er an einem renommierten Geigenbau-Wettbewerb teilnimmt.

Werkstatt im Geburtshaus

Ein ruhig gelegenes Einfamilienhaus in Lippinghausen, dazu ein Garten, in dem es sich nicht nur leben, sondern auch arbeiten lässt: Anfang des Jahres ist Aaron Aupperle mit seiner zukünftigen Ehefrau zurück in sein Geburtshaus gezogen. Die Voraussetzungen, hier eine Werkstatt einzurichten, seien optimal, sagt der Geigenbauer. Es sei auch ein guter Ort, um eine Familie zu gründen – in zwei Monaten wird Nachwuchs erwartet.

Aupperle weiß, dass Geigenbauer zu den eher ungewöhnlichen Berufen zählen. Auf die Idee, dieses hochambitionierte Handwerk zu erlernen, war er durch seine Schwester gekommen, die ebenfalls Geigenbauerin ist. Unter ihrer Anleitung erprobte Aaron Aupperle sein Geschick an einer Bratsche – und zwar mit Erfolg. Zuvor hatte er nach seinem Abitur am Friedrichs-Gymnasium Physik studiert, dies aber nach dem Bachelor beendet. »Das war nicht das Richtige«, stellt der Hiddenhauser heute fest. 

Hoffen auf Finalrunde

Statt weiter in Physikbüchern zu büffeln, machte er an der renommierten Geigenbauschule in Mittenwald eine dreieinhalbjährige Ausbildung. Es folgte die Gesellenzeit bei dem Geigenbauer Ulrich Hinsberger in Biberach – allein dies ist schon eine Auszeichnung. »Ulrich Hinsberger hat viele Wettbewerbe gewonnen«, sagt sein ehemaliger Mitarbeiter: »Daher bin ich auch auf die Idee gekommen, mich am Wettbewerb in Mittenwald zu beteiligen.«

130 Instrumentenbauer aus 25 Ländern machen mit – eine respektable Zahl. »Ich bin zuversichtlich, dass ich bis in die Finalrunde komme«, erklärt der 31-Jährige selbstbewusst. Gespannt ist er auf die Urteile der Juroren, so dass eine Wettbewerbsteilnahme für einen Neueinsteiger immer auch eine Orientierung ist: »Ich will sehen, wo ich im Markt stehe. Dabei ist es interessant, auch all die anderen Instrumente zu sehen.«

»Jedes Holz ist anders«

13 Instrumente hat Aaron Aupperle bisher gebaut. Da seine Partnerin Judith Käsbohrer nicht nur ebenfalls Geigenbauerin ist, sondern auch ausgebildete Cellistin, steht fest, dass das Cello ein Schwerpunkt werden soll. Als Zielgruppe nennen die beiden: »Wir richten uns wohl vor allem an Musikstudenten.« Um den Betrieb bekannter zu machen, geht es jetzt darum, Kontakt zu den Hochschulen aufzunehmen. Klar ist, dass auch ein gutes Anfängerinstrument seinen Preis hat. Etwa 20.000 Euro werde ein Cello kosten, so Aupperle: Immerhin sei alles Handarbeit und für ein Cello benötige er drei bis vier Monate.

Wenn er in seiner Werkstatt arbeitet, läuft oft klassische Musik im Hintergrund. Die Liebe zur Musik gehört dazu, Instrumentenbauer brauchen ein gutes Gehör. Da ist nichts mit Bauen nach Schema F. »Jedes Stück Holz ist anders«, betont der Experte: »Immer geht es darum, das Optimum für den jeweiligen Klang zu finden.«

Der größte Teil des Instrumentes, der Boden, wird aus Ahorn gefertigt. Eine Art Holz-Exklusivität, die den Klang eines Instrumentes auch vom Material her besonders kostbar macht, gibt es laut Aaron Aupperle nicht: »Auch die alten Meister haben mit dem gleichen Holz gebaut.«

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