Mi., 14.02.2018

Betreiber eines Bau- und Gartenhandels interessiert sich für ehemaliges Ratio-Gelände in Löhne Nach Supermarkt jetzt Fachmarkt?

Das Gebäude an der Koblenzer Straße in Gohfeld, wo ehemals Ratio und später »famila« ansässig waren, steht seit mittlerweile 2013 leer und verfällt zusehends. Nun hat der Eigentümer aber offenbar mit dem Betreiber eines Bau- und Gartenfachmarktes einen Interessenten für das Gelände gefunden.

Das Gebäude an der Koblenzer Straße in Gohfeld, wo ehemals Ratio und später »famila« ansässig waren, steht seit mittlerweile 2013 leer und verfällt zusehends. Nun hat der Eigentümer aber offenbar mit dem Betreiber eines Bau- und Gartenfachmarktes einen Interessenten für das Gelände gefunden. Foto: Sonja Gruhn

Von Sonja Gruhn

Löhne-Gohfeld  (WB). Für das ehemalige Ratio-Gelände an der Koblenzer Straße scheint es noch Hoffnung zu geben: Dem Grundstückseigentümer ist es offenbar gelungen, einen Interessenten zu finden. Dabei soll es sich um einen Bau- und Gartenfachmarkt handeln, der in dieser Region noch nicht verbreitet ist.

Die Ansiedlung dieses Fachmarktes am ehemaligen Standort des Ratio-SB Warenhauses, wo zuletzt der »famila«-Supermarkt ansässig war, ist Thema im Planungs- und Umweltausschuss, der am Donnerstag, 22. Februar, zusammenkommt.

Immobilie steht seit 2013 leer

Mittlerweile steht die Immobilie seit Herbst 2013 leer. Lediglich eine Tankstelle wird auf dem Gelände noch betrieben. Vorausgehende Bestrebungen der Famila-Handelsmarkt Münster GmbH & Co. KG, den Komplex umzustrukturieren, konnten nach Angaben der Verwaltung nicht realisiert werden. Beabsichtigt sei die Ansiedlung eines Bau- und Gartenfachmarkts mit maximal 14.140 Quadratmeter Verkaufsfläche und mit einem Gastronomiebereich mit etwa 400 Quadratmetern.

Laut Wirtschaftsförderer Ulrich Niemeyer sei die Anfrage aus Sicht der Stadt Löhne hinreichend konkret, allerdings seien noch ein paar Dinge zu klären. So müsse es zunächst eine landesplanerische Abstimmung geben. Deshalb taucht die Angelegenheit beispielsweise auch in einem weiteren Tagesordnungspunkt des Planungs- und Umweltausschusses auf, in dem es um die Neuaufstellung des Regionalplanes geht.

Bezirksregierung hat positive Signale gegeben

Zwar sei zuvor ebenfalls großflächiger Einzelhandel dort ansässig gewesen, deshalb sehe die Stadt das Vorhaben unkritisch. »Auch die Bezirksregierung hat bislang positive Signale gegeben. Aber wir müssen erst sicherstellen, dass es klappt, bevor wir in die offizielle Bauleitplanung gehen«, sagt Ulrich Niemeyer.

Die Verkaufsfläche, die derzeit etwa 11.500 Quadratmeter betrage, soll für den Bau- und Gartenfachmarkt um etwa zehn Prozent vergrößert werden. »Für den Standort wäre es super, wenn das klappen würde. Das Gelände verfällt zusehends. Deshalb wäre es gut, auch für die Löhner, wenn dort eine Nachnutzung installiert werden könnte«, sagt der Wirtschaftsförderer.

Um welchen Betreiber des Fachmarktes es sich konkret handelt, wollte Ulrich Niemeyer zu diesem Zeitpunkt nicht mitteilen. Er berief sich auf eine Absprache mit dem Interessenten. Niemeyer verriet lediglich, dass Märkte dieses Betreibers in dieser Region noch nicht verbreitet sind.

Änderung im Flächennutzungsplan notwendig

Nach aktuellem Planungsstand umfasse die bisher planerisch konkretisierte Verkaufsfläche laut Ausschussvorlage (Stand Vorentwurf 8. Juni 2017) etwa 13.450 Quadratmeter, die Teilflächen Warmhalle etwa 7900 Quadratmeter, die Kalthalle etwa 3750 Quadratmeter und der Freiverkauf etwa 1800 Quadratmeter. Je nach Grundstücksverfügbarkeit könne sich die Verkaufsfläche noch bis zu der vorgenannten, maximal angestrebten Verkaufsflächengröße ändern.

Die Nebenflächen umfassen für Lager/Holzzuschnitt etwa 700 Quadratmeter, für Anlieferung etwa 1400 Quadratmeter sowie für Verwaltung/Technik etwa 600 Quadratmeter. Von der geplanten Verkaufsfläche seien etwa 1115 Quadratmeter, also knapp acht Prozent, für zentrenrelevante Sortimente vorgesehen.

»Zurzeit werden die wirtschaftlichen Voraussetzungen zur Realisierbarkeit (...) durch den Grundstückseigentümer und einen potenziellen Betreiber geprüft«, heißt es weiter. Planungsrechtliche Voraussetzung für die Ansiedlung eines Bau- und Gartenfachmarkts seien eine Änderung der bisherigen Darstellungen im Flächennutzungsplan der Stadt Löhne und die Änderung des seit 1994 rechtskräftigen Bebauungsplans Nr. 148 der Stadt Löhne »Gewerbegebiet südöstlich der Koblenzer Straße«.

So geht es jetzt weiter

Im Flächennutzungsplan der Stadt Löhne ist die Fläche bisher als Sondergebiet ohne weitere Konkretisierung dargestellt. Entsprechend der angestrebten Umnutzung des Standorts soll die bisherige Darstellung »Sondergebiet« durch die Darstellung »Sondergebiet für großflächigen Einzelhandel, hier Baumarkt« konkretisiert werden.

Unter der Voraussetzung, dass die Verhandlungen zwischen Grundstückseigentümer und Betreiber des Bau- und Gartenfachmarktes zu einem positiven Abschluss kommen, ist vorgesehen, dass der Planungs- und Umweltausschuss in seiner Sitzung am 3. Mai den Aufstellungsbeschluss für die Änderung des Bebauungsplanes sowie für die des Flächennutzungsplanes im Parallelverfahren fasst.

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