Mi., 14.03.2018

Löhner Auszubildende Natalie Marie Stebbing gewinnt den Junior-Cup der Konditoren »Haute Couture« in Tortenform

In der Konditorenstube ist die Auszubildende Natalie Marie Stebbing (23) in ihrem Element.

In der Konditorenstube ist die Auszubildende Natalie Marie Stebbing (23) in ihrem Element. Foto: Sonja Gruhn

Von Sonja Gruhn

Löhne/Bielefeld (WB). Mit ihrem Wettbewerbsbeitrag »Haute Couture« hat Natalie Marie Stebbing den Junior-Cup der Konditoren in Bielefeld gewonnen. Die 23-jährige Bielefelderin ist im dritten Ausbildungsjahr bei der Gohfelder Bäckerei Simon.

Gegen zehn Mitbewerber musste sich Natalie Marie Stebbing am Montag beim Junior-Cup im Campus Handwerk beweisen. Das Thema für die angehenden Konditoren lautete Frankreich. »Das ist wie eine Generalprobe für die Gesellenprüfung«, sagt Stebbing, die ihre Abschlussprüfung im Juni hat.

Zum Thema Frankreich hat Natalie Marie Stebbing ihren Wettbewerbsbeitrag »Haute Couture« kreiert. Sowohl beim abstrakten Schaustück (Mitte) mit Scheren, Knöpfen und Maßband als auch bei den Torten finden sich die Landesfarben wieder. Foto: Sonja Gruhn

Die Teilnehmer mussten zwei identische Moussetorten kreieren sowie ein Schaustück. »Das konnte aus Marzipan, Kuvertüre oder Zucker bestehen. Es musste nur essbar sein«, sagt die Auszubildende. Das Thema Frankreich habe jeder Teilnehmer für sich selbst interpretieren können. »Ich habe etwas unter dem Titel ›Haute Couture‹ entworfen, weil ich mich mit Mode identifizieren kann«, sagt die Bielefelderin.

Und das kommt nicht von ungefähr. Denn vor ihrer Ausbildung zur Konditorin hat sie vier Semester Englisch und Textilgestaltung studiert. »Mir ist dann aber aufgefallen, dass mich das Theoretische langweilt. Mir hat das Praktische gefehlt. Ich wollte das, was ich lerne, in die Tat umsetzen können«, sagt Natalie Marie Stebbing, die neben ihrem Studium zum Ausgleich Fußball spielte und zudem leidenschaftlich gerne backt – sehr zur Freude ihrer drei Brüder.

Acht Stunden im Wettkampf

Insgesamt acht Stunden hatte sie am Wettkampftag Zeit, um alles komplett herzustellen. »Ich brauchte einen Zeitplan. Angefangen habe ich mit den Moussetorten.« Etwa eineinhalb Stunden habe sie dafür benötigt. Dann mussten diese erst einmal in die Kühlung. »Sie sollten eine Cassisglasur bekommen. Dafür mussten die Torten aber angefroren sein.«

Dann ging es weiter mit dem Schaustück, das die 23-Jährige komplett aus Kuvertüre kreiert hat. »Die Schokolade musste richtig temperiert sein, damit sie ›Knack‹ hat und richtig steht«, erläutert Stebbing, die verschiedene Techniken anwandte, um die Schokolade in die entsprechende Form zu bringen. So goss sie Knöpfe, fertigte Scheren und Kugeln, die sie silberfarben puderte. »Sie sollten an Wollknäuel erinnern. Ich habe das Schaustück etwas abstrakt gehalten. Da Mode immer in Bewegung ist, habe ich zwei Bögen modelliert und ein Maßband aus Schokolade eingearbeitet. Federn aus Schokolade sollten Leichtigkeit ausdrücken. Außerdem habe ich noch mit den Farben der französischen Flagge gearbeitet.«

Zwei Wochen Vorbereitung

Alles wurde auf einer Kronkantplatte arrangiert und mit dem Titel versehen. »Für die Prüfer war es damit offenbar selbsterklärend«, meint die angehende Konditorin, die zudem Ausbildungsbotschafterin ist. Für ihren ersten Platz erhielt sie neben einer Medaille, einer Urkunde »für hervorragende Leistungen« und einem Preisgeld von 100 Euro eine Tüte mit Handwerkszeug.

Die Teilnahme an dem Wettbewerb sei freiwillig gewesen. Dennoch hatte sich die 23-Jährige zwei Wochen lang darauf vorbereitet, sowohl zuhause als auch im Betrieb ihre Kreationen ausprobiert. »Die Grundidee hatte ich schon, und mit Hilfe von Marie Simon und den anderen Kollegen konnte ich sie perfektionieren«, sagt sie.

Törtchen backen in Wien

»Ganz liebevoll gesagt, ist Natalie ein kleiner Streber. Aber das zahlt sich eben aus«, sagt Sabine Simon, die gemeinsam mit ihrem Mann Arno und Tochter Marie Thérèse das Familienunternehmen führt. Nach ihrer Ausbildung könnte Natalie Marie Stebbing dort bleiben. Aber sie hat zunächst andere Pläne: »Ich möchte eine Weile ins Ausland gehen, um Erfahrungen zu sammeln. Wien hat es mir angetan. Dort werden in den Kaffeehäusern kleine Törtchen gebacken. Da möchte ich gerne reinschnuppern und mich vielleicht darauf spezialisieren.« Schottland wäre ein weiteres mögliches Ziel. Denn dort ist die Halbengländerin aufgewachsen.

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