Mo., 16.04.2018

Retro-Ausstellung zur Nachkriegszeit im Löhner Heimatmuseum eröffnet Blick zurück auf die 1950er Jahre

Die Familie von Joachim Kuschke (Zweiter von rechts) hat sich im Stil der 1950er Jahre gekleidet: Schwiegersohn Emanuel Koch (von links), Janina Koch, Petra und Svenja Kuschke.

Die Familie von Joachim Kuschke (Zweiter von rechts) hat sich im Stil der 1950er Jahre gekleidet: Schwiegersohn Emanuel Koch (von links), Janina Koch, Petra und Svenja Kuschke. Foto: Gabriela Peschke

Löhne-Bischofshagen (GAP). Wohnen und Leben, Spiel und Vergnügen, Objekte vom Aschenbecher bis zum Zeitungsartikel: Das Heimatmuseum zeigt aktuell eine Ausstellung zum Leben der 1950er Jahre. Die detailreich zusammengetragene Schau wurde von Bürgermeister Bernd Poggemöller eröffnet.

Zahlreich drängten sich die Besucher in den großen Ausstellungsraum. »Wenn Sie heute nicht alles schaffen, kommen Sie gerne wieder. Bis zum 8. Juli 2018 ist noch viel Zeit«, ermunterte Museumsleiter Joachim Kuschke, der über die große Resonanz erfreut war. Die Idee zur Ausstellung sei »eher zufällig« entstanden, im Nachgang zur großen Schau über das Hochwasser, erzählte er.

Mehr als zwei Jahre haben die Organisatoren zahlreiche Ausstellungstücke zusammengetragen. Eine Stube zeigt den Wohnstil mit Tütenlampe und Retro-Fernseher. Foto: Gabriela Peschke

»Doch dann gab es kein Halten mehr«, lobte Kuschke den Einsatz der vielen Freiwilligen, insbesondere der Mitglieder der Geschichtswerkstatt, die in liebevoller Kleinarbeit mehr als zwei Jahre lang recherchiert und Exponate zusammengetragen haben. »Und vieles von dem, was Sie hier sehen, werden Sie vermutlich auch noch aus Ihrem eigenem Erleben kennen«, spannte Joachim Kusche den Bogen zu den Besuchern.

Denn die Retro-Ausstellung ruft das Lebensgefühl der Nachkriegszeit wach. Da stehen eine Musikbox, ein Tischkicker und ein Flipper vor einer nachempfundenen Bar. Vitrinen zeigen Kinderspielzeug aus den 1950er Jahren, hauswirtschaftliche Gerätschaften oder alte Filmzeitschriften mit den Gesichtern von Hardy Krüger, James Dean und Romy Schneider auf den Titelseiten.

Bürgermeister würdigt Bedeutung der Ausstellung

»Solch einen Wohnzimmerschrank hatten wir auch«, sagte Hertha Nolting, als sie die »Stube« betrachtete. Die 75-Jährige erinnert sich noch an Keramikaschenbecher mit eigenem Auslass für Zigarren und an farbige Cognacgläser. »Es waren schöne Zeiten damals. Man hatte nicht viel, aber ein kleines bisschen Luxus durfte sein«, sagte sie schmunzelnd.

Ebenfalls ausgestellt ist eine Viktoria »Vicky IV«, ein Motorrad aus dem Jahr 1957 mit Zweitakt-Umkehrspülung, taubenblau mit weißem Sattel. Und an einer anderen Wand hängen Zeitungsausschnitte, die von der Geschichte der Werrestadt erzählen. »Ab 1. Oktober 1951 fährt Müllabfuhr in Löhne«, titelt die Lokalzeitung und lobt unter anderem im Januar 1955 die »Geburtsstunde der Volkshochschule«.

Auch Bürgermeister Bernd Poggemöller würdigte die bewegte Geschichte der Werrestadt und verwies auf die Verantwortung, die daraus erwächst: »Vieles von dem, was damals auf der Agenda stand, kommt heute wieder«. Auch damals seien Integration und Zuzug von Flüchtlingen zu meistern gewesen. »Und schon damals wurde gezeigt, wie gut Löhne das bewältigen kann.«

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