Do., 14.06.2018

Erpressung, Körperverletzung, Nötigung: Haftstrafe für 26-jährigen Hiddenhauser Mit Abhacken von Fingern gedroht

Symbolfoto

Symbolfoto Foto: dpa

Von Steve Wasyliw

Hiddenhausen/Bielefeld (WB). Zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten hat das Landgericht Bielefeld am Mittwoch einen 26-jährigen Hiddenhauser verurteilt – wegen räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit zweifacher Nötigung.

Verhandelt wurde eine Vorfall, der sich am 20. Dezember 2014 am Bahnhof Schweicheln zugetragen haben soll. Die Staatsanwaltschaft warf dem Hiddenhauser vor, damals zusammen mit zwei weiteren Jugendlichen zwei 16-jährige Bewohner einer Wohngruppe mittels Faustschlägen verprügelt zu haben.

Schwer wog darüber hinaus der Vorwurf, dass der Täter dem Opfern gedroht haben soll. Er werde ihnen mit einem Beil Finger abhacken, sollten sie die brutale Tat der Polizei melden.

Nach dem Vorfall am Bahnhof soll der Angeklagte einen der Geschädigten außerdem genötigt haben, einen weiteren Jugendlichen zu einem anderen Treffpunkt zu bestellen. Dort zusammengekommen, sollen die Schläger auch diesen Jugendlichen verletzt haben.

Nachweis von Drogengeschäft gelingt nicht

Und auch die beiden Geschädigten vom Schweichelner Bahnhof sollen noch einmal Opfer des Angeklagten geworden sein. Der 26-Jährige soll sich ein weiteres Mal mit ihnen getroffen haben, um diesen ein Handy abzuziehen. Das Gericht konnte in diesem Fall jedoch nicht nachweisen, dass es bei dem Treffen auch um ein Drogengeschäft ging. Dies war immer wieder in polizeiliche Protokolle aufgenommen worden.

Die Bielefelder Richter hatten in dem mehrtägigen Prozess – bei dem zu Beginn auch schon mal statt des Angeklagten dessen nichts ahnender Bruder auf der Anklagebank saß – darüber zu befinden, ob sich der 26-Jährige auch wegen einer besonders schweren räuberischen Erpressung strafbar gemacht hatte.

Dann wäre eine Verurteilung mit einer angedrohten Mindeststrafe von nicht unter drei Jahren in Frage gekommen. Daher hatte das Amtsgericht Herford die Sache an das Landgericht verwiesen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig

Am Ende des Prozesses sah die 4. Große Strafkammer des Landgerichts Bielefeld jedoch »nur« den Tatbestand der räuberischen Erpressung und der gefährlichen Körperverletzung in Tateinheit mit zweifacher Nötigung als erfüllt an und verurteilte den Hiddenhauser zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten.

Das Gericht um den Vorsitzenden Richter Phil Gabler folgte damit im Wesentlichen der Anklage der Staatsanwaltschaft. In den Schuldspruch wurde auch eine Vorverurteilung vom Amtsgericht Herford einbezogen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5817379?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514616%2F