Do., 22.02.2018

Mindener Stichlinge ziehen beim Polit-Kabarett alle Register Wenn das SPD-Auto nur kriecht

Die Evolution entlässt ihre Kinder - auch wenn sie der Steinzeit entsprungen sind. Aber warum nicht zurück zu den Höhlen? Kirsten Gerlhof, Annika Hus, Rolf Berkenbrink und Frank Oesterwinter lassen im Saal die Lachmuskeln kräftig arbeiten.

Die Evolution entlässt ihre Kinder - auch wenn sie der Steinzeit entsprungen sind. Aber warum nicht zurück zu den Höhlen? Kirsten Gerlhof, Annika Hus, Rolf Berkenbrink und Frank Oesterwinter lassen im Saal die Lachmuskeln kräftig arbeiten. Foto: Gitta Wittschier

Von Gitta Wittschier

Kirchlengern (BZ). Das rote SPD-Auto braucht neue Zündkerzen, Angela Merkel hat sich verkrampft am Lenkrad festgehalten und sowieso bleibt alles Neue beim Alten. Wenn es nach den Mindener Stichlingen geht, die in ihrem aktuellen Programm wieder alle (politischen) Register ziehen.

Im Forum der Gesamtschule Kirchlengern bekommt man kaum noch »ein Bein an die Erde«. Wie jedes Jahr, wenn die Stichlinge ihren Fächer an ironisch-heiteren Geistesblitzen ausbreiten. »Früher war alles aus Holz«, so der Titel des Programms. Die Stichlinge selbst müssten auch aus festem »Baumaterial« sein. Ihre jahrzehntelange Bühnenerfahrung, ihr unverdrossenes Engagement, sprühende Energie und die Magie, die bei jedem Auftritt für Knistern sorgt, all das sind Garanten für eine unangefochtene (Kabarett)- Beziehung zum Publikum. Neben Kirsten Gerlhof, Annika Lindemann, Frank Oesterwinter und Rolf Berkenbrink ist es vor allem Birger Hausmann, der die Stichlinge vor 52 Jahren gründete und bei geflügelten Wortschöpfungen Hahn im Korb ist. Nicht zu vergessen auch Pianist Stephan Winkelhake; er sorgt mit gelenkigen Handbewegungen am Piano für fetzige Untermalung.

Breites Maul und Mücken

Gibt es zu viele Flaschen (in welche Form auch immer) bei der SPD? Und sind sie eigentlich halb leer oder doch halb voll? Klar ist nur eins: Das rote Auto hat vor 45 Jahren mal 46 Prozent Leistung gebracht, jetzt leider nur noch die Hälfte. Aber wenn es schon heißt »Es gilt das gebrochene Wort« (siehe Martin Schulz), so lassen sich Scherben manchmal schwer kleben. »Zu neuen Ufern, raus aus der Flaute, doch keine Welle machen, Schiffbruch wird teuer«, lautet dann auch der angestimmte Liedtext. Wie sieht es mit dem deutschen Frosch aus und was hat er mit den Politikern gemeinsam? Klar, ein breites Maul und die Frage, wann er endlich seine Mücken bekommt. Und das, was auf beiden Seiten gesagt wird ist »Quark«.

Der Deutschunterricht für Integrationswillige, den Kirsten Gerlhof sehr gestenreich erteilt, verursacht Reizung des Zwerchfells. Wie wäre es dann noch mit Besuchern aus der Steinzeit? Klar, bei den derzeitigen Mietpreisen kann es eigentlich nur »zurück in die Höhle« gehen. »Wir übergeben uns – dem Geschick«, seufzen die Akteure, wenn der britische Gentleman sich von der willensstarken Europa scheiden lassen will. Ebenso bei Donald Trump, dessen IQ sich kaum von dem des Donald Duck unterscheidet. Der Frust muss raus bei »Born to be wild«, dem Song von Angela, der CDU-Rockerbraut. Und das Loblied auf Ostwestfalen »Hier ist der Raps so gelb, der Himmel so blau, du schleichst hinter Treckern her durch Orte, die kennt keine Sau«, ist ein typischer Abschluss.

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