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Mi., 06.12.2017

66 Teilnehmer der Löhner Perspektiv-Werkstatt haben neue Arbeit gefunden Mit Jobcoach zurück in den Beruf

Freuen sich über 66 gelungene Vermittlungen von Arbeitssuchenden in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Jobcoach Nora Mohsni (von links), Klaus Binnewitt (Geschäftsführer des Jobcenters Herford), Arend Janzon (Geschäftsstellenleiter des Jobcenter-Teams Herford) sowie die beiden Jobcoaches Heike Boudount und Patrick Hohmann.

Freuen sich über 66 gelungene Vermittlungen von Arbeitssuchenden in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Jobcoach Nora Mohsni (von links), Klaus Binnewitt (Geschäftsführer des Jobcenters Herford), Arend Janzon (Geschäftsstellenleiter des Jobcenter-Teams Herford) sowie die beiden Jobcoaches Heike Boudount und Patrick Hohmann. Foto: Andrea Berning

Von Andrea Berning

Löhne (WB). Ein Gewinn für beide Seiten – Arbeitssuchende und Jobcenter – sieht Heike Boudount in der Perspektiv-Werkstatt Löhne, die sie seit Anfang des Jahres organisiert. 66 Menschen ohne Arbeit aus dem gesamten Kreis Herford konnten in den vergangenen zehn Monaten bereits in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermittelt werden.

Das ist angesichts von 111 Teilnehmern eine Zahl, die die Organisatoren stolz macht. Und auch die Beteiligten (die ihre Namen nicht nennen möchten) sind zufrieden, fühlen sich unterstützt durch »drei kompetente Jobcoaches« (zum Team gehören auch Nora Mohsni und Patrick Hohmann) und sind zufrieden mit ihren neu erstellten Bewerbungen.

Jobcoaches wie Patrick Hohmann (links) und Heike Boudount (Zweite von rechts) geben den Arbeitssuchenden dreimal die Woche Tipps für ihre Bewerbungen. Foto: Andrea Berning

»Was man wegschickt, hat Hand und Fuß«, sagt einer der Teilnehmer, die an diesem Morgen hoch konzentriert vor modernen Laptops in einem großen Besprechungsraum im Löhner Jobcenter an der Friedrichstraße 18 sitzen. Er sei sehr positiv überrascht, ergänzt der Mann, der eine neue Tätigkeit im kaufmännischen und sozialen Bereich sucht und in den vergangenen vier Wochen sieben Bewerbungen auf den Weg gebracht hat.

Hilfe beim Suchen von offenen Stellen im Internet, Hilfe beim Verfassen von Bewerbungen, Unterstützung bei der Einschätzung der eigenen Stärken für den Arbeitsmarkt und Beratung, wenn persönliche Einschränkungen vorliegen – das will die Perspektiv-Werkstatt Arbeitssuchenden bieten. Für Heike Boudount ist der eigentliche Erfolgsfaktor aber die Gruppendynamik, die gegenseitige Unterstützung, die zu zusätzlicher Motivation führe. Acht Wochen lang treffen sich die Teilnehmer aus dem ganzen Kreis Herford dreimal die Woche für je drei Stunden in einem speziell für die Perspektiv-Werkstatt eingerichteten Raum im Jobcenter. Es gibt eine Vormittags- und eine Nachmittagsgruppe, beide umfassen 15 Teilnehmer – Männer und Frauen, Hiesige und Migranten, Ältere und Jüngere, ein weites Berufsspektrum vom Produktionshelfer bis zum Ingenieur. Einzige Voraussetzung: Die Teilnehmer müssen älter als 25 Jahre sein.

Für Jüngere bietet das Jobcenter mit JAP (Job, Ausbildung, Perspektive) ein ähnliches Programm in Herford, aus dem die Idee mit der Perspektiv-Werkstatt hervorging, erklärt Klaus Binnewitt, Geschäftsführer des Jobcenters Herford. Die drei Jobcoaches der Perspektiv-Werkstatt seien eigene Mitarbeiter, so Binnewitt. Heike Boudount zum Beispiel hat zuvor als Fallmanagerin gearbeitet, hat aber Sozialarbeit studiert und ist daher mit ihrer neuen Tätigkeit wieder zu ihrem ursprünglichem Berufsfeld zurückgekehrt.

Kein Bewerbungstraining im klassischen Sinn

Geboten wird kein Bewerbungstraining im klassischen Sinn, sondern die Anleitung zur Bewerbung auf konkrete Stellen. »Eigentlich machen wir das, was der Arbeitssuchende zu Hause machen sollte. Der gute Wille ist häufig sicher da, aber oft steht der Alltag der erfolgreichen Bewerbung im Weg. Es fehlen der richtige Umschlag, ein guter Rat, die bessere Formulierung, der Bezug auf die Firma«, erklärt Heike Boudount.

Es werde nicht gezwungen, sondern motiviert – und das sehr erfolgreich. Nach Absenden der ersten Bewerbungen beginne aber häufig eine lange, harte Wartezeit. In der Werkstatt könnten sich die Arbeitssuchenden in dieser Zeit gegenseitig unterstützen, erklärt Heike Boudount: »Ich würde mich manchmal auch freuen, wenn Arbeitgeber sich sensibler zeigen und schneller auf Bewerbungen für ausgeschriebene Stellen reagieren würden«, sagt sie.

Arend Janzon, Geschäftsstellenleiter des Löhner Jobcenters, freut sich über die erfolgreiche Arbeit in seinem Haus: »Wir gehen davon aus, dass das Projekt Bestand haben wird. 50 Prozent Erfolgsquote waren das Ziel, da liegen wir jetzt schon drüber.«

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