Do., 28.12.2017

Kirchlengeraner SPD spricht sich gegen Wellness-Komponenten aus Kritik an Aqua-Fun-Erneuerungen

Das Freizeitbad Aqua Fun soll grundlegend saniert, der Hallenbadbereich erneuert werden. Die SPD Kirchlengern spricht sich allerdings aus Kostengründen gegen Wellnesskomponenten wie Sauna oder Gastronomie aus.

Das Freizeitbad Aqua Fun soll grundlegend saniert, der Hallenbadbereich erneuert werden. Die SPD Kirchlengern spricht sich allerdings aus Kostengründen gegen Wellnesskomponenten wie Sauna oder Gastronomie aus. Foto: Hilko Raske

Von Hilko Raske

Kirchlengern (WB). Das Hallen- und Freibad Aqua Fun soll erhalten und erneuert werden. Diesen Grundsatzbeschluss hat der Rat der Gemeinde Kirchlengen 2016 einstimmig gefasst. Allerdings gibt es inzwischen deutliche Kritik am möglichen Umfang der Erneuerung aus Reihen der SPD.

Das betonte SPD-Fraktionschef Stefan Tödtmann im Gespräch mit dieser Zeitung. Selbstverständlich stehe man nach wie vor zur Sanierung des Freibades, dem Neubau eines Hallenbades mit größerem Schwimmbecken, einem Lernschwimmbecken sowie einer neuen, energiesparenden Technik. »Unser Ziel ist aber in erster Linie stets die Sicherstellung der Schwimmmöglichkeiten für den Schul- und Vereinsbereich gewesen«, sagt Tödtmann. Ergänzungen wie ein gastronomisches Angebot, eine Sauna und Rutsche seien eher sekundär.

Wellness-Oase schaffen keine Aufgabe der Gemeinde

»Eine Einschätzung, die auch der Bund der Steuerzahler vertritt«, so der Kommunalpolitiker. Es könne nicht Aufgabe einer Gemeinde von der Größe Kirchlengerns sein, eine Wellness-Oase zu schaffen. »Aus Herford und Bad Oeynhausen wissen wir, dass die angestrebten Besucherzahlen nur dann zu erreichen sind, wenn alle paar Jahre neue Akzente gesetzt werden, damit diese Bäder in den Augen der Besucher attraktiv erscheinen. Das ist nur durch erhebliche Investitionen möglich.«

Bereits während der Ratssitzung im Mai habe seine Fraktion den Standpunkt vertreten, dass eine Generalplanung, die von der größtmöglichen Variante ausgehe, der falsche Weg sei. Deshalb habe man damals auch den Antrag gestellt, dass die Verwaltung einen Projektplaner damit beauftrage, gemeinsam mit den Fraktionen eine tragfähige Badvariante zu erarbeiten. »Grundlage für die Entscheidung sollten fortgeführte Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen für die einzelnen Komponenten und Module des Bades unter Berücksichtigung aller für die Investition zu erwartenden Ausgaben sein.« Skeptisch stehe seine Fraktion auch den prognostizierten Besucherzahlen und dem Abschreibungszeitraum von 60 Jahren gegenüber.

SPD: Ergebnis wird schöngerechnet

»Hier entsteht für uns der Eindruck, dass jemand das Ergebnis partout schönrechnen will, damit es zu einer großen Lösung mit allen Komponenten kommt.« Kritische Töne zum geplanten Abschreibungszeitraum von 60 Jahren seien auch vom Bund der Steuerzahler gekommen. Der Zeitraum sei zwar als zulässig, aber wenig realistisch beurteilt worden. Der Verband empfehle einen Zeitraum von 40 bis 45 Jahren. Der bedeute zwar höhere jährliche Haushaltsbelastungen. Gleichzeitig werde aber sichergestellt, dass eine Investition auf lange Sicht nicht zu niedrig berechnet werde, so der Steuerzahlerbund.

Tödtmann befürchtet, dass mit der inzwischen erfolgten Auftragsvergabe in Sachen Generalplanung und Projektsteuerung der Zug abgefahren ist. Der Generalplaner werde ein Konzept für die umfassendeste Lösung vorlegen, ohne auf einzelne Varianten und deren Kosten einzugehen. »Ich habe den Eindruck, dass es sich hier um ein Lieblingsprojekt von Bürgermeister Rüdiger Meier handelt, bei dem er die Richtung vorgibt und die CDU einfach folgt.« Bedenken von SPD, Grünen und Teilen der UWG würden einfach vom Tisch gewischt. Die SPD wolle das Freizeitbad mit einer vernünftigen Kostenstruktur langjährig betreiben – »ohne dass es durch Wellness-Komponenten verwässert wird«. Denn die würden dazu führen, dass man aufgrund der laufenden Kosten selbst dann noch Tränen in den Augen habe, wenn Bürgermeister Meier längst nicht mehr Amtsinhaber sei, sagt Tödtmann.

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