Sa., 30.12.2017

Heimat- und Wanderverein Kirchlengern löst sich zum Jahresende auf Die letzte Etappe ist zurückgelegt

Von Hilko Raske

Kirchlengern  (WB). Die letzte Etappe ist zurückgelegt: der Heimat- und Wanderverein Kirchlengern löst sich zum Jahresende auf. Damit endet ein Stück 52-jähriger Geschichte.

Der Verein hatte bis zuletzt fast noch 80 Mitglieder. Allerdings ist ihm – und darin gleicht sein Schicksal dem vieler anderer Vereine – der demografische Wandel zum Verhängnis geworden: Viele Mitglieder sind inzwischen im Rentenalter. »Hinzu kommt, dass sich niemand mehr gefunden hat, der in einem neuen Vorstand mitwirken wollte. Die jüngeren Mitglieder sind heutzutage alle beruflich gebunden«, sagt Schriftführerin Ute Mehrkühler, die seit 2005 an fast allen Aktivitäten des Vereins  teilgenommen hat.

Und ohne Vorstand, so Ute Mehrkühler, könne der Verein nicht weiter bestehen. 20 Jahre lang hatte Dieter Rösch den Vorsitz inne. Ihm war ein aktives Vereinsleben und ein abwechslungsreiches Jahresprogramm stets eine Herzensangelegenheit. Für seine Verdienste um den Verein und das Wanderwesen wurde er noch zu Jahresbeginn vom Wiehengebirgsverband ausgezeichnet und zum Ehrenmitglied ernannt. Um so schwerer fiel es ihm, zum Jahresende die Auflösung vorzunehmen.

Immer weniger Teilnehmer an den Wanderungen

Schon in den vergangenen Jahren hätten sich nicht mehr allzu viele Mitglieder an den Wanderungen beteiligt, deren Streckenlänge zwischen fünf und 20 Kilometer betrug. Zehn bis 20 Teilnehmer seien es maximal gewesen. »Eher zehn als 20«, sagt Ute Mehrkühler. Das seien auf Dauer zu wenig gewesen, um die Strecken zu planen. Man habe sich deshalb in der jüngsten Zeit dem Bünder Heimat- und Wanderverein angeschlossen.  Dort oder bei den befreundeten Stifter Wanderfreunden könne man auch künftig mitwandern.

Vielzahl von Aufgaben wahrgenommen

Als der Verein vor 52 Jahren gegründet wurde, setzte man sich nicht nur zum Ziel, die Heimat zu erwandern. Auch  das heimatliche Landschaftsbild wollten die Vereinsmitglieder erhalten und  den Naturschutz  unterstützen. Ferner  wollte man die besten Wanderwege aussuchen und kennzeichnen, das Ortsbild verschönern und die Dorfgemeinschaft erhalten. So engagierten sich der Verein für den neuen  Wanderweg A1, spendete Ruhebänke an besonders schönen Stellen in der Gemeinde und gab regelmäßig während des Sommerfestes einen Einblick in das traditionelle Handwerk des Klöppelns. Pressewartin Eva-Maria Grofemeier und Wander- und Wegewart Hans-Erich Grofemeier zogen aus diesem Anlass sogar historische Trachten an.

Teilnahme an Deutschen Wandertagen

Regelmäßig habe man sich an den deutschen Wandertagen beteiligt, erinnert sich Ute Mehrkühler. Ob in Oberstdorf oder im benachbarten Melle: »Wir sind gemeinsam gewandert, ich habe ein Lied auf der Gitarre angestimmt und dann ging es los. Abends haben wir dann noch oft zusammen gesessen und gesungen.  2012 waren wir sogar Mitglieder der Wimpelgruppe. Die trägt den Wimpel von Austragungsort zu Austragungsort.«

Täglich habe man etwa 20 Kilometer zurückgelegt – natürlich zu Fuß, denn der Wanderwimpel darf nicht gefahren werden. Neben der Teilnahme an den deutschen Wandertagen wurden vom Verein jedes Jahr mehrtägige Touren organisiert. Zu den Höhepunkten zählten dabei Ziele im Havelland, das österreichische Schladming sowie an Nord- und Ostsee.

Wimpel werden im Gemeindearchiv aufbewahrt

Und was passiert mit den gesammelten Wimpeln, die ja ein Stück Vereinsgeschichte darstellen? »Die haben wir an Bürgermeister Rüdiger Meier übergeben, damit sie im Gemeindearchiv aufbewahrt werden. So werden die Wanderungen und die Vereinsgeschichte nicht in Vergessenheit geraten«, sagt Ute Mehrkühler.

Erinnern an den Verein soll auch ein Baum, den die Mitglieder im Bürgerwald gepflanzt haben. Auf einer Plakette steht: »Heimat- und Wanderverein Kirchlengern, 1965 bis 2017«.

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