Di., 02.01.2018

Stefanie Voß ist auch als neue Leiterin der Volkshochschule mit Leidenschaft dabei »Es ist mehr als ein Job«

Sie hat die Volkshochschule Löhne mit aufgebaut, hat sie bislang stellvertretend geleitet und ist über die vergangenen 15 Jahre quasi mit ihr verwachsen. Nun hat Stefanie Voß die Leitung der VHS Löhne übernommen.

Sie hat die Volkshochschule Löhne mit aufgebaut, hat sie bislang stellvertretend geleitet und ist über die vergangenen 15 Jahre quasi mit ihr verwachsen. Nun hat Stefanie Voß die Leitung der VHS Löhne übernommen. Foto: Louis Ruthe

Von Sonja Gruhn

Löhne  (WB). Sie ist seit der ersten Stunde mit dabei und inzwischen mit der Volkshochschule (VHS) Löhne verwachsen, wie sie selbst meint. »Es ist mehr als ein Job. Da steckt viel Herzblut drin«, sagt Stefanie Voß (48), die als Nachfolgerin von Beatrix Becker nun Leiterin der Einrichtung ist.

Mit Pioniergeist war Stefanie Voß im September 2002 an ihre neue Aufgabe bei der Stadt Löhne herangegangen, als diese beabsichtigte, eine Volkshochschule in eigener Trägerschaft zu gründen. Beworben hatte sie sich damals auf eine Ausschreibung für die Fachbereichsleitung Sprache. Daraus ergab sich, dass sie stellvertretendende Leiterin wurde und am Aufbau der VHS beteiligt war. »Es hatte etwas Frisches«, sagt Stefanie Voß. Sie habe sich auf die Aufgabe, sich in den Aufbau einzubringen, gefreut.

15 Jahre dabei und immer noch mit Begeisterung

Nach 15 Jahren ist sie immer noch begeistert, vielleicht sogar noch etwas mehr: »Viele von unserem Team sind ebenfalls von Anfang an oder zumindest schon sehr lange und mit Leidenschaft dabei. Sie alle stehen voll hinter ihrem Job hier.« Nicht zuletzt deshalb bewarb sie sich um die Leitung: »Ich habe gesagt, wenn die Stelle frei wird, muss ich den Hut in den Ring werfen, zumal auch der Bereich Deutsch mit ausgeschrieben war.« Die Wahl fiel auf die gebürtige Hamburgerin.

Bis zu ihrem vierten Lebensjahr hatte sie in Hamburg-Altona gewohnt, bevor sie mit ihren Eltern nach Uchte umzog. »Das war schon ein kleiner Kulturschock«, erinnert sie sich. »Ich war ja schon als Kind an die U-Bahn und viel Verkehr gewöhnt. In Uchte gab es keine Ampeln und keine Zebrastreifen. Ich kam mir erst richtig verloren vor«, sagt Stefanie Voß.

Als 1984 dann ein weiterer Umzug in den Osten Bielefelds in den Innenstadtbereich folgte, war die damals 15-Jährige ebenfalls wenig begeistert. »Aber inzwischen bin ich im Bielefelder Westen beheimatet und fühle mich dort wohl«, sagt Stefanie Voß.

Stefanie Voß bildet sich leidenschaftlich gerne weiter

Von sich selbst sagt sie, dass sie sich leidenschaftlich gern weiterbildet. »Ich bin neugierig und wissbegierig, vielseitig interessiert, kommunikativ und Netzwerker«, sagt Stefanie Voß. All dies sieht sie als Grundvoraussetzungen für ihre neue Aufgabe als VHS-Leiterin. So ist ihr umfangreicher Lebenslauf, aus dem hier einige Ausschnitte folgen, auch kaum verwunderlich.

