Sa., 03.02.2018

Plattdeutsche Ortstafeln: Diskussion um richtige Schreibweise Ränghiusen oder Ränkhiusen?

Der Vorschlag der Rödinghauser Gemeindeverwaltung sieht die plattdeutsche Bezeichnung »Ränghiusen« als Namenszusatz auf vier Ortstafeln vor. Plattsprecher und WiR-Ratsherr Tschaschnig hält aber die Variante »Ränkhiusen« für richtig.

Der Vorschlag der Rödinghauser Gemeindeverwaltung sieht die plattdeutsche Bezeichnung »Ränghiusen« als Namenszusatz auf vier Ortstafeln vor. Plattsprecher und WiR-Ratsherr Tschaschnig hält aber die Variante »Ränkhiusen« für richtig. Foto: Kathrin Weege

Von Daniel Salmon

Rödinghausen (WB). Dass in Rödinghausen bald vier Ortstafeln mit dem plattdeutschen Gemeindenamen stehen, dürfte klar sein. Aber an der richtigen Schreibweise scheiden sich die (politischen) Geister. Muss es »Ränghiusen« oder »Ränkhiusen« heißen?

Wie mehrfach berichtet, kämpft man in der Wiehengemeinde bereits seit 2012 dafür, auf den gelben Schildern eine niederdeutsche Ortsbezeichnung führen zu dürfen. Einen entsprechenden Beschluss hatte der Gemeinderat seinerzeit gefasst.

Entscheidung am 7. Februar

Das letzte Wort hat der Gemeinderat am kommenden Mittwoch. Bei einem positiven Dreiviertel-Votum wird das NRW-Heimatministerium den Rödinghauser Vorschlag dann noch mal prüfen. Die Zustimmung aus Düsseldorf vorausgesetzt, sollen die Ortseingangsschilder an der Alten Dorfstraße, der Buerschen Straße, der Heerstraße und der Westerbergstraße um die Bezeichnung »Ränghiusen« ergänzt werden. Kostenpunkt: rund 480 Euro.

Die damalige NRW-Landesregierung hatte das Ansinnen gestoppt – eine solche Zusatzbezeichnung war damals nicht zulässig. »Was sich geändert hat, ist die Rechts-auffassung des zuständigen Ministeriums«, sagte Daniel Müller von der Gemeindeverwaltung in der jüngsten Hauptausschusssitzung. Weiterhin müsse aber der Rat, der am 7. Februar zu dem Thema tagt, mit einer Dreiviertelmehrheit für den Zusatz zum Ortsnamen stimmen.

»g«-Version ein Zungenbrecher?

Es folgte eine kurze, aber eindringliche Debatte. Während die Gemeindeverwaltung »Ränghiusen« als Zusatzbezeichnung auf insgesamt vier Ortstafeln vorsieht, plädierte der versierte Platt-Sprecher und Ratsherr Ingo Tschaschnig (WiR-Fraktion) für die »k«-Variante: »›Ränghiusen‹ ist für einen plattdeutschen Rödinghauser praktisch ein Zungenbrecher. Und mit der Meinung bin ich nicht alleine. Jeder hier sagt ›Ränkhiusen‹.« Er ergänzte: »Es ist für mich ein Schildbürgerstreich, dass da etwas auf die Schilder kommen soll, was die wenigen, die noch Plattdeutsch beherrschen können, kaum aussprechen können.«

Basis ist die plattdeutsche Kreiskarte

Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer verwies auf verschiedenen Quellen, auf die sich die Gemeindeverwaltung mit Blick auf die favorisierte »g«-Variante berufen könne. Unter anderem führte er die jüngst erschienene plattdeutsche Kreiskarte des Kreisheimatvereins ins Feld. »Natürlich kann man darüber vielfältig diskutieren. Aber wir möchten schon bei ›Ränghiusen‹ bleiben. Den Beschluss haben wir damals gefasst. Und es erscheint uns sinnvoll, weiterhin daran festhalten«, so dass Gemeindeoberhaupt. Für Ingo Tschaschnig stirbt die Hoffnung aber zuletzt: »Möglicherweise bröckelt die Mehrheit im Rat ja noch, sonst weint meine plattdeutsche Seele jedes Mal, wenn ich nach Rödinghausen reinfahre.«

Letztlich stimmten nur die beiden Mitglieder der WiR-Fraktion gegen den Beschlussvorschlag.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5479258?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2645483%2F