Fr., 02.03.2018

Ausschuss stimmt gegen Vorschlag von Anwohnern der Stiftsfeldstraße in Kirchlengern Verkehrsberuhigung abgelehnt

Besonders im nördlichen, weniger bebauten Teil der Stiftsfeldstraße missachten Autofahrer laut Anliegern regelmäßig die Geschwindigkeitsbegrenzung. Mehrfach durchgeführte Messungen belegen aber, dass es sich dabei um »Einzeltäter« handelt.

Besonders im nördlichen, weniger bebauten Teil der Stiftsfeldstraße missachten Autofahrer laut Anliegern regelmäßig die Geschwindigkeitsbegrenzung. Mehrfach durchgeführte Messungen belegen aber, dass es sich dabei um »Einzeltäter« handelt. Foto: Daniel Salmon

Von Thomas Klüter

Kirchlengern (WB). Vor allem im nördlichen, wenig bebauten Teil der Stiftsfeldstraße sind regelmäßig Autofahrer zu schnell unterwegs. Darüber sind sich auch die Mitglieder des Planungsausschusses im Klaren. Den Antrag einiger Anwohner auf Anbringung von Rüttelstreifen lehnten die Lokalpolitiker aber ab.

Der Ausschuss unterbrach seine Sitzung am vergangenen Mittwoch extra, um einem der Anwohner Redezeit einzuräumen. Die höfliche Geste quittierte dieser dann mit Vorwürfen und Anschuldigungen. Die vermeidlichen Fakten in der Stellungnahme der Verwaltung, die dem Beschlussvorschlag zu diesem Thema beigefügt war, seien irreführend dargestellt. Zudem habe die Verwaltung darin aktuelle Verkehrszählungen unterschlagen.

»Zurück zu den Fakten«

Rüdiger Meier verbat sich derartige Anschuldigungen. »Irgendwann ist auch mal Schluss, jetzt kommen wir zurück zu den Fakten«, startete der Bürgermeister seine Ausführungen zu dem Thema. Die 24-Stunden-Messungen der vergangenen Jahre seien alle an normalen Wochentagen durchgeführt worden. Und diese hätten ganz klar ergeben, dass es sich bei den Geschwindigkeitsüberschreitungen um einzelne Autofahrer und nicht um eine große Mehrheit handele.

»Die einzelnen schnellen Fahrer interessiert das nicht, ob sie über einen Rüttelstreifen müssen, die fahren trotzdem schnell«, sagte Karl-Heinz Saße, Leiter des Fachbereiches Planen, Bauen und Technische Dienste. Dem Fehlverhalten Einzelner könne am besten begegnet werden, wenn sich die Anwohner die Kennzeichen merken würden, sagte Meier. »Dann kann die Polizei gezielte Ansprachen durchführen.«

Politiker einigen sich auf Ortstermin

Saße erklärte dann die rechtlichen Hintergründe, die gegen die Anbringung von Rüttelstreifen sprechen: Festgelegt sei eine Mindestzahl von 450 Fahrzeugen, die innerhalb von 24 Stunden die Straße befahren, um überhaupt eine Verkehrsberuhigung zu rechtfertigen. In den Messungen 2013 und 2016 wurde diese Zahl nicht erreicht. Im Dezember 2017 wurden zwar 481 Fahrzeuge gezählt, von denen fuhren aber 85 Prozent nicht schneller als 53 Kilometer pro Stunde. »Ich kann die Bedenken ja nachvollziehen«, sagte Saße. »Aber wenn wir das trotz der rechtlichen Grundlage an der Stiftsfeldstraße machen, müssten wir an vielen anderen Straßen auch aktiv werden.«

Obwohl der Ausschuss gegen den Antrag stimmte, beschlossen die Mitglieder einen Ortstermin als Grundlage für eine Lösung.

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