In Bielefeld besuchte sie das Gymnasium und machte 1989 ihr Abitur, bevor sie für ein Jahr als Au-Pair nach Atlanta in die Vereinigten Staaten von Amerika ging. »Damals wusste ich noch nicht, was ich machen möchte. Wichtig für mich war es, mal von Zuhause wegzukommen, mich freizuschwimmen und zu orientieren. In den USA reifte dann der Wunsch, Deutsch als Fremdsprache zu studieren.«

1993 ging Stefanie Voß für ein halbes Jahr mit einem Erasmus-Stipendium als Teilzeit-Au-Pair nach Turin und hatte schon zuvor mit ihrem Studium Deutsch als Fremdsprache mit den Nebenfächern Geschichte und Englisch an der Bielefelder Universität begonnen, das sie 1999 abschloss.

Nach der Uni zum Praktikum an den Gardasee

Sie absolvierte unter anderem ein Fernstudium Erwachsenenbildung, nachdem sie 1995 drei Monate lang am Gardasee bei der Firma Cameo ein Praktikum gemacht hatte. Unter diesem Namen firmiert Dr. Oetker in Italien. »Dort half ich bei den Übersetzungen und gab den Mitarbeitern Deutschunterricht.«

Eine Aufgabe habe sich dort jedoch als unlösbar herausgestellt. »Der Slogan ›Man nehme Dr. Oetker‹ sollte übersetzt werden. Aber das klappte nicht so richtig, man kann halt nicht alles eins zu eins übersetzen«, erinnert sie sich und lacht.

Nach Abschluss ihres Studiums war Stefanie Voß zwei Monate als Aushilfe in der Finanzbuchhaltung tätig und unterrichtete zudem an der Volkshochschule Ravensberg in Halle. »Ich konnte mir gut vorstellen, im Bereich Erwachsenenbildung zu arbeiten.« Vorherige Überlegungen, vielleicht an ein Goethe-Institut im Ausland zu gehen, seien hinfällig geworden, als sie mit 29 Jahren ihren Mann kennenlernte, mit dem sie einen mittlerweile 14-jährigen Sohn hat.

Es folgten unter anderem Tätigkeiten als pädagogische Mitarbeiterin an der Fortbildungsakademie der Wirtschaft Bielefeld in der Außenstelle Gütersloh, wo sie später auch Koordinatorin war, bevor sie sich 2002 bei der Stadt Löhne bewarb.

Wo sehen Sie die Volkshochschule Löhne in zehn Jahren?

»Ich hoffe, dass wir es hinbekommen, erweiterte Lernwelten umzusetzen, um auch die jüngere Generation wieder mehr an die VHS heranzuführen«, sagt Stefanie Voß. Sie stelle sich ein Bildungshaus mit Selbstlernräumen und Online-Unterstützung vor. »Die soziale Präsenz ist sehr wichtig, aber wir werden die Digitalisierung vorantreiben müssen.«

Im Teilbereich Online sollte die VHS dann unterstützend und vertiefend mit Lernbegleitern den Lernenden zur Seite stehen, um die Selbstlernkompetenz zu fördern. Obwohl es ein großes Angebot in der virtuellen Welt gebe, hält sie es für unrealistisch, dass die Mitarbeiter überflüssig werden: »Es wird sich gut ergänzen.«

»Ganz wichtig ist es auch, mit inkludierenden Angeboten eine Brücke zu schlagen, beispielsweise Teilnehmende aus den Deutschkursen zum Beispiel auch für Englisch- und Sportkurse zu interessieren.« Weitere Punkte seien aber unter anderem auch der Ausbau von Angeboten im Bereich der Grundbildung wie beispielsweise die Alphabetisierung für Deutsche und Migranten, oder auch Mathematik sowie die Inklusion von Bildungsbenachteiligte in Standardangebote.

»Zudem möchte ich mehr thematisch arbeiten und schauen, ob man das ein oder andere Thema über die Fachbereiche hinaus von mehreren Seiten beleuchten kann.«

 

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