Mi., 07.03.2018

Deutsche Bahn plant Umbau des Bahnhofes im Jahr 2019 – Barrierefreiheit ist wichtig Zug fahren ohne Hindernisse

Die Mitglieder des Arbeitskreises für Menschen mit und ohne Behinderung haben sich unter anderem mit Vertretern der Stadt am Bahnhof getroffen, um die geplanten Umbaumaßnahmen der Deutschen Bahn zu besprechen. Im Bild sind (von links): Ute Brandt-Brüggemann, Wolfgang Linnemann, Felix Lehra, David Jünck, Gerhard Jürgenlimke, Christine Dietrich (Leiterin AWO Spatzenberg) und Doris Decius.

Die Mitglieder des Arbeitskreises für Menschen mit und ohne Behinderung haben sich unter anderem mit Vertretern der Stadt am Bahnhof getroffen, um die geplanten Umbaumaßnahmen der Deutschen Bahn zu besprechen. Im Bild sind (von links): Ute Brandt-Brüggemann, Wolfgang Linnemann, Felix Lehra, David Jünck, Gerhard Jürgenlimke, Christine Dietrich (Leiterin AWO Spatzenberg) und Doris Decius.

Von Angelina Zander

Löhne (LZ). Ein spontaner Ausflug mit dem Zug? Für körperlich eingeschränkte Menschen ist daran vom Löhner Bahnhof aus nicht zu denken. Treppenstufen führen zu den Bahngleisen und in den Zug einsteigen können sie ohne Hilfe auch nicht. Die Barrierefreiheit will die Deutsche Bahn anlässlich des Haltes des Rhein-Ruhr-Expresses nun gewährleisten.

Deutsche Bahn informierte im Vorfeld

Doch bis es diesen Menschen tatsächlich möglich ist, selbstständig und unabhängig mit dem Zug zu fahren, wird es noch bis Ende 2019 dauern. Das teilten die Mitglieder des Arbeitskreises für Menschen mit und ohne Behinderung der Stadt Löhne gestern bei einer Besichtigung des Bahnhofes mit. Sie waren im Vorfeld von der Deutschen Bahn über die Baumaßnahmen informiert worden.

Der Rhein-Ruhr-Express (RRX) bringt die Reisenden zukünftig von Minden über Köln bis nach Koblenz. Die dafür erforderlichen Bauarbeiten im Löhner Bahnhof sollen im Januar 2019 beginnen. Im Dezember sollen dann die Züge fahren. Ausfälle sollen durch Umleitungen vermieden werden.

Drei Fahrstühle sind vorgesehen

Im Rahmen des neuen Konzeptes ist für den Löhner Bahnhof der Bau von drei Fahrstühlen vorgesehen. Diese sollen bündig in die Wand der Personenunterführung eingebaut werden. Sie werden jeweils gegenüber des jeweiligen Treppenaufstiegs zu den Bahngleisen liegen. Über die Ausmaße machten sich die Mitglieder des Arbeitskreises jedoch Gedanken. 2,10 Meter soll der Fahrstuhl tief sein. »Er soll für 14 Personen ausgelegt sein. Wir haben das am Montag mal bei unserem Treffen mit Tischen nachgestellt. Das ist ziemlich knapp«, erzählte Ute Brandt-Brüggemann, Mitglied des Arbeitskreises. Es müsse schließlich möglich sein, dass ein Rollstuhlfahrer und seine Begleitperson ihn nutzen können.

Taktile Leitsysteme geplant

Für Menschen mit Sehbehinderung sind am Ausgang des Fahrstuhls am Bahnsteig taktile Leitsysteme geplant. In der Personenunterführung seien sie jedoch nicht geplant, da sie erst ab einer Breite von acht Metern verpflichtend seien. Die Bahnhofshalle sei nicht in der Zuständigkeit der Deutschen Bahn und erhalte daher ebenfalls keine Leitsysteme. »Wir werden dafür kämpfen«, versicherte Hans-Wilhelm Bökamp, Mitglied des Arbeitskreises. Die Menschen müssten ja auch irgendwie zu den Zügen gelangen.

Anhebung der Bahnsteige

Zu den weiteren Umbaumaßnahmen zählt die Anhebung der Bahnsteige auf ein Niveau von 76 Zentimetern, gemessen an der Oberkante. Dies soll einen ebenerdigen Einstieg in den Zug ermöglichen. Für Wolfgang Linnemann, der einen Rollator braucht, ist dies wichtig: »Wir wollen am sozialen Leben teilhaben. Mobilität ist dafür wichtig.« Ein mobiler Hilfsdienst, der vor der Fahrt angefordert werden muss, hilft ihnen sonst bei der Zugfahrt. Doch dieses Angebot bestehe erst ab Herford oder Bielefeld.

Kommentar

Ein Slogan der Deutschen Bahn wirkt beim Anblick des Löhner Bahnhofs eher ironisch: »Die Bahn macht mobil«. Denn dass Menschen mit Behinderung künftig auch vom Löhner Bahnhof aus mit dem Zug mobil sein können, verdanken sie wohl nur seiner Lage. Läge er nicht zufällig an der Strecke, die der Rhein-Ruhr-Express von Dezember 2019 an befahren soll, wäre in puncto Barrierefreiheit vermutlich nichts passiert. Denn das Konzept des neuen Zuges sieht vor, alle Bahnhöfe barrierefrei zu gestalten. Die Löhner können sich also über Aufzüge und ebenerdige Einstiege freuen. Man muss auch mal Glück haben.                                                                     Angelina Zander

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