Fr., 09.02.2018

Ratsmehrheit votiert für plattdeutsche Ergänzung am Ortseingangsschild »Ränghiusen« soll es sein

Eine Mehrheit des Rödinghauser Rates hat für Ergänzung »Ränghiusen« auf Ortsschildern gestimmt.

Eine Mehrheit des Rödinghauser Rates hat für Ergänzung »Ränghiusen« auf Ortsschildern gestimmt. Foto: Kathrin Weege

Von Hilko Raske

Rödinghausen (WB). Mit »k« oder mit »g«? Diese Frage bewegte am Mittwochabend erneut die Gemüter während der Sitzung des Rödinghauser Gemeinderates. Immerhin ging es um die richtige plattdeutsche Schreibweise des Ortsnamens, die künftig als Ergänzung auf dem Ortseingangsschild stehen soll.

Es gibt zwei plattdeutsche Namensvarianten

Und von der gibt es zwei Varianten: »Ränghiusen« und »Ränkhiusen«. Während »Ränkhiusen« unter anderem im »Kleinen plattdeutschen Wörterbuch von Rödinghausen und Umgebung« (Ewald Häcker und der plattdeutsche Gesprächskreis, Volkshochschule im Kreis Herford) vorkommt, ist die Schreibweise »Ränghiusen« im Werk »Segg et up Platt: Niederdeutsches Wörterbuch in der Ravensberger Mundart« (Erwin Möller) zu finden.

Keine einheitliche Rechtschreibung im Niederdeutschen

Nun muss man wissen, dass das Niederdeutsche keine einheitliche oder verbindliche Rechtschreibung hat. »Plattdütsch« ist in erster Linie eine gesprochene Sprache, einzelne Begriffe können schon im nächsten Dorf ganz anders betont oder ausgesprochen werden. Für die Schreibweise »Ränghiusen«, die von einer Mehrheit der Ratsmitglieder favorisiert wird, spricht allerdings auch die vom Kreisheimatverein herausgegebene Karte »Doa send wui to Hius«, auf der für alle Ortschaften im Kreis Herford auch die niederdeutsche Entsprechung angeführt wird. Und auf dieser Karte steht »Ränghiusen«.

Nach Einschätzung von Ingo Tschaschnig (WiR-Fraktion) werde aber im gesprochenen Niederdeutsch in Rödinghausen die plattdeutsche Entsprechung des Ortsnamens mit »k« gesprochen. Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer verwies darauf, dass es gerade im geschriebenen Niederdeutschen »kein richtiges Richtig und richtiges Falsch« gebe, da eben keine verbindliche Rechtschreibung existiere. Nichtsdestotrotz wolle man sich an der Karte des Kreisheimatvereins und dem Werk von Erwin Möller, das von plattdeutschen Kapazitäten aus Rödinghausen überarbeitet worden sei, orientieren.

Erforderliche Ratsmehrheit erreicht

Bei der Abstimmung votierten 21 Ratsmitglieder für die Ergänzung der Ortseingangsschilder um die Bezeichnung »Ränghiusen«, fünf sprachen sich dagegen aus. Damit ist im Rat die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Dreiviertel-Mehrheit erreicht worden.

Erstmals 2012 Zusatzbezeichnung beantragt

Bereits im Februar 2012 hatten die Rödinghauser die Zusatzbezeichnung beantragt. Damals war die plattdeutsche Ergänzung aber als nicht zulässig abgelehnt worden. Erst ein Runderlass des zuständigen NRW-Ministeriums vom 22. Dezember 2017 hat plattdeutsche Ergänzungen auf Ortsschildern möglich gemacht.

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