Sa., 11.08.2018

Praktikanten aus der österreichischen Partnerstadt Spittal leben in Ferienwohnung In Löhner Unternehmen schnuppern

Einblicke in die Arbeitswelt: David Fahrngruber-Biernbaum (links) ist bei Nolte-Küchen im Gespräch mit Jens Rotert über ein zuvor bearbeitetes Stück Holz.

Einblicke in die Arbeitswelt: David Fahrngruber-Biernbaum (links) ist bei Nolte-Küchen im Gespräch mit Jens Rotert über ein zuvor bearbeitetes Stück Holz.

Von Eva-Lotta Dehne

Löhne (WB). »Ich finde es interessant zu sehen, wie deutsche Betriebe ticken«, erklärt Tim Kollenz. Er ist einer von drei Schülern aus dem österreichischen Spittal, die seit Anfang August die Möglichkeit erhalten, ein dreiwöchiges Praktikum in einem Löhner Unternehmen zu absolvieren. Dieses Austauschprogramm für Schülerpraktika ist Teil der Städtepartnerschaft zwischen Spittal und Löhne.

Um die Plätze beworben

Dieses Jahr haben sich die Schüler David Fahrngruber-Biernbaum (17), Christoph Thaler (17) und Tim Kollenz (17) erfolgreich auf die Praktika beworben. Die drei Jugendlichen wurden eigens vom Bürgermeister der Stadtgemeinde Spittal für dieses dreiwöchige Praktikum ausgewählt.

David Fahrngruber-Biernbaum darf bei Nolte Küchen den Beruf des Holzmechanikers kennenlernen. Tischlermeister und Ausbilder Jens Rotert (51) betreut den 17-Jährigen im Betrieb. Die meiste Zeit verbringt er in der Lehrwerkstatt. »Dort kann David nämlich auch selbst Sachen herstellen und darf nicht nur zugucken«, sagt Rotert. David Fahrngruber-Biernbaum hat sich um der Erfahrung willen für das Praktikum beworben. »Mich interessiert die Arbeit mit Holz, auch wenn ich die Ausbildung zum Holzmechaniker eher nicht anstreben werde«, erläutert der Gymnasiast. Trotzdem gefalle ihm sein Praktikum gut. Er habe vorher noch keine Erfahrung gehabt im Umgang mit den ganzen Werkzeugen wie Hobel und Säge. Jetzt könne er ein Gefühl für das Werkzeug und für das Material Holz gewinnen.

Teilnahme an der Willkommenswoche

Christoph Thaler absolviert ein Praktikum in der Verwaltung bei Bauformat-Küchen. In seinem Praktikum durchläuft er alle Abteilungen. Dazu gehören auch Einkauf und Vertrieb. Deswegen wechselt er alle zwei bis drei Tage seinen Arbeitsort. Thaler gefällt das Praktikum sehr gut, weil er dadurch einen guten Eindruck von der Zielgruppe seines zukünftigen Berufes bekommen kann. Er möchte später als Programmierer oder Software-Entwickler arbeiten. »Da ist es ganz gut, wenn man die andere Seite kennt – also die Leute, die die Programme dann später nutzen müssen«, sagte der 17-Jährige. In Österreich besucht er dafür eine Höhere Technische Lehranstalt. In den ersten Tagen nahm Thaler zusammen mit den neuen Auszubildenden an der Willkommenswoche des Unternehmens teil, inklusive Produktschulung und Schnitzeljagd auf dem Firmengelände.

Vorfreude auf die Abteilung Marketing

Tim Kollenz macht ebenfalls ein kaufmännisches Praktikum und lernt dafür die Abläufe der Firma SMV Sitz- & Objektmöbel kennen. Dabei darf er alle zwei bis drei Tage die Abteilungen wechseln, damit er in alle Bereiche reinschnuppern kann. Besonders auf die Abteilung Marketing freue er sich, sagte Kollenz. »Ich weiß aber nicht, ob ich später auch in einem Beruf in der Verwaltung arbeite«, gesteht Kollenz. »Erst einmal Abitur und dann sehen wir weiter.« Er besucht wie David Fahrngruber-Biernbaum das Gymnasium. Für seinen Arbeitsweg hat Tim Kollenz sogar ein E-Bike von der Stadt Löhne bekommen, da die Strecke lang ist und leicht bergan verläuft.

Von der Stadt Löhne ist den drei Spittalern für die drei Wochen eine Ferienwohnung zur Verfügung gestellt worden. Versorgen müssen sich die Jungs aber selbst. »Da gibt es halt oft Reis oder Nudeln«, sagt Tim Kollenz. Mit gestellten Fahrrädern erkundeten sie die Gegend. Ein Fahrrad sei für die Strecken in Löhne auch notwendig, sagte Christoph Thaler. »In Spittal hat man einen wirklichen Stadtkern. Alles ist ziemlich zentral. Hier in Löhne hat man so eine richtige Fußgängerzone ja gar nicht. Da sind die Strecken weiter.« Aber dafür gebe es hier immer mal wieder ein Stück Natur wie beispielsweise die kleinen Wäldchen.

Löhner Freibad für sich entdeckt

Auch das Freibad haben die drei bei der Hitze der vergangenen Tage besucht. Damit die Jugendlichen aus Spittal aber auch ein bisschen mehr von Deutschland sehen als nur Löhne, sei für dieses Wochenende ein Tagestrip geplant – eventuell nach Hamburg.

